Sohn des Herrn
Philipp III. von Bolanden-Hohenfels
Bosl Karl: Seite 271
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"Die Reichsministerialität der Salier und Staufer"
Werner
IV. steht mit seinem Sohn, dem Schenken Werner, seit 1249 auf der
Seite des
Gegenkönigs WILHELM von Holland,
zu dem seit 1255 auch
Philipp von Falkenstein und Philipp von
Hohenfels (hoch über Imsbach und westlich von Donnersberg)
stoßen. Letzterer, den wir schon von 1220-1277 nachweisen, der Sohn
Philipps
III. von Bolanden, gehört zu den starken Persönlichkeiten
des Hauses, die lange eine angesehene Stellung im Reichslehen einnahmen.
Vielleicht schon 1242 war er Prokurator am Mittelrhein. Sicher hat ihn
König
RICHARD dieses mit militärischen, administrativen und richterlichen
Befugnissen ausgestattete Amt mit Wesel und Boppard 1258 übertragen,
in dem er 1248 zuerst und 1249 nachweisbar ist, wobei er auch den Hofamtstitel
des imperialis aulae camerarius trägt. 1242 bis 1244 spielte Philipp,
der 1250 den Titel "officialis Boppardiensis" trägt, in den Kämpfen
um Castel zwischen KONARD IV. und dem
anti-staufischen Mainzer Metropolitan
eine führende militärische Rolle, die bereits damals mit seinem
Amt als Statthalter zusammenhängen kann. 1249 und 1250 verteidigte
er für die STAUFER das als Reichsgutmittelpunkt
wichtige Boppard gegen WILHELM von Holland,
der ihm aus Rache dafür hohenfelsische
Dörfer verwüstete. Philipp von Hohenfels
war vor allem bemüht, wichtige Rheinzölle in seine Hand zu bringen,
auch errichtete er selbst Raubzölle zu seinen Gunsten und nützte
seine Stellung unter König RICHARD
besonders zu großen Bedrückungen der Besitzungen der Mainzer
Stifter und Abteien aus, von denen er Steuern erpreßte. 1254 hatte
er sich mit seinem Vetter Philipp
von Falkenstein, mit dem er manches gemeinsam hat, als Vermittler
an den Vorbereitungen zur Gründung des rheinischen Städtebundes
beteiligt und war ihm auch beigetreten.