Sohn des N.N.
Althoff Gerd: Seite 410
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"
G 102
Lü. 8.8. Bitti com
Wedekind, Noten 1, S. 187 identifiziert diesen Eintrag
mit Buthue, der nach dem Bericht Helmholds
(I, 26) um 1071 in Plön erschlagen wurde; vgl. dagegen schon Bork,
Billunger Seite 176, Anm. 3.
Da im Codex Ambrosianus M 12 supp. zum 7.8. ebenfalls
der gleiche Bitti erscheint, der damit
dem 9. Jahrhundert zuzurechnen ist, geht der Vorschlag Wedekinds fehl.
Zu den necrologischen Notizen im Cod. Ambr. vgl. Prinz,
Der Karolingische Kalender der Handschrift Ambros. M 12 sup, S. 297.
Bitti gehört
zu den ältesten Personen, die ins Lüneburger Necrolog aufgenommen
wurden.
Zu diesen Spuren von den Anfängen des billungischen
Gebetsgedenkens siehe ausführlich oben Seite 71.
Im Necrolog S. Mich. Lun. Wedekind Not. III, 57 findet sich unter dem 8. August der Vermerk "Bitti comes et Godeschalci 1 (sic.)", worin Wedekind und ihm folgend auch die spätere Forschung den Namen Buthues zu erkenenn meinte (Wedekind Not. I, 187 f.) eine Abwandlung, die uns aber sonst nirgends begegnet. Über die Wahrscheinlichkeit dieser Annahme mag man daher streiten können. Man wird deshalb von der Verwertung dieses Datums besser absehen.
Althoff, Gerd: Seite 67,71
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"
Von den Laien ließ sich nur eine Person sicher dem
9. Jahrhundert zuweisen. Der am 8. August im Necrolog genannte Bitti
comes ist wohl mit dem am 7. August in ein Kalendar des Abtes Hartbert
von Lobbes eingetragenen Bitti gleichzusetzen. Das Kalendar
führte der Abt von Lobbes in seinem sächsischen Exil, er hielt
sich unter anderem in Corvey auf. Da er den Todesnachrichten die Angaben
des Wochentages, an dem die Personen verstarben, hinzufügte, läßt
sich ermitteln, daß der Graf Bitti höchstwahrscheinlich
868 oder 874, in jedem Falle aber im 9. Jahrhundert verstarb [250
Vgl.
Prinz, Der karolingische Kalender, Seite 297.]. Weitere Aussagen zu seiner
Person sind nicht mglich, da er sonst bisher nicht nachgewiesen werden
kann.
Die Verwandtengruppe übergab also ihre für
den geistlichen Stand bestimmten Söhne zunächst dem Corveyer
Konvent. Vor diesem Hintergrund ist der Eintrag Bitti comes
ins Lüneburger Necrolog, dessen ja auch in Corvey gedacht wurde, von
höchstem Interesse, zeigt er doch, daß Beziehungen zwischen
dem Corveyer Konvent und den Vorfahren der BILLUNGER
bereits im 9. Jahrhundert nicht unwahrscheinlich sind.
Literatur:
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Althoff, Gerd: Adels- und Königsfamilien
im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München
1984 Seite 67,71,410 - Bork Ruth: Die Billunger. Mit Beiträgen
zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert.
Dissertation Greifswald 1951 Seite 176, Anm. 3 -