Jolanthe die Ältere von Bar                       Königin von Aragon
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um 1370-13.7.1431
                Barcelona

Begraben: Poblet (seit 1460)
 

Tochter des Herzogs Robert I. von Bar und der Marie von Frankreich, Tochter von König Johann II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 1709
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Violante von Bar, Königin von Aragon
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* um 1356, + 3. Juli 1431
                   Barcelona

Begraben: Poblet (seit 1460)

Eltern: Herzog Robert I. von Bar und Maria von Valois, Schwester König Karls V. von Frankreich

oo 1380 Herzog Johann von Gerona (Johann I. von Aragon)

Von 7 Kindern überlebte einzig Violante (1381-1442; oo 1400 Ludwig II. von Anjou)

Die Eheschließung Johanns mit Violante von Bar, die eine stärkere Bindung des Thronfolgers an Frankreich und die clementinische Observanz bedingte, trug zu dessen Zerwürfnis mit seinem Vater Peter IV. und dessen Gattin Sibilla de Fortia bei. Nach dem Tode Peters 1387 wurde der Besitz Sibillas eingezogen und Violante übertragen. Die in Paris erzogene Violante von Bar hielt in Barcelona prunkvoll Hof; ihr kunstliebender Gatte stand völlig unter ihrem Einfluß und der von ihr geförderten Hofkamarilla. Die Hinwendung zu Frankreich verschärfte die Konflikte in Reichsinnern. Nach dem Tode Johanns (1396) entging Violante mit Mühe einer Anklage. Martin I. schloß 1398 mit ihr einen Vertrag über die Ablösung königlicher Rechte und Einkünfte, da dank der Schenkungen Johanns I. der Großteil der Krongüter in Aragon in ihrem Besitz war. Nach dem Tod Martins I. (1410) verfocht Violante von Bar erfolglos (Compromiso de Caspe) die Ansprüche ihres Schwiegersohnes Ludwig II. von Anjou und ihres Enkels, Herzog Ludwig von Kalabrien, auf die Nachfolge in Aragon.
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Vones Ludwig:
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„Geschichte der Iberischen Halbinsel“

