Sohn des Grafen
Lambert II. von Tonna-Gleichen
Hans Patze/Walter Schlesinger: Seite 190-191
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"Geschichte Thüringens"
Die Lage der Burg Velseck ist nicht bekannt, doch ist es nicht
ausgeschlossen, dass sie an der Stelle stand, wo Ernsts
III. Neffe Heinrich I. die
Burg Gleichenstein erbaute. Landgraf HEINRICH
RASPE brachte im Verlauf einer Fehde mit Heinrich
I. die Vogtei über Erfurt 1234 an sich, doch löste
sie Erzbischof Siegfried III. im gleichen Jahr zurück. Es ist nicht
ausgeschlossen, dass HEINRICH RASPE die
Vogtei über das Marienstift in Erfurt einbehalten hat.
Nachdem ca. 1233 Ernst
III., der 1225 als Präfekt von Mühlhausen entgegentritt,
seinem Neffen Heinrich I. die eichsfeldischen
Besitzungen überlassen hatte, teilten Ernst
IV. und Heinrich I. ihre Güter
in der Weise, dass Ernst
IV. das Gebiet um Erfurt mit den Burgen Gleichen und Tonna
erhielt, während Heinrich I.
das Eichsfeld und die Vogtei über Erfurt gewann. 1234 lud der Landgraf
den Grafen Heinrich I. vor sein Landgericht;
da er offenbar nicht erschien, wurde er geächtet.
HEINRICH RASPE nahm daraufhin die Burg Velseck ein, und
die weiteren Beziehungen Heinrichs I. zum
Landgrafen von Thüringen sind nicht bekannt. Die Beziehungen der Grafen
zum Erzbischof von Mainz trübten sich so sehr, dass Heinrich
I. 1238 vorübergehend den Rusteberg einnahm.
Heinrich I. scheint, ohne dass
wir Näheres darüber wüßten, den Kampf gegen den WETTINER
noch eine Weile fortgeführt zu haben. Offensichtlich hatte dies Besitzverluste
zur Folge. Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts sind weitere Abgänge
an Besitz und Rechten durch Verkauf und Verpfändung von Gütern
wahrzunehmen. Die Stellung der Grafen in Erfurt wurde immer schwieriger.