Ulrich V. der Ältere                       Graf von Helfenstein (1340-1372)
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um 1315
7.4.1372 ermordet  

Einziger Sohn des Grafen Johann I. von Helfenstein ( 1.6.1340) und der Adelheid von Hohenlohe-Röttingen, Tochter von Graf Konrad ( 1329/30) und der Elisabeth von Oettingen
Bruder von
Gräfin Katharina von Württemberg ( nach 1387), Anna von Helfenstein (1350) und Elisabeth von Helfenstein,
Neffe
von Ludwig von Helfenstein ( 1292/94 erstochen), Herzogin Agnes von Teck-Hayningen ( nach 7.8.1334),Graf Ulrich IV. von Helfenstein ( Ende 1326) und Schenkin Anna von Weinsberg ( nach 15.10.1361), Gräfin Gutta von Eberstein ( um 1317)
Groß-Neffe von Graf
 
Berthold III. von Graisbach (8.10.1324), Bischof Gebhard von Eichstätt (14.9.1327), Domherrn Heinrich zu Salzburg (17.4.1324), Gräfin Elisabeth von Marstetten-Neuffen ( 1306)
Enkel von
Graf Ulrich III. von Helfenstein ( nach 1315) aus seiner 1. Ehe mit der Adelheid von Graisbach

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 2118
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Helfenstein, Grafen von
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Die von den Vettern Ulrich dem Älteren (1372) und Ulrich dem Jüngeren (1361; durch Heirat mit Maria von Bosnien verschwägert mit dem ungarischen Herrscher-Haus der ANJOU), beide Landvögte in Ober-Schwaben, 1356 vorgenommene Teilung der Familiengüter in eine Blaubeurer und eine Wiesensteiger Linie sorgte für einen raschen Niedergang.
Die Blaubeurer Linie verkaufte die ihr als österrische Erblehen verbliebene Herrschaft Blaubeuren mit der Klostervogtei 1447 an Württemberg und ebenso 1448 die Herrschaft Heidenheim mit den Klostervogteien Anhausen, Herbrechtingen und Königsbronn. Sie erlosch 1517.
Die Wiesensteiger Linie mußte 1396 wegen ihrer Schulden die Stammburg mit dem gesamten Besitz auf der Ulmer Alb und der Vogtei über das Kloster Elchingen an die Stadt Ulm verkaufen. Sie erlosch 1627.
I. Eberl


Schwennicke Detlev: Tafel 58
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"Europäische Stammtafeln. Neue Folge Band XII"

ULRICH V.
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   ermordet 7.IV.1372

1356 in Burg HELFENSTEIN mit GEISLINGEN HILTENBURG mit WIESENSTEIG SPITZENBERG mit ROMMENTHAL
VOGT zu ELCHINGEN
1347 LANDVOGT in OBER-SCHWABEN
1334 min
1353 DER ÄLTERE

vor 26.IV.1352
  oo MARIA VON BOSNIEN
      * 1333
27.IV.1403

Begraben: Überlingen

Tochter von (Vladimir Kotromanic Regent von Bosnien)


Marcus Bulling:
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Ulrich V. "der Ältere", Graf von Helfenstein 1340-1355, Graf von Helfenstein-Wiesensteig 1356-1372, Vogt zu Elchingen, 7.4.1372 ermordet, vermählt mit Herzogin Maria von Bosnien, Tochter von Vladimir Kotromanic (Regent von Bosnien); einziger Sohn des Grafen Johann I. von Helfenstein und der Adelheid von Hohenlohe.
Die von den Vettern Ulrich V. der Ältere und Ulrich VI. der Jüngere vorgenommene Teilung der Familiengüter in eine Wiesensteiger- und eine Blaubeurer-Linie sorgte für einen raschen Niedergang der HELFENSTEINER.
Ulrich V. der Ältere erhält 1356 Burg Helfenstein mit Geislingen, Hiltenburg mit Wiesensteig, Spitzenberg mit Bommenthal und die Vogtei zu Elchingen. Er und seine Ehefrau, Herzogin Maria von Bosnien, führen ein üppiges und prunkvolles Leben und ihre Gelder verschwenden sie auf unsinnige Weise. Aufgrund der Geldnot binden sich die Nachkommen an die Reichsstadt Ulm. Diese leihen ihnen eine große Summe, die sie nicht zurückzahlen können. Aus Liquiditätsschwierigkeiten wird deshalb 1396 die Hälfte des Helfensteiner Besitzes an die Ulmer abgegeben. Dazu gehören u.a. Geislingen, mit der Burg Helfenstein, Altenstadt, Amstetten, Aufhausen und weitere Orte. Daraufhin verlassen die HELFENSTEINER ihre Burg und verlagern ihren Sitz erst auf die Hiltenburg bei Bad Ditzenbach, später dann nach Wiesensteig.


