Grafen von Hochstaden
 

Hermann Grote: Stammtafeln Seite 177
 

Kimpen Dr. Emil: Seite 89-94
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"Zur Herkunft Heinrichs von Laach"
in: Eifelkalender für das Jahr 1953

Mit all diesen Dingen läßt sich zur Frage der Herkunft Heinrichs wenig anfangen. Überaus wichtig dagegen ist, dass auf dem von Abt Theoderich II. von Lehmen (1256-1295) in der Laacher Kirche errichteten Grabdenkmal des Stifters 2 Wappen angebracht sind, rechts vom Haupte Heinrichs der pfälzische Löwe als Amtswappen und links der silberne Adler der Grafen von Hochstaden im roten Felde als Geschlechtswappen. Allerdings war letzteres bereits das Wappen der 2. Linie dieses Hauses, die durch Vermählung wahrscheinlich Theoderichs von Are mit einer Tochter Gerhards I. von Hochstaden in den Besitz der Erbgüter gekommen war. Da die 1. Linie aber noch keine Wappen führte, mußte Abt Theoderich, zu dessen Zeit die Verwandtschaften noch genauer bekannt waren, das Wappen der 2. Linie verwenden, wenn er die Zugehörigkeit Heinrichs zur 1. Linie des Hauses Hochstaden zum Ausdruck bringen wollte. Von dieser 1. Linie sind nur 3 Mitglieder deutlich bezeugt, der von 1074 bis etwa 1096 erscheinende Gerhard I. nebst seinem Bruder, dem
Erzbischof Hermann III. dem Reichen von Köln (1089-1099), und seinem Sohn, dem vor 1149 verstorbenen Gerhard II., mit dem die 1. Grafen von Hochstaden im Mannesstamm erloschen. Da die Urkunde des Papstes Innozenz II. von 1139 aber die dem Kloster Laach vom Grafen Gerhard geschenkte Hälfte des Laacher Sees bestätigt und dieser Spender im Laacher Nekrolog "Gerardus comes de Hostade" heißt, steht einwandfrei fest, dass Heinrich von Laach, der die andere Seehälfte gehabt hatte, ein Bruder Gerhards I. von Hochstaden war.
Über die Herkunft der Grafen von Hochstaden schwebt ein ganz beträchtliches Dunkel. Ein wenig Licht verbreiten immerhin die Überlieferungen einiger Quellen, nach denen Heinrich von Laach den 1092 gewählten und vor 1106 verstorbenen Metzer Bischof Poppo zum Bruder hatte und Poppo früher auch Burkhard hieß; denn Namen wie Poppo und Burkhard weisen auf Ostfranken hin. Ein Umblick dortselbst läßt erkennen, daß auch der nach 1102 geborene und seit 1143 sein Amt ausübende rheinische Pfalzgraf Hermann III. von Stahleck, der Sohn eines Grafen Goswin und einer zu dem niederrheinischen Herrengeschlecht von Gladbach gehörenden Liutgard, aus Ostfranken stammte. Hermann wie sein Vater nannten sich beide auch nach Hochstädt an der Aisch, einem Ort, dessen Name lebhaft an Hochstaden erinnert; ein 1051 verstorbener 1., ein 1065 im Kampf mit dem Würzburger Bischof gefallener 2. und ein zwischen 1071 und 1097 genannter Goswin müssen zu den Vorfahren Goswins IV. von Stahleck gehört haben. Der Name seines Sohnes Hermann von Stahleck deutet auf alle Fälle an, daß dieser ein Großneffe Erzbischofs Hermanns III. aus dem Hause HOCHSTADEN war.
Wichtiger als die Beziehung der Grafen von Hochstaden zu den Grafen von Höchstadt sind hier aber die eine Übertragung der Pfalzgrafschaft auf sie erst legitimierende Verwandtschaftsbeziehungen zu den früheren lothringischen Pfalzgrafen. Am Bestehen solcher Verbindungen kann kein Zweifel obwalten, denn der Besitz der ältesten Grafen von Hochstaden in der Eifel, dem Ahrtal und am Niederrhein versetzt sie in Gegenden, in denen zuvor EZZONEN saßen. Von Hermann von Stahleck bezeugt überdies seine Grabinschrift in dem von ihm gegründeten ostfränkischen Kloster Bildhausen "Ecce Palatinus Herman natu genuinus" die Echtheit seiner pfalzgräflichen Abstammung. Außerdem treten die GOSWINE schon seit 1051 wiederholt in Urkunden auf, die ezzonische Angelegenheiten betreffen. Diese Tatsachen im Verein mit dem