Begraben: Köln Dom
Sohn des Grafen
Lothar I. von Hochstaden und der Mathilde von Looz, Tochter
von Graf Heinrich II.
Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 1351
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Konrad von Hochstaden, Erzbischof von Köln 1238-1261
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* kurz vor 1200 + 18. September 1261
Begraben: Köln Dom
Aus dem Hause der Grafen von Are, Sohn Lothars I. von Hochstaden; dürfte der Kölner Domkanoniker gewesen sein, der 1216 in Paris studierte (Mittelrhein. UB. III, 44). Zu dieser Zeit hatte ihn sein Bruder Lothar schon für die Pfarrstelle in Wevelinghoven vorgeschlagen. Seit etwa 1232 Propst des Mariengradenstiftes in Köln, versuchte er seit 1233/34, Dompropst Konrad von Büren das Amt streitig zu machen, und wurde deswegen 1237 gebannt. Dennoch wurde er am 30. April 1238, vor allem auf Betreiben des Domkapitels, zum Erzbischof gewählt. Sein Episkopat war von Beginn an von regionalen Territorialkonflikten überschattet. Die Regalien empfing Konrad von Hochstaden im August 1238, die päpstliche Bestätigung erfolgte im April 1239. Seither förderte Konrad die päpstliche Partei gegen FRIEDRICH II. Im Verlauf von Kämpfen mit staufisch gesinnten Dynasten wurde er 1242 vom Grafen von Jülich gefangengenommen. 1247 führte Konrad von Hochstaden die Wahl WILHELMS von Holland zum König herbei. Als Entschädigung für die verweigerte Bestätigung seiner Wahl zum Erzbischof von Mainz fungierte Konrad 1249/ 50 als päpstlicher Legat. In dieser Zeit führte er das Amt des Offizials in Köln ein (bezeugt 1252). Gegen den selbständiger agierenden König WILHELM nahm Konrad von Hochstaden Kontakt mit Ottokar von Böhmen auf. 1257 betrieb er die Wahl RICHARDS von Cornwall, der ihn 1258 zum Reichsvikar im Nordwesten des Reiches bestellte und Ende 1260 mit der Investitur der Bischöfe betraute. Konrad vermehrte das erzstiftische Territorium um sein Familienerbe (hochstadische Schenkung 1246) und Güter der letzten Grafen von Sayn (seit 1247). Durch Siege über seine westfälischen und rheinischen Gegner 1254 befestigte Konrad die Machtstellung des Erzstifts, die jedoch durch Emanzipationsbestrebungen der großen erzbischöflischen Vasallen langfristig eine ihrer tragenden Säulen zu verlieren drohte. Vor diesem Hintergrund sind die im letzten Jahrzehnt seiner Amtszeit intensivierten Bemühungen um Stärkung der stadtherrlichen Rechte in Köln zu sehen (1252 Kleiner Schied, 1258 Großer Schied). 1259 beseitigte Konrad von Hochstaden unter anderem mit Hilfe der Zünfte (Bruderschaften) das Stadtregiment des Meliorats, setzte neue Schöffen ein und beteiligte neben dem Rat die Bruderschaften an der Regierung der Stadt. 1248 legte Konradden Grundstein zum Neubau des Kölner Doms. Mit politischem Gespür, zugleich wagemutig und realistischen Geschäftsinn begabt, machte Konrad von Hochstaden seine Amtszeit zu einem Höhepunkt kölnischer Machtentfaltung. Die Schwächen seiner Stellung wurden erst unter seinen Nachfolgern offenbar.
Quellen und Literatur:
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ADB XVI, 583ff. - NDB XII, 506f. - Die Reg. der Ebf.e
v. Köln im MA/I (Publ. der Ges. für Rhein. Gesch.skunde 21),
1909 - H. Cardanus, K. v. H. ..., 1880 - M. Kettering, Die Territorialpolitik
des Kölner Ebf.s K. v. H., Jb KGV 26, 1951, 1-84 - H. Stehkämpfer,
K. v. H., ebd. 36737, 1961/62, 95-116 - Rhein. Lebensbilder 2, 1966, 7-24
[E. Wisplinghoff] - B. Leying, Niederrhein. und Reich in der Kg.spolitik
K. v. H. bis 1256, Vest. Zs. 73-75, 1971-1973, 183-241 [Lit.].
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Konrad I. war einer
der ersten deutschen Fürsten, die nach dem Bannspruch der Kurie über
Kaiser
FRIEDRICH II. offen gegen den
STAUFER
Stellung nahm. 1246/47 betrieb er die Wahl der Gegenkönige
HEINRICH RASPE und WILHELM von Holland,
wodurch Deutschland für Jahre in innere Auseinandersetzungen gestürzt
wurde. Obwohl unter dem Druck der städtischen Friedenspolitik des
Rheinischen Bundes, arbeitete er später auf dem Sturz König
WILHELMS hin und ließ sich dann durch englisches Geld
für RICHARD von Cornwall gewinnen.
Die Doppelwahl von 1257, bei der erstmals die Kurfürsten als Wähler
fungierten, leitete das Interregnum ein. 1248 legte Konrad
den
Grundstein für den Neuaufbau des Domes. Auch in seinem kirchlichen
Amt waren politische Pläne stets vorherrschend. Das Fehlen jeder zentralen
Reichsgewalt nutzte er in zahlreichen Fehden zur Ausdehnung der kurkölnischen
Landesherrschaft links des Niederrheins und in Westfalen. Über Köln
suchte Konrad die volle stadtherrliche
Gewalt wiederzugewinnen; um die mächtigen patrizischen Geschlechter
zu entmachten, begünstigte er 1259 die unzufriedenen Zünfte.
Konrad
verkörperte das egoistische, seine territorialen Ziele verfolgende
Fürstentum am Ausgang des Hochmittelalters.
Konrad schenkte Hochstaden
an
das Erzstift Köln.