Giovanni Colonna                           Dominikaner
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um 1300- gegen 1343/44
 

Sohn des N.N. Colonna aus der Linie der Colonna von Gallicano
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Seite 56
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Giovanni Colonna, Dominikaner
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* um 1300, + gegen 1343/44

Aus der Linie der Colonna von Gallicano

Trat mit etwa 20 Jahren in den Dominikanerorden ein, 1320 studierte er in Paris Theologie und wurde 1324 zum Praedicator generalis ernannt. Er war einige Jahre lang Kaplan des Bischofs von Nicosia, Giovanni Conti, Dominikaner. Während seines Aufenthalts in Frankreich konnte er die Schule und die Bibliotheken von Chartres, wo sein Onkel Landolfo Kanoniker war, sowie von Amiens und Troyes besuchen. In Avignon lernte er Petrarca kennen, der acht seiner "Epistulae familiares" an ihn adressierte und in dessen Begleitung er 1337 die antiken römischen Ruinen besichtigte. Das Datum seiner Rückkehr nach Italien steht nicht fest. 1338 war er Vikar des römischen Klosters S. Sabina, ein Jahr später Lektor im Konvent von Tivoli. Von seinen literarischen Werken sind "De viris illustribus" und "Mare historiasrum" besonders hervorzuheben. In der erstgenannten Schrift zeichnet er etwa 330 literarische Porträts von großen Männern der Vergangenheit (Christen und Heiden). Auffälligerweise fiel seine Wahl im Gegensatz zu der Vorgangsweise Petrarcas, der zu gleicher zeit ein homonymes Werk begann (ohne es allerdings zu vollenden), nicht in erster Linie auf Condottieri und Politiker, sondern auf Schriftsteller und Denker. Nach einem biographischen Abriß beschreibt er ihre wichtigsten Schriften, diskutiert häufig über die Authenzität der ihnen zugeschriebenen Werke - was besonders beachtenswert ist - und bietet nützliche Hinweise auf deren historische Überlieferung. Das um 1340 in Italien begonnene "Mare historiarum" war als Universalchronik geplant und sollte vom Ursprung der Welt bis in Giovanni Colonnas Zeit reichen; wahrscheinlich durch den Tod des Verfassers unvollendet geblieben, beschreibt es in sieben Büchern Ereignisse bis in die Mitte des 13. Jh. In beiden Werken zeigt Giacomo Colonna eine gute direkte Kenntnis vieler Autoren: von den antiken und patristischen Schriftstellern kennt er Valerius Maximus, Sueton, Seneca, Lactantius, Eusebius, Hieronymus, Augustinus, von den späeren Autoren Johannes von Salisbury, Walter Burleigh, Romuald von Salerno, Wilhelm von Nangis sowie die berühmtesten Historiker und Enzyklopädisten des Dominikanerordens (Vinzenz von Beauvais, Martin von Troppau, Geraedus de Frache-t(o) und Jakobus de Voragine).