Udo von Gleichen-Reinhausen                   Bischof von Hildesheim (1079-1114)
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um 1045-19.8.1114
 

4. und jüngster Sohn des Grafen Elli II. von Reinhausen
 

Udo wählte den geistlichen Stand, wurde Domherr zu Hildesheim und 1079 durch den Willen des Königs der Nachfolger Hezilos auf dem Bischofsstuhl zu Hildesheim.

Fenske Lutz: Seite 109,159,162,173 A. 391
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung"

Bischof Udo von Hildesheim, dessen Bruder Graf Konrad von Reinhausen und Graf Dietrich II. von Katlenburg wurden bezichtigt, geheime Verhandlungen mit HEINRICH IV. aufgenommen zu haben. Die Beschuldigten bestätigten zwar ihre Kontakte zum Kaiser, bestritten aber, einen Parteiwechsel zu beabsichtigen und lehnten es ab, ihren erregten Landsleuten durch die Stellung von Geiseln Sicherheit für ihr künftiges Verhalten zu gewährleisten. Darüber entstand ein Tumult, bei dem Dietrich von Katlenburg und ein gleichnamiger Verwandter den Tod fanden.
Während Graf Dietrich von Anhängern der eigenen Partei getötet wurde, flüchtete Udo von Hildesheim, der 1079 als Kandidat der Gegner HEINRICHS IV. auf den Bischofsstuhl gelangt war und bisher auf deren Seite gestanden hatte, gemeinsam mit seinem Bruder Konrad an den Hof des Kaisers, dem sie sich in Fritzlar freiwillig unterwarfen. In einem wenig später abgefaßten Brief versuchte der Kardinallegat Odo, den Hildesheimer Bischof wieder auf die Seite derer hinüber zu ziehen, von denen sich dieser soeben getrennt hatte.
In Quedlinburg leitete man Ostern 1105 auch Schritte zum Kampf gegen die Kaiseranhänger innerhalb des sächsischen Episkopats ein, denn der Mainzer Erzbischof suspendierte die Bischöfe Friedrich von Halberstadt, Udo von Hildesheim und Heinrich von Paderborn. Auf der Synode von Nordhausen, die zwischen den 21. und 27. Mai unter Leitung Erzbischof Ruthards und des Legaten Gebhard stattfand, unterwarfen sich die 3 suspendierten Bischöfe ihren Metropoliten und verpflichteten sich zum Gehorsam gegenüber Paschalis II., der die Entscheidung über die suspendierten Bischöfe fällen sollte.
Ähnliches gilt zwar auch für den zunächst suspendierten Udo von Hildesheim, jedoch hatte sich dieser einem möglichen Anschluß an den König selber entzogen, als er beim Herannahen HEINRICHS V. mit wenigen Kanonikern seine Bischofsstadt verließ. Nichtsdestoweniger hat Udo bald darauf seine Wiedereinsetzung erreichen können, ohne daß die Entscheidung darüber Papst Paschalis vorbehalten geblieben wäre, wie auf der Synode von Nordhausen festgesetzt worden war. Diese Vorzugsstellung Udos mag ihre Ursache teilweise darin gehabt haben, daß dem Bischof der Vorwurf, sein Amt aus der Hand HEINRICHS IV. erhalten zu haben, nicht gemacht werden konnte, da er 1079 als gregorianischer Bischof erhoben und erst 1085 zu HEINRICH IV. übergetreten war. Auch wird der Einfluß seines Bruders, Graf Hermann von Winzenburg, der HEINRICH V. sehr nahe stand und zum Kreis seiner Ratgeber und engsten Vertrauten zählte, dazu beigetragen haben, Udo die Rückkehr in sein Bistum zu ermöglichen.
Vor 1079 hatten die 3 Brüder Bischof Udos von Hildesheim, Konrad, Heinrich, Hermann, und ihre Schwester Mathilde in Reinhausen südsüdöstlich von Göttingen ein kleines Chorherrenstift gegründet. Als der Ort später im Erbgang an den Grafen Hermann fiel, wandelte er dieses in ein Kloster um. Frühestens kann dies, da Bischof Reinhard von Halberstadt die Weihe vollzog, 1107 erfolgt sein.
 
 
 
 

Literatur:
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Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 357,362/Band II Seite 493,499/ Band III Seite 32,66,513 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 76 A.279,109, 144 A. 260,146,155,159,160,162,167,173,178 A. 410,329,336,363 A. 8 -