Begraben: Stiftskirche von St. Die
Ältester Sohn des Herzogs
Dietrich II. von Ober-Lothringen aus seiner 1. Ehe mit der Hedwig
von Formbach, Tochter von Graf Friedrich
Simon I. folgte 1115 seinem Vater
und mußte sich nachbestätigen lassen. Er stand auch ständig
gegen Große und Bischöfe, die seine herzogliche Macht mehr und
mehr einzuschränken versuchten, was auch gelang, zumal sein Herzogtum
kein geschlossenes Gebiet war. Er unterstützte seinen Stiefbruder
Dietrich
im Flandernerbkrieg und seinen kaiserlichen Halbbruder LOTHAR
III. im Reich. Er förderte Kirche und Klöster sehr,
führte viele Fehden im Stil seiner Zeit, besonders gegen Bar, das
durch die Jahrhunderte "Erbfeind" blieb.
Walter Mohr: Band III Seite 20-22
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"Die Geschichte des Herzogtums Lothringen"
Wie sein Vater hat Simon I. in den
noch andauernden Aueinandersetzungen zwischen Kaisertum und Papsttum auf
seiten des Kaisers gestanden. So hat er im Jahre 1117 seine Söhne
Dietrich und Gerhard zu dessen Unterstützung nach Italien geschickt.
Er hat dann die kaiserliche Urkunde mitunterzeichnet, die zum Vertragswerk
des sogenannten Wormser Konkordates gehört. Inwieweit er weiterhin
eine Rolle unter HEINRICH V. gespielt
hat, ist nicht bekannt. Mit dessen Tode ergab sich eine bedeutende Stufe
in der Geschichte des oberlothringischen Herzogtums, denn der neu erhobene
König LOTHAR war ein Halbbruder
Herzog Simons. LOTHARS
Mutter Hedwig
von Formbach hatte sich nach dem Tode ihres Gemahls, des Grafen
Gerhard von Supplinburg, in 2. Ehe mit Herzog
Dietrich von Ober-Lothringen verheiratet und war so die Mutter
LOTHARS und Simons.
Der oberlothringische Herzog gehörte demzufolge gegenüber der
Opposition der STAUFER zu der treuen
Anhängerschaft LOTHARS und ist
vorerst öfters in seiner Umgebung festzustellen. So finden wir ihn
im Januar 1126 in Straßburg, im Juni 1128 in Aachen, im Jahre 1131
in Lüttich am Hofe.
Die Bedeutung von Simons Stellung in den Reichsgeschäften läßt
sich erkennen, als zu Beginn des Jahres 1132 der König einen Italienzug
vorbereitete. Da die STAUFER sich noch
immer in Opposition befanden, wurde den Herzögen von Bayern und Ober-Lothringen
die Aufgabe zuteil, den Schutz des Reiches gegen die Opposition zu übernehmen
während der Zeit, da der König in Italien weilen werde. Aber
noch ehe LOTHAR auszog, kam es für
Simon auf einem Hoftag in Aachen im April 1132 zu Auseinandersetzungen
mit dem vor kurzem erhobenen Erzbischof Albero von Trier, der erst hier
die Anerkennung des Königs als Erzbischof erhielt. Sobald das nämlich
geschehen war, trat Albero in den Angelegenheiten seines Erzbistums energisch
auf und geriet sofort an Herzog Simon,
dem vorgeworfen wurde, sich gegen Güter der Trierer Kirche und besonders
gegen das Stift St. Die vergangen zu haben. Simon
hatte die Anklagen des Erzbischofs anscheinend nicht allzu ernst
genommen, wobei er wohl auf seine Verwandtschaft mit dem König baute.
Er war deshalb in Aachen erschienen. Sein Gegner indes war entschlossen,
seine Autorität durchzusetzen. Irgendwie kam es zu einer Konfrontation,
über die wir nur das eine sicher wissen, dass der Erzbischof über
den Herzog die Exkommunikation aussprach. Als dann Simon doch noch zum
Ostergottesdienst erschien, protestierte Albero beim Verlesen des Evangeliums
in einer Weise gegen seine Anwesenheit, dass er die Kirche verlassen mußte.
Die Gründe für diese Auseinandersetzungen lagen tiefer, als
das auf den ersten Blick das Ansehen hat. Die Entwicklung ist wohl in der
Hauptsache dahin zu verstehen, dass bereits Herzog
Gerhard aus dem Besitz seines Hauses heraus die Vogtei über
die Abtei Remiremont und auch die Oberherrschaft über St. Die besaß.
