Hermann Grothe "Stammtafeln" Seite 192
Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 2004
*******************
Lippe, Edelherren (1528 Grafen) zur
--------------------------------------
Die erste Erwähnung des um Lippstadt begüterten Geschlechts (de Lippe) findet sich um 1123. Nach 1180 bauten Bernhard II. und sein Enkel Bernhard III. durch eine konsequente Städtepolitik (Gründung von Lippstadt um 1184, Lemgo um 1190, Horn, Blomberg und Detmold) den allodialen Streubesitz beiderseits des Teutoburger Waldes aus und verdichteten ihn durch den Erwerb Paderborner und Osnabrücker Lehngüter im östlichen Weserbergland. Besonders im 13. Jh. bestimmten die Edelherren durch Besetzung der niederdeutschen Bistümer und Domkapitel in hohem Maße die Politik dieses Raumes mit. Eine östliche Gebietserweiterung gelang durch den Erwerb der Grafschaften Schwalenberg (1323/58) und Sternberg (1405), während die Erbverbrüderung mit den Grafen von Everstein (1403) keinen Erfolg hatte. Die Herrschaft Rheda ging infolge der Landesteilung von 1344 nach langer Fehde (1365-1400) an die Tecklenburger Grafen verloren. Diese kriegerischen Auseinandersetzungen sowie die Soester Fehde führten zu einer Schwächephase des Landes, die erst ab der 2. Hälfte des 15. Jh. überwunden wurde (1488: ca. 21.000 Einwohner; 1590: 35.338 Einwohner). Den Ursprung der Landesstände bildet das "Pactum unionis" (1368), das die Lehnsträger und Städte zur Huldigung nur eines Manneserben und zur Sicherung der Unteilbarkeit der Herrschaft verpflichtete. Eine an die 8 Landesburgen angelehnte Ämterverfassung wurde seit Anfang des 13. Jh. aufgebaut.
Bibliograpie:
-------------
Lippische Bibliogr., 2 Bde, 1957/82 - Neues Schrifttum über das
L. Land und seine Bewohner, 1967-1975 - Lippische Jahresbibliogr. 1976-1986.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------