Begraben: Augustiner-Chorherrenstift in
Klosterneuburg
2. Tochter des Kaisers HEINRICH
IV. aus dem Hause der SALIER aus seiner 1.
Ehe mit der Bertha
von Turin, Tochter von Graf
Otto
Klauser Heinrich: Seite 16
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"Lexikon deutscher Herrscher und
Fürstenhäuser"
Agnes, Markgräfin
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† 24.11.1143
Tochter Kaiser HEINRICHS IV., war in 1. Ehe mit dem STAUFER Friedrich I. verheiratet.
Dieser Ehe entstammten zwei Söhne:
Herzog Friedrich von Schwaben und der
spätere
König
KONRAD
III.
Nach dem Tod ihres Mannes heiratete sie 1106 den BABENBERGER-Herzog
Leopold
III.
Der Legende nach hat Markgraf Leopold das
Stift
Klosterneuburg an jener Stelle errichtet, an der er den während
des
Jagdausflugs verlorenen Schleier seiner Gattin wiedergefunden hatte.
Nach
dem Tode ihres Mannes griff Agnes tatkräftig
in die Regierungsgeschäfte ein.
AGNES VON WAIBLINGEN
* Ende 1072, † 24.9.1143
Klosterneuburg (Niederösterreich)
Zur Belohnung für treue Dienste gab Kaiser
HEINRICH IV. 1079 seine erst siebenjährige Tochter
Agnes
von Waiblingen dem Herzog Friedrich I. von Staufen zur
Frau und begründete damit den späteren Anspruch der STAUFER
auf das deutsche Königtum. Die Ehe der jungen Agnes
wurde 1086 vollzogen; ihr entstammten der nachfolgende Herzog
Friedrich
II. der Einäugige, der künftige
König
KONRAD III. und eine
Tochter. So lautet zumindest die Überlieferung,
die der 1106 geschlossenen zweiten Ehe der Kaiser-Tochter
Agnes mit dem BABENBERGER Leopold III. von
Österreich18
Kinder zuschreibt, und das innerhalb von zwölf Jahren, vom 34. bis
zum 46. Lebensjahr der Mutter. Die biologische Unmöglichkeit
selbst
bei reihenweisen Zwillingsgeburten läßt vermuten, daß
einige dieser Nachkommen doch der ersten Ehe zuzurechnen sind. Für
die dynastische Frage spielt das eine untergeordnete Rolle, wichtiger
ist
die durch Agnes begründete
enge
Verwandtschaft der BABENBERGER und der STAUFER,
die vor allem unter FRIEDRICH I. BARBAROSSA
politisch - und durch den babenbergischen Agnes-Sohn
Otto
von Freising für die Geschichtsschreibung - bedeutsam wurde.
Bemerkenswert
vor allem aber ist die 21köpfige Kinderschar der Agnes
deshalb, weil es ein bezeichnender Licht auf die Frauenschicksale der
Zeit
wirft. Wie die Lebensdaten vieler jung verstorbener Frauen belegen, so
zeigt auch dieser zweifelhafte Kindersegen, daß der weibliche
Hauptaufenthalt
- und oft auch der letzte - das Wochenbett war. Agnes
muß von schier unverwüstlicher Gesundheit gewesen sein. Sie
erreichte ein Alter von über 70 Jahren. Zwar sorgte ihre hohe
Stellung
für höchsten zeitgemäßen Komfort, Bedienstete und
gute Pflege, doch die medizinischen Risiken von Schwangerschaften und
Geburten
waren bei Hoch wie Niedrig enorm. Hinzu kam die psychische Belastung
durch
den Tod vieler Kinder - mehr als die Hälfte verlor Agnes
noch vor dem eigenen Ende -, gemildert freilich durch einen
unerschütterlichen
Jenseitsglauben.
XII. 61 a. AGNES
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* wohl 1074/75, † 1143 24. IX.
Gemahl:
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a) (verlobt 1079)
Friedrich I. Herzog von Schwbaen
* ca. 1050, † 1105 vor 21. VII.
b) 1106
Leopold III. Markgraf von Österreich
† 1136 15. XI.