Nun waren gerade die beiden Orte wichtig für die Beherrschung der
Vogesenpässe, um eine Verbindung zu den elsässischen Besitzungen
der Herzöge zu wahren. Außerdem ging es dabei um den in diesem
Raum gelegenen Besitz der Bischöfe von Metz, der durch die Stützpunkte
in Remiremont und St. Die entsprechend unter Kontrolle gehalten werden
konnte. Allerdings wissen wir nicht, wie sich das Verhältnis Herzog
Simons zur Abtei Remiremont in seinen ersten Regierungsjahren
entwickelt hat. Der schon erwähnte Brief Papst Innocenz II. aus dem
Jahre 1132 könnte vermuten lassen, dieses Verhältnis sei sogar
einigermaßen erträglich gewesen. Indessen hat die Abtei dann
wenigstens eine Zeit lang wieder unter erheblichen Belästigungen gelitten.
Zwar läßt sich nicht deutlich erkennen, von welcher Seite das
geschah, doch scheint es in diesem Zusammenhang bedenklich, dass der Papst
bereits kurz nach dem erwähnten Brief vom Januar 1132, nämlich
im März, eigens den Schutzbrief Kaiser HEINRICHS
V. vom Jahre 1114 für die Abtei bestätigte. Das ließe
dann doch wieder auf Spannungen zwischen ihr und dem Herzog schließen.
Da Simon kurz vor den Aachener
Ereignissen gegenüber Remiremont nachgegeben hatte, war das wohl in
der Absicht geschehen, einen günstigen Eindruck hervorzurufen und
auf diesem Wege seinen Standpunkt in den Angelegenheiten von St. Die aufrechtzuerhalten.
Nach dem Auftreten des Trierer Erzbischofs in Aachen ist er jedoch rasch
auch darin zurückgewichen, es kam noch im Jahre 1132 zu Verhandlungen,
die in Diedenhofen geführt wurden, an denen außer Erzbischof
Albero die Bischöfe von Metz, Toul und Verdun, sowie Äbte und
auch Mitglieder des Laien-Adelsteilnahmen. In dieser Versammlung hat Simon
in vollem Sinne nachgegeben, worauf die Exkommunikation aufgehoben wurde.
Er hatte ausdrücklich darauf zu verzichten, die Mönche von St.
Die zu seinem Pfalztagen aufzubieten und ihnen seine Steuern aufzuerlegen.
Auf die Abmachungen mußten sich auch seine Gemahlin und sein Sohn
Matthaeus
verpflichten. Vom Papst wurde das Ganze dann eigens bestätigt.
Simon war also damals nicht mit König
LOTHAR nach Italien gezogen. Wir finden ihn indes gleich nach
der Rückkehr des neuen Kaisers bereits Anfang November 1133 in Basel
in dessen Umgebung. Ob er ihn auf seinem 2. Zug nach Rom im Jahre 1136
begleitet hat, bleibt ungewiß, die Wahrscheinlichkeit spricht eher
dagegen. Bei der Rückkehr von diesem Zuge ist der Kaiser bekanntlich
Anfang November 1137 gestorben [Persönlicher Einwurf: Ich meine,
dass das richtige Todesdatum der 4.12.1137 ist.]. Als neuer deutscher König
wurde LOTHARS ehemaliger Gegner KONRAD
von Schwaben erhoben. Herzog Simon
als naher Verwandter und Anhänger LOTHARS
hat sich von der Wahl KONRADS III.
ferngehalten, hat aber auch keinen Widerstand geleistet. Ein genauer Einblick
in die Verhältnisse ist allerings auch nicht möglich.
Simon hat übrigens seine Ziele
gegenüber der Abtei Remiremont nicht aufgegeben, und die Bedrückungen
hörten demgemäß nicht auf. Auf neue Klagen der Äbtissin
hin schritt Papst Innocenz II. zur Exkommunikation des Herzogs und belegte
seine Allodien mit dem Interdikt. Er beauftragte im Dezember 1138 die Bischöfe
von Metz und Toul mit der Durchführung seiner Anordnungen. Ehe diese
Maßnahmen in Lothringen bekannt wurden, ist Herzog
Simon gestorben, wahrscheinlich am 14. Januar 1139. Er
wurde, obwohl er exkommuniziert war, in der Stiftskirche von St. Die begraben,
worauf der Papst über die Kirche das Interdikt verhängte.
oo Adelheid von Löwen, Tochter des Grafen Heinrich II.
- um 1159 seine Stiefschwester
Adelheid war zuletzt Nonne in Tart bei Dijon.
Kinder:
Matthäus I.
um 1110-13.5.1176
Agathe
-
oo Rainald III. Pfalzgraf von Burgund
-22.1.1148
Eltern der Kaiserin Beatrix
Bertha
- 1148/53
oo Hermann II. Markgraf von Baden
-16.1.1160
Hedwig
-
oo Friedrich II. von Dampierre Graf von Toul
- um 1142
Robert Herr zu Flörchingen
- vor 1208
Robert begründete diese Linie, die zu bedeutungslosen Grundherren
herabsank, obwohl der höchsten Reichsaristokratie entstammend. Sie
endete um 1418 mit Robert IV.