Gerhard II. von Eppstein                           Erzbischof von Mainz (1288-1305)
---------------------------
um 1230-25.2.1305
 

Begraben: Mainz, Dom

Sohn des Herrn Gottfried II. von Eppstein und der Elisabeth von Isenburg, Tochter von Graf Heinrich
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1313
*******************
Gerhard II. von Eppstein,  Erzbischof von Mainz 1289-1305
---------------------------
* um 1230, + 25. Februar 1305

Begraben: Mainz, Dom

Eltern: Gottfried II. von Eppstein; Elisabeth, Tochter des Heinrich von Isenburg und der Mechthild von Hochstaden

Beziehungen seiner Sippe und besonders des Vetters Werner, Erzbischof von Mainz, förderten seit 1251 Bepfründungen mit Domkanonikaten in Mainz und Trier sowie den Propsteien St. Bartholomäus in Frankfurt, Münstermaifeld, Dietkirchen und St. Peter in Mainz. Zunächst Rivale in zwei Doppelwahlen 1285 und 1288, bestätigte ihn Papst Nikolaus IV. als Erzbischof von Mainz am 6. März 1289 und konsekrierte ihn. Die eigenständige und wiederholt gegen das Königtum gerichtete Politik der Vorgänger aus seinem Hause fortführend, überging er 1292 ALBRECHTS I. Thronkandidatur und wählte ADOLF von Nassau, mit dem er sich verfeindete und den er stürzte, um sich den in der Schlacht bei Göllheim siegreichen HABSBURGER im Juli 1298 zuzuwenden. Als Anführer der rasch wieder erwachten Fürstenopposition erlitt er im Feldzug des Königs eine schwere Niederlage, mußte erhebliche Kriegsentschädigungen zahlen, Burgen und Zölle am Rhein und Main ausliefern. Eine Revision dieses Zustandes mit Einschaltung der Päpste Bonifatius VIII. und Benedikt XI. hat er bis zu seinem Tode nicht erreicht.
Als letzter EPPSTEINER auf dem Mainzer Stuhl stritt die Anerkennung der Erzkanzlerrechte. In der Territorialpolitik bemerkenswert sind der vorübergehende Ausgleich mit den Landgrafen von Hessen, dem er 1292 zur Erhebung in den Reichsfürstenstand verhalf, Besitzabrundungen im Eichsfeld, Erwerbungen im Bauland. Eine Provinzialsynode in Aschaffenburg gab 1292 Normen für die geistliche Tätigkeit. zeitweise Schwierigkeiten bereiteten Gegensätze zwischen Bettelorden und Pfaffklerus. - Die zeitgenössischen österreichischen Quellen zeichnen ein wenig günstiges Charakterbild, sind jedoch in ihrer Einseitigkeit kritisch zu beurteilen, zumal eine eigene Mainzer Chronistik fehlt. Nicht bestreitbar ist seine Erstrangigkeit in der Festigung des Dualismus im Verhältnis des Kurfürstentums zum Königtum.

Quellen:
--------
MG Const. III, IV - E. Vogt, Reg. der Ebf.e v. Mainz I, 1, 1913 - RI VI, 2, 1948.

Literatur:
---------
JDG Albrecht I, 1932 [A. Hessel] - NDB VI, 268f. - A. Gerlich, Kgtm., rhein. Kfs.en und Gf.en in der Zeit Albrechts I. v. Habsburg (Gesch. LK V, 2, 1969), 25-88 - H. Patze, Ebf. Gerhard II. v. Mainz und Kg. Adolf v. Nassau, HJL 13, 1963, 83-140.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------