In der Krone Aragon war Johann I. el Cacador (1387-1396), der während seiner Infantenzeit Herzog von Girona gewesen war, auf seinen Vater Peter IV. gefolgt. Er sollte durch eine prächtige und kulturell hochstehende Hofhaltung glänzen, was ihm ebenso wie Karl III. von Navarra den Ruf eintrug, einer der 1. Fürsten der Frührenaissance gewesen zu sein. Durch seine Ehen mit Martha von Armagnac (1373) und vor allem Violante von Bar (1379), einer Nichte Karls V. von Frankreich, wurde er auf die französische und damit - in den die politischen Konstellationen durcheinanderwirbelnden kirchlichen Wirren - auf die clementistische Seite gezogen, wodurch ein Zerwürfnis mit seinem Vater Peter IV. entstand. Dieser hatte ihn als zukünftigen Gatten für Maria, die Erbin des Urban VI. anhängenden Inselkönigreich Sizilien, vorgesehen. Kaum auf dem Thron, verließ Johann I. die Politik der Indifferenz gegenüber den kirchlichen Spannungen, die sein Vater zu seinem eigenen Vorteil meisterhaft betrieben hatte, und führte am 4. Februar 1387 eine Entscheidung zugunsten Clemens' VII. herbei, dem nicht zuletzt aufgrund der Unterstützungen durch das Königshaus 1394 mit dem Kardinal Pedro de Luna als Benedikt XIIII. ein Mitglied dieses einflußreichen aragonesischen Adelsgeschlechts auf dem Papststuhl folgen sollte. Da der aragonesische König schon zu Lebzeiten seines Vaters mit den städtischen Schichten und den zum Niederadel zählenden Fortia in Konflikt geraten war, wundert es ebenfalls nicht, dass er nach der Regierungsübernahme in erster Linie außer dem Hochadel die ogligatorischen Strömungen förderte und die bis dahin auf dem Vormarsch befindlichen popularen Schichten wie auch das städtische Patriziat entschlossen zurückdämmte. Der auf Betreiben der Königin Violante erfolgten Entmachtung der Fortia und ihres Angangs entsprach eine Regierungspraxis, die unter dem jagd- und lebensfreudigen Monarchen weitgehend ohne Konsultation der Cortes auskam und wichtige Entscheidungen den Händen einer ausgewählten Hofcamarilla anvertraute.
Man hat diese Art der Herrschaftsauffassung als aristocratisme charakterisiert, nicht ohne gebührend darauf hinzuweisen, dass die Unbotmäßigkeiten des Hochadels bestraft wurden und gleichermaßen der Niederadel nun das Recht erhielt, auf den überlangen Cortes von Monzon (13. November 1388-1. Dezember 1389) erstmals einen eigenen, vierten brac zu bilden. Allerdings lag es dem König dann fern, auf den Rat der Cortes wirklich Wert zu legen. Angesichts dieser unentschlossenen Schaukelpolitik konnte es nicht ausbleiben, dass sich die aufgestauten Emotionen irgendwann explosionsartig entluden. Den willkommenen Anlaß bot die Welle der Judenverfolgungen, die in Kastilien ausglöst worden waren. Der Pogrom von 1391 geriet im Bereich der Krone Aragon besonders in Altkatalonien zum Ausdruck der Unzufriedenheit breiter, vorwiegend städtischer  und in Abhängigkeit lebender bäuerlicher Volksschichten mit der Königsherschaft, ihrer sozialen Lage und ihren eingeschränkten politischen Wirkungsmöglichkeiten. Diese Unzufriedenheit manifestierte sich religiös und beabsichtigte, mit den Juden als Schutzbefohlenen der Krone in Wirklichkeit gleichfalls eine Randzone königlicher Machtentfaltung zu treffen. Gewiß waren die Motivationen vielfältig, doch wuchs sich die Bewegung vor allem in Barcelona und Girona zu Aufständen gegen die etablierte Ordnung aus - hier gegen das nach der Aufhebung der Maßnahmen Peters IV. nach wie vor reformbedürftigte Stadtregiment und dort gegen die vom König gestützte oligarchische Obrigkeit.
Die Bestrafung einiger Schuldiger und die Unterdrückung der oppositionellen Strömungen konnte natürlich das strukturelle Problem ebensowenig an der Wurzel packen wie jene Schutzbehauptung, die die eingerissenen Mißstände und das in vielen Fällen manifeste Versagen der Verwaltung auf den Beraterkreis um den König schob. Die katastrophale Entfremdung des Königsguts war auch eine Folge der ruinösen Außenpolitk Johanns I. und seiner Gattin Violante, durch die die Krone Aragon aus ihren gewachsenen Bindungen herausgerissen und an die Seite Frankreichs sowie - durch das 1390 abgeschlossene Projekt einer Heiratsverbindung zwischen Johanns Tochter Violante und Ludwig II. von der Provence - der provenzalischen ANJOU-Linie gedrängt worden war. Dies hatte aber zur Folge gehabt, dass das Königreich in die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen innerhalb des Bannkreises der französischen Krone hineingezogen wurde. Was nichts anderes bedeutete, als dass der Kampf zwischen den Armagnacs, die mit dem Haus ORLEANS verschwägert waren und den nach den Herzögen von Burgund benannten Bourguignons auch auf den Boden Kataloniens übergriff. Die ernsthafteste Bedrohung ging dabei von Graf Bernhard von Armagnac selbst aus, der Rechte über das Königreich Mallorca sowie die Grafschaften Roussillon und Cerdagne beanspruchte und dieser kaum einklagbaren Forderung 1389 durch einen Feldzug erfolglos Nachdruck zu verleihen suchte. Ähnlich finanzzerrüttend wirkten sich die Daueraufstände auf Sardinien und die geldverschlingenden Unternehmungen zur Befriedung des sizilischen Königreichs aus. Zumindest hier wurde eine zukunftsträchtige Regelung Realität, als der Infant Martin, der jüngere Bruder Johanns I., die Insel auf lange Sicht unter Kontrolle bekommen und seinen gleichnamigen Sohn Martin el Joven, seit 1390 Gatte der Erbin Maria, 1398 als König installieren konnte. Johann I. starb überraschend am 19. Mai 1396 auf der Jagd.
 
 
 
 

 1380
  oo 2. Johann I. der Jäger König von Aragon
          27.12.1350-19.5.1396
 
 
 
 

 Kinder:

  Jolanthe
  1384-14.12.1443

2.3.1400
  oo Ludwig II. von Anjou Graf von Provence
       7.10.1377-29.4.1417