4. und jüngster Sohn des Grafen
Elli II. von Reinhausen
Udo wählte den geistlichen Stand, wurde Domherr zu Hildesheim und 1079 durch den Willen des Königs der Nachfolger Hezilos auf dem Bischofsstuhl zu Hildesheim.
Fenske Lutz: Seite 109,159,162,173 A. 391
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung"
Bischof Udo von Hildesheim,
dessen Bruder Graf
Konrad von Reinhausen und Graf Dietrich II. von Katlenburg wurden
bezichtigt, geheime Verhandlungen mit HEINRICH
IV. aufgenommen zu haben. Die Beschuldigten bestätigten
zwar ihre Kontakte zum Kaiser, bestritten aber, einen Parteiwechsel zu
beabsichtigen und lehnten es ab, ihren erregten Landsleuten durch die Stellung
von Geiseln Sicherheit für ihr künftiges Verhalten zu gewährleisten.
Darüber entstand ein Tumult, bei dem Dietrich von Katlenburg und ein
gleichnamiger Verwandter den Tod fanden.
Während Graf Dietrich von Anhängern der eigenen
Partei getötet wurde, flüchtete Udo
von Hildesheim, der 1079 als Kandidat der Gegner HEINRICHS
IV.
auf den Bischofsstuhl gelangt war und bisher auf deren Seite
gestanden hatte, gemeinsam mit seinem Bruder Konrad
an den Hof des Kaisers, dem sie sich in Fritzlar freiwillig unterwarfen.
In einem wenig später abgefaßten Brief versuchte der Kardinallegat
Odo, den Hildesheimer Bischof wieder auf die Seite derer hinüber zu
ziehen, von denen sich dieser soeben getrennt hatte.
In Quedlinburg leitete man Ostern 1105 auch Schritte
zum Kampf gegen die Kaiseranhänger innerhalb des sächsischen
Episkopats ein, denn der Mainzer Erzbischof suspendierte die Bischöfe
Friedrich von Halberstadt, Udo von Hildesheim
und
Heinrich von Paderborn. Auf der Synode von Nordhausen, die zwischen den
21. und 27. Mai unter Leitung Erzbischof Ruthards und des Legaten Gebhard
stattfand, unterwarfen sich die 3 suspendierten Bischöfe ihren Metropoliten
und verpflichteten sich zum Gehorsam gegenüber Paschalis II., der
die Entscheidung über die suspendierten Bischöfe fällen
sollte.
Ähnliches gilt zwar auch für den zunächst
suspendierten
Udo von Hildesheim, jedoch
hatte sich dieser einem möglichen Anschluß an den König
selber entzogen, als er beim Herannahen
HEINRICHS
V. mit wenigen Kanonikern seine Bischofsstadt verließ.
Nichtsdestoweniger hat Udo
bald darauf
seine Wiedereinsetzung erreichen können, ohne daß die Entscheidung
darüber Papst Paschalis vorbehalten geblieben wäre, wie auf der
Synode von Nordhausen festgesetzt worden war. Diese Vorzugsstellung Udos
mag ihre Ursache teilweise darin gehabt haben, daß dem Bischof der
Vorwurf, sein Amt aus der Hand HEINRICHS IV. erhalten
zu haben, nicht gemacht werden konnte, da er 1079 als gregorianischer Bischof
erhoben und erst 1085 zu HEINRICH IV.
übergetreten war. Auch wird der Einfluß seines Bruders, Graf
Hermann von Winzenburg, der HEINRICH V.
sehr nahe stand und zum Kreis seiner Ratgeber und engsten Vertrauten zählte,
dazu beigetragen haben, Udo die Rückkehr
in sein Bistum zu ermöglichen.
Vor 1079 hatten die 3 Brüder
Bischof Udos von Hildesheim, Konrad,
Heinrich,
Hermann,
und ihre Schwester Mathilde
in Reinhausen südsüdöstlich von Göttingen ein kleines
Chorherrenstift gegründet. Als der Ort später im Erbgang an den
Grafen
Hermann fiel, wandelte er dieses in ein Kloster um. Frühestens
kann dies, da Bischof Reinhard von Halberstadt die Weihe vollzog, 1107
erfolgt sein.
Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter,
Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 357,362/Band II Seite 493,499/
Band III Seite 32,66,513 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche
Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen
1977, Seite 76 A.279,109, 144 A. 260,146,155,159,160,162,167,173,178 A.
410,329,336,363 A. 8 -