Bühler Heinz: Seite 276,285,324,405-408
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"Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben"

Bei der Teilung der helfensteinischen Güter 1356 fiel Faimingen samt Falkenstein an Graf Ulrich den Jüngeren von Helfenstein. Er gab Falkenstein seiner Tochter Anna in die Ehe mit Herzog Friedrich von Teck.
Den beiden Grafen Ulrich dem Älteren und Ulrich dem Jüngeren von Helfenstein schuldete KARL IV. für ihre Dienste 24.000 Gulden. Dafür hatte er ihnen die Burgen und Städte Giengen, Hellenstein und Heidenheim verpfändet. Nun war er der Meinung, daß die Schuldsumme höher sei als der Wert der verpfändeten Güter und daß er oder sein Nachfolger kaum in die Lage kämen, die Pfänder wieder einzulösen. Deshalb übertrug er die Burgen und Städte Giengen, Hellenstein und Heidenheim mit allen Nutzungen den Grafen von Helfenstein als Erblehen.
Die beiden Grafen Ulrich der Ältere und Ulrich der Jüngere von Helfenstein, zwei Vettern, hatten am 9. Mai 1356 ihre Besitzungen geteilt. Die Stammburg bei Geislingen mit den zahlreichen Gütern war an Ulrich den Älteren gefallen; Ulrich der Jüngere hatte die Herrschaft Blaubeuren und die Güter im Brenztal bekommen. Verständlich, daß er Heidenheim, das bald Herrschaftsmitttelpunkt im Brenztal werden sollte, fördern und dessen Handel und Wandel beleben wollte.
Graf Johann starb im Jahre 1332. Nun übernahmen die beiden Vettern Ulrich der Ältere, Sohn Johanns, unnd Ulrich der Jüngere, Sohn Ulrichs IV. ( 1326) die Verwaltung der Hausbesitzungen. Durch geschicktes Taktieren suchten sie ihre Position im Brenztal auszubauen. Es ging ihnen vorrangig um Giengen und Heidenheim, die zentralen Plätze im Brenztal, die formal dem Reich gehörten, aber wiederholt verpfändet waren.
Im Dezember 1343 gelobten die beiden Grafen von Helfenstein, dem Kaiser LUDWIG mit aller Macht zu dienen, und ließen sich dafür 3.000 Pfund Heller auf Burg und Stadt Giengen anweisen. Als für weitere Dienste der HELFENSTEINER die Schuld des Kaisers wuchs, verpfändete er ihnen um 1346 auch Hellenstein und Heidenheim. Dann aber begann LUDWIGS Stern zu sinken. Die Helfensteiner Grafen fürchteten um die Pfandobjekte, für die sie LUDWIG gedient hatten. Kurz entschlossen wechselten sie die Partei. Einer der Grafen nahm im September 1347 in Prag an der Krönung KARLS zum König von Böhmen teil. Beide waren bei KARL, als er im Oktober 1347 in Taus ein Heer gegen LUDWIG sammelte. Sie ließen sich die Vogtei des Klosters Elchingen, die ihnen LUDWIG entzogen hatte, erneut übertzragen; überdies wurden sie von KARL Ende 1347 mit der oberschwäbischen Reichslandvogtei betraut.
Es galt nun das neue Reichsoberhaupt dazu zu bewegen, daß es die Verpfändungen seines Vorgängers anerkannte. Die Forderungen der Grafen an das Reich beliefen sich auf insgesamt 24.000 Florentiner Gulden. Diese Summe wurde von KARL im Mai 1351 in Prag anerkannt. Da er der Meinung war, daß die Pfandsumme beträchtlich höher sei als der Wert der Pfänder und daß wohl keiner seiner Nachfolger in der Lage sei, diese um eine so hohe Summe auszulösen, überließ er den Grafen die Burgen und Städte Giengen, Hellenstein und Heidenheim samt alle Nutzungen, Kirchensätzen, Gerichten und Zugehör als ein erbliches Lehen.
Wenn nicht alles trügt, haben die Helfensteiner Grafen die Forderungen, die sie an LUDWIG DEN BAYERN hatten, auch bei dessen Sohn, dem Markgrafen Ludwig von Brandenburg, geltend gemacht. Bald nach 1349 sind sie nämlich im Besitz der Herrschaft Faimingen an der Donau, zu der auch die Burg Falkenstein im Eselsburger Tal samt Gütern in Dettingen, Heuchlingen und Hausen ob Lontal gehörte.
König KARL verpfändete 1353 den beiden HELFENSTEINERN alles, was in Sulmentingen (bei Biberach) dem Reich gehörte, und für 600 Mark Silber auch die Vogtei des Klosters Königsbronn.
Hatten die beiden Vettern Ulrich der Ältere und Ulrich der Jüngere den Hausbesitz bisher gemeinsam verwaltet, so scheint es nun zu allerlei Reibungen gekommen zu sein. Nicht unschuldig war daran die Gemahlin Ulrichs des Älteren, Maria, eine geborene Herzogin von Bosnien. Kaiser KARL IV. hatte diese Verbindung gestiftet. Marias reiche Mitgift hatte die Finanzlage ihres Gemahls wesentlich verbessert. Ulrich der Jüngere konnte da nicht mithalten. Gräfin Maria aber war der Meinung, es sei besser, die Herrin eines kleinen Territoriums, als nur Mit-Regentin der ganzen Grafschaft zu sein, und so erwirkte sie deren Teilung. Der Vertrag datiert vom 9. Mai 1356. Durch das Los fielen die Burgen Helfenstin mit der Stadt Geislingen, Hiltenburg mit Wiesensteig, Spitzenberg mit Zugehör sowie Rommental an Graf Ludwig den Älteren.