AGNES
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* Sommer 1072/Anfang 1073, †
24. IX.1143
Begraben: Stift Klosterneuburg
I oo (Verlobung Regensburg 24. III 1079)
1086/87
FRIEDRICH
I. VON STAUFEN 1079 Herzog von Schwaben
† 1105 vor 21. VII
Begraben: Kloster Lorsch
II oo 1106
LEOPOLD III. DER HEILIGE 1095 Markgraf von Österreich
† 15. XI 1136
Begraben: Klosterneuburg
DIE NACHKOMMEN KAISER HEINRICHS IV
3. AGNES
--------------
* 1072/75
† 24.9.1143
1. oo 1079/89
FRIEDRICH I. VON STAUFEN, Herzog von Schwaben
2. oo 1106
LEOPOLD III. VON BABENBERG, Markgraf von Österreich
In der Chronik wird die zweite Heirat der Kaiser-Tochter
Agnes, Mutter der
beiden STAUFER Friedrich
und
KONRAD,
mit dem BABENBERGER Leopold
ursächlich auf den Aufstand HEINRICHS
V. gegen dessen Vater zurückgeführt.
Die über eine politische Fortsetzung hinausgehende
Kontinuität von SALIERN zu STAUFERN
im Selbstverständnis der STAUFER
ist denn auch keineswegs eine neue Erkenntnis. Sie wird gewöhnlich
auf die Heirat Friedrichs I. von Schwaben mit der Kaiser-Tochter
Agnes zurückgeführt; Agnes
war
bekanntlich die letzte SALIERIN,
die
durch legitime Kinder salisches
Blut
fortpflanzen konnte. Doch muß diese Begründung
präzisiert
werden, denn Agnes hatte aus ihrer
zweiten, 1106 mit Leopold III. von Österreich geschlossenen
Ehe mehrere Kinder, und für die BABENBERGER liegt eine
ähnlich
deutliche Bezugnahme auf salischen
Vorfahren
der Mutter nicht vor.
Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Agnes
anläßlich
ihrer zweiten Heirat auf Ansprüche aus der
staufischen
Erbmasse verzichtet hat oder ein solcher Verzicht mit der zweiten
Eheschließung
einfach gegeben war. Aber das schloß nicht notwendig auch das salische
Erbgut
ein, von dessen Übergang an die STAUFER
man 1105 noch nichts ahnen konnte.
Lechner Karl: Seite 121,135,138,147
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"Die Babenberger. Markgrafen und
Herzoge von Österreich 976 -
1246"
Selbst der Sohn Leopolds, Bischof Otto
von Freising
verurteilte das Verhalten des jungen Königs
HEINRICH V. schärfstens und sagt ausdrücklich,
daß
dieser den Markgrafen durch das Versprechen, ihm seine Schwester Agnes,
die junge Witwe nach dem eben im Frühsommer 1105 verstorbenen Schwaben-Herzogs
Friedrich von Staufen, zur Frau geben, zum Abfall gebracht habe.
Aber
Leopold,
der bisher auf der Seite des gebannten Kaisers gestanden war, mochte
wohl
auf eine Aussöhnung zwischen Vater und Sohn und damit vermutlich
auch
zwischen Kaiser und Papst und vielleicht dabei selbst an eine
Mittlerrolle
für sich gedacht haben. Freilich, der Gewinn aus diesem
Parteiwechsel
war für Leopold
ein ungeheuerer. Zwei der ersten Kinder aus
dieser zweiten, im Jahre 1106 geschlossenen Ehe führten die Namen
der kaiserlichen Großeltern,
Heinrich und
Bertha.
Den Hauptgewinn aus dieser Familienverbindung sollten ja später
die
Söhne Markgraf Leopolds haben.
Schließlich darf mit Recht angenommen werden,
dass
die Königs-Schwester
Agnes bei
ihrer Vermählung mit Markgraf Leopold als Aussteuer auch
Königsgut
in die Ehe mitgebracht hat; das konnte zum Teil auch in der Mark
gelegen
sein, so wie wir vom Besitz am Rhein wissen, über den noch ihr
zweiter
Sohn Heinrich verfügte.
An 15. November 1136 ist Markgraf Leopold im
Alter
von rund 60 Jahren gestorben. Die Annalen des St. Petersklosters in
Erfurt
berichten, dass Markgraf Leopold auf der Jagd "erschlagen", in venatione
occiditur, worden sei. In der Tat gewinnt diese Nachricht
über ein
gewaltsames Ende an Glaubwürdigkeit, wenn wir das eigenartige
Trostschreiben
des Papstes Innocenz II. vom 8.
Januar 1137 an die verwitwete Markgräfin
Agnes genau lesen. Er sagt darin ausdrücklich,
dass er
"dem Toten aus apostolischer Autorität die Absolution erteilt habe
- ein Formel, die wir meist für Personen finden, die
plötzlich
etwa in der Schlacht oder bei einem Unfall, jedenfalls nicht versehen
mit
den Tröstungen der Kirche, verschieden sind. Noch bedeutungsvoller
aber wird dieses päpstliche Schreiben auch aus einem anderen
Grund.
