Nach S. Krüger Sohn des Bennid
Annalen von Fulda
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Das Jahr 880.
Ein rauher Winter und länger als gewöhnlich
ausgedehnt; der Rhein und Main, von Kälte zugefroren, gestatteten
lange Zeit eine Betretung. König Hludowich
feierte den Geburtstag des Herrn in Frankonofurt; darauf nach Gallien
abgereist, empfing er die zu ihm kommenden Söhne Hludowichs
und unterwarf seiner Gewalt das ganze Reich Hluthars.
Von da sandte er ein Heer zur Vertreibung der Nordmannen, welche sich in
dem Flusse Scalta (Schelde) lange Zeit festgesetzt hatten. Eine Schlacht
fand statt und er streckte mehr als 5000 von ihnen nieder. In diesem Treffen
fiel des Königs Sohn Hugo.
In Sachsen wurde unglücklich gegen die Nordmannen gekämpft; denn die Nordmannen gewannen den Sieg und tödteten zwei Bischöfe, deren Namen sind: Thiotrih und Markwart und zwölf Grafen, also genannt: Brun, Herzog und Bruder der Königin, Wicmann, Bardo, einen anderen Bardo, einen dritten Bardo, Thiotheri, Gerrich, Liutolf, Folcwart, Avan, Thiotric, Liuthar, sammt allen, welche ihnen folgten. Außerdem streckten sie achtzehn königliche Trabanten mit allen ihren Leuten nieder, deren Namen folgende sind: Aderam, Alfwini, Addasta, Aida, ein anderer Aida, Dudo, Bodo, Wal, Haulf, Hildiwart, Ruodtag, Hitti, ein zweiter Wal, Ratheri, Adalwini, Werinhart, Thiotrih, Ailwart, ungerechnet Unzählige, welche sie in die Gefangenschaft führten.
Wichmann comes war vermählt mit Imhild (Kaufunger UB I, nr. 3, p. 4) und fiel 880 gegen die Dänen. (Ann. Fuld. MG SS I, p. 393). Zeuge in Vaake bei Veckerhagen, Kr. Hofgeismar, Ötenhausen und in der Ziesdorfer Mark.
Krüger Sabine: Seite 82
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"Studien zur sächsischen Grafschaftsverfassung"
Amelung und
Wichmann
sind uns als Söhne Bennids
zwar nirgends ausdrücklich
bezeugt, doch darf man sie wohl dafür halten, da Bennids Name
bei Amelungs
Sohn wiederkehrt.
Amelung
und Wichmann
sind uns in der ersten Kaufunger Urkunde ausdrücklich als Brüder
genannt. Über ihre Familienverhältnisse sind wir ein wenig besser
unterrichtet. Im gleichen Diplom erhalten wir auch Nachricht über
Wichmann,
den von Heinemann wohl richtig mit dem 880 gefallenen Grafen identifiziert.
Dann sind wohl auch Trad. Corb. §§ 458; 470; 485 auf ihn zu beziehen.
Er war vermählt mit einer Imhilde, deren Abkunft wir nicht
kennen. Sie könnte eine Tochter des Grafen Ricdag gewesen sein, dessen
Gemahlin den gleichen Namen trug. Als Sohn Wichmanns
und Imhildes nennt sich Athelbert comes, als Enkel Billunc. Wahrscheinlich
ist er identisch mit dem Billung, der 863 zusammen mit Unwan und Baldung
eine Tradition in Steinach macht. Sie waren sicherlich untereinander und
mit der Rihhild verwandt, die ihnen den Besitz iure hereditario hinterlassen
hatte. Vielleicht dürfen wir in ihr eine Tante der 3 und Schwester
des Grafen Athelbert sehen.
oo Imhild, eventuell Tochter des Grafen Ricdag
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Kinder:
Aethelbert comes
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Rihhilt
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Literatur:
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Annalen von Fulda Seite 113 a. 880 - Krüger,
Sabine: Studien zur Sächsischen Grafschaftsverfassung im 9. Jahrhundert,
Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1950 Veröffentlichung der
Historischen Kommission für Hannover Seite 82 -