 
 
 

vor 26.4.1352
  oo Maria von Bosnien, Tochter von Vladimir Kotromanic (Regent von Bosnien)
       1333
27.4.1403

 
 

Kinder:

  Hans II. Domherr zu Straßburg
      
um 1411
 
  oo Agnes Göss von Güssenberg
          
 
 
  Konrad I. Graf von Helfenstein-Geislingen-Spitzenberg
      
1402

  Ludwig Erzbischof von Kolocsa
      
1391

  Agnes von Helfenstein
      
um 1386  

 1370
  oo 2. Heinrich VI. Graf von Wardenberg in Albeck
              
1388

  Beatrix von Helfenstein
      
1385
 
  oo Ludwig XI. Graf zu Oettingen
           
28.10.1440

  Friedrich I. Graf von Helfenstein
       
20.8.1438
 
  Ulrich Domherr zu Straßburg
     

 
  Wilhelm Domherr zu Augsburg
      

 
  Maria von Helfenstein
      

 
  oo in Ungarn
 
  



Literatur:
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Bühler Heinz: Adel, Klöster und Burgherren im alten Herzogtum Schwaben Anton H. Konrad Verlag 1997 Seite 276,285,295,324, 405-408,410,432/433,503,544,564,642,644,666,669,931,934,936,1188,1197 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band XII, Schwaben Tafel 58 -