Der Papst mahnt darin die Markgräfin
und ihre Söhne zu Frieden
und Eintracht, die Kinder zur Ehrfurcht gegenüber der Mutter,
diese
zur Liebe gegen ihre Kinder. Er teilt ihr dann mit, dass er sich
"gemäß
ihrer und der Ihren Bitte" bei Kaiser LOTHAR
verwenden werde, dass er "ihnen" ihr Recht zuteil werden lasse. Kurz
darauf,
wahrscheinlich schon im Frühjahr 1137, findet in Tulln unter dem
Vorsitz
der Markgräfin-Witwe eine
große Fürstenzusammenkunft zur
Wiederversöhnung der zwei Brüder Leopold
und
Adalbert
statt.
Auch Bruder Ernst ist
anwesend. Heinrich hingegen, der älteste
Sohn aus der Ehe Leopolds
mit Agnes,
fehlt. Leopold
bleibt Sieger. Adalbert
aber, der Älteste
unter den Brüdern, eine außerordentlich begabte und
einflußreiche
Persönlichkeit wurde von der Nachfolge ausgeschlossen, weil er den
Nachkommen aus der zweiten Ehe seines Vaters mit der Kaiser-Tochter und
Kaiser-Schwester weichen
mußte. Agnes
aber hatte für ihren zweitgeborenen Sohn Leopold Partei
ergriffen.
Kaiser und Papst setzten sich ebenfalls für ihn ein, so daß
auch der erstgeborene Sohn aus
ihrer Ehe, Heinrich, der den Namen
des Großvaters und des Urgroßvaters trug, zunächst zu
kurz kam. Daß diese familiären Gegensätze die letzen
Lebensjahre
des alternden Markgrafen schwer umdüstert haben, ist anzunehmen,
denn
freiwillig hat weder Adalbert
noch
Heinrich auf die Nachfolge
verzichtet.
Am 24. September 1143 starb auch die Mutter des
Markgrafen, die SALIERIN Agnes,
und wurde gleichfalls in Klosterneuburg beigesetzt.
24.3.1079
1. oo 2. Friedrich I. Herzog von Schwaben
vor 1050 † 6.4.1105
1106
2. oo 2. Leopold III. Markgraf von
Österreich
1073 † 15.11.1136
Kinder:
1. Ehe
Friedrich II. Herzog von Schwaben
1090 † 4./6.4.1147
KONRAD III.
1093 † 15.2.1152
Gertrud
vor 1105 † 1191
1122/25
oo Hermann von Stahleck Pfalzgraf bei Rhein
† 20.9.1156
Berta von Boll
† 1142
1102/03
oo Adalbert von Elchingen
†
Heilica
† um
1120
1101/02
oo Friedrich III. Graf von Lengenfeld
† 2.4.1119
2. Ehe
Leopold IV.
um 1108 † 18.10.1141
Heinrich Jasomirgott
2.4.1114 † 13.1.1177
Otto Bischof von Freising (1138-1158)
15.12.1109 † 28.9.1158
Julitta (Judith)
1115 † nach 1168
1133
oo Wilhelm Markgraf von Montferrat
† 1191
Gertrud
1120 † 5.8.1151
1140
oo Vladislav II. Herzog von Böhmen
† 18.1.1174
Agnes
1111 † 25.1.1157
1125
oo Wladislaw II. Herzog von Polen-Schlesien
† 30.5.1159
Ernst
1113 † 23.1.1137
Konrad Bischof von Passau (1148-1164)
1120 † 28.9.1168
Erzbischof von Salzburg (1164-1166)
Bertha
1106 † 11.4.1150
oo Heinrich III. Burggraf von Regensburg
um 1100 †
27.11.1174
Elisabeth
1124 † 20.5.1143
1142
oo 1. Hermann II. Graf von Winzenburg
† 29./30.1.1152
Uta
†
oo Liutold I. von Plain Graf von Hardegg
†
Literatur:
------------
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Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976 -
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- Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche
Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag
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Bilder und Dokumente aus einhundert Jahren staufischer Geschichte in
Südwestdeutschland,
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1976 Seite 16,25,41,75 - Schwarzmaier
Hansmartin: Von Speyer nach Rom. Wegstationen und Lebensspuren der
Salier.
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 12,17,83,116,121 - Schwennicke
Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio
Klostermann
GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 12 - Thiele, Andreas:
Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I,
Teilband
1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Weller
Tobias: Die Heiratspolitik des
deutschen
Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag
Köln
Weimar Wien 2004 Seite 12-18, 20-21,24,89,187,192-195,197-200,206,210-211,213,219,226,238,
336-342,344,348,350,391,800,804,806,824,827-828 -
Wies, Ernst W.: Friedrich
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Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen
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und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite
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-