Sohn des N.N. Colonna aus der Linie der Colonna
von Gallicano
Lexikon des Mittelalters: Band III Seite 57
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Colonna, Landolfo
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+ 1331
Aus der Linie der Colonna von Gallicano
Onkel des Chronisten und Biographen Giovanni (+ 1344)
Er hielt sich von 1299 bis 1328 in Chartres (wo er seit
1290 Kanoniker war) auf und benutzte sehr eifrig die dortige Bibliothek,
von der er zahlreiche Bücher ausleihen konnte. Er verfaßte drei
Schriften, die mit Zitaten und gelehrten Anspielungen angefüllt sind.
Im Rahmen des Auseinandersetzungen über die Autorität des Kaisers
hatte sein "Tractatus de statu et mutatione imperii" (vor 1324) beachtlichen
Einfluß: das Werk zeigt guelfische Tendenz, wurde aber von Marsilius
von Padua benutzt. Nur geringe Verbreitung genoß jedoch sein Johannes
XXII. gewidmeter "Tractatus brevis de pontificalöi officio" über
die Pflichten der Bischöfe, und noch weniger bekannt wurde seine Weltgeschichte
mit dem Titel "Breviarium historiarum", die dem gleichen Papst gewidmet
war. Infolge seines wenig luziden Stils ist Landolfo
weniger als Schriftsteller, sondern vor allem als gebildeter Bibliophile
von Interesse: Unter seinen Büchern befanden sich herausragende Werke,
die an Petrarca, seinen Neffen Giovanni
und an Giovanni Cavallini
de'Cerroni gelangten. Nachdem er aus Chartres nach Avignon gegangen war,
wo er 1329 belegt ist, starb Landolfo 1331
wahrscheinlich in Rom.