Diether II. von Isenburg                Erzbischof von Mainz (1459-1461)(1475-1482)
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1412 7.5.1482
          Aschaffenburg

Begraben: Mainz, Dom

Jüngerer Sohn des Grafen Diether I. von Isenburg-Büdingen ( 20.11.1461) und der Elisabeth von Solms-Braunfels ( 1450), Tochter von Graf Otto I. ( 1410) und der Agnes von Falkenstein und Münzenberg
Bruder von Graf Ludwig II. von Isenburg-Büdingen (
4.6.1511), Johann von Isenburg-Büdingen, Otto von Isenburg-Büdingen,  Bernhard von Isenburg-Büdingen, Philipp von Isenburg-Büdingen, Graf Johann IV. von Isenburg-Büdingen ( 31.12.1496), Gräfin Agnes von Wertheim
Neffe von Gräfin Agnes von Virneburg, Herzogin Anna von Jülich (
1433), Graf Bernhard II. von Solms-Braunfels ( 6.8.1459), Graf
Johann von Solms-Lich (
1457), Katharina von Solms-Braunfels ( 25.9.1450), Gräfin Elisabeth von Solms-Braunfels ( 1.8.1451)
Groß-Neffe von Gräfin Elisabeth von Veldenz ( 1393), Graf Johann IV. von Katzenelnbogen ( 27.10.1444)
Enkel von Herrn Johann II. von Isenburg-Büdingen ( 1408/09) und der Margarete von Katzenelnbogen ( 1438),

Lexikon des Mittelalters:
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1. Diether II. von Isenburg, Erzbischof von Mainz
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* etwa 1412, 6. Mai 1482

Begraben: Mainz, Dom

Sohn des Grafen Diether von Isenburg-Büdingen und der Gräfin Elisabeth von Solms-Braunfels, wurde er früh in allen rheinischen Domstiften bepfründet, 1434 REKTOR der UNIVERSITÄT ERFURT, 1453 DOMKUSTOS in MAINZ. Ambitionen auf das ERZBISTUM TRIER scheiterten 1456. Eine Mainzer Kapitelsfraktion wählte ihn am 18. Juni 1459 gegen Graf Adolf II. von Nassau zum ERZBISCHOF.
Schließlich konnte er sich mit Hilfe des Pfalzgrafen behaupten, geriet aber bald als ERZKANZLER und Anführer der die Reformen in Reich und Kirche betreibenden Kürfürsten und Fürsten in Gegensatz zu Kaiser und Papst, zumal er konziliare Tendenzen begünstigte.
Am 21. April 1461 wurde er daher durch den Papst abgesetzt.
Trotz vorübergehender Erfolge unterlag er 1462 in der Mainzer Stiftsfehde; sein Gegner Adolf von Nassau fand ihn im Zeilsheimer Ausgleich vom 5. Oktober 1463 mit der Nutzung der Einkünfte der Ämter Dieburg, Steinheim und Höchst ab. Nach Adolfs Tod, der D
iether II. von Isenburg als Nachfolger empfohlen hatte, wurde er am 9. November 1475 vom Domkapitel erneut gewählt. Zwar anerkannte ihn der Papst, hingegen erteilte ihm Kaiser FRIEDRICH III. nicht die Lehen. Die territorialen Verluste des Kurstaates während der Stiftsfehde mußte Diether II. von Isenburg hinnehmen, dem Domkapitel erhebliche Rechte zugestehen. - Während der zweiten Regierungszeit widmete sich Diether II. von Isenburg, jetzt mehr geistlichen als territorialen Fragen zugewandt, der Kirchenzucht und der monastischen Erneuerung.
Er betrieb das schon von Adolf von Nassau erwogene Projekt der Universitätsgründung in Mainz 1477 mit Erfolg. Von Einfluß auf die Gestaltung der mit der Theologie besonders die Jurisprudenz pflegenden neuen Hochschule war der mit der Familie PIRCKHEIMER versippte Georg Pfintzing aus Nürnberg. Hier wie in anderen Angelegenheiten war Berthold von Henneberg sein Widersacher. Die Stadt Mainz, die 1462 ihre Freiheit im Kampf mit Adolf verloren und wo
Diether II. von Isenburg seinerseits im Juli 1476 einen Aufstand niedergeschlagen hatte, wurde unter Diether II. von Isenburg zur Hauptstadt des Kurstaates und durch die Universität zum geistigen Zentrum des Mittelrheinraumes, blieb jedoch in der wirtschaftlichen Bedeutung auch weiterhin Frankfurt unterlegen. Gegen die hennebergische Partei setzte Diether II. von Isenburg 1480 als Coadjutor cum iure succedendi Albert III. von Sachsen durch.
A. Gerlich

Literatur:
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NDB III, 668
W. Ziehen, Mittelrhein und Reich im Zeitalter der Reichsreform 1, 1934, 198-208
W. Menn, Der erste Rektor der Univ. Mainz, Jakob Welder v. Siegen, 1950
C. Walbrach, Dieter v. Isenburg-Büdingen. Ein Ebf. und Kfs. vor der Reformation, Büdinger Geschichtsbll. 1, 1957, 7-50
A. Erler, Die Mainzer Stiftsfehde 1459-63 im Spiegel ma. Rechtsgutachten, SB der Wiss. Ges. an der Univ. Frankfurt 1, 1962, Nr. 5, 1963
H. Diener, Die Gründung der Univ. Mainz, AAMz Nr. 15, 1974.

Literatur:
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www.wikipedia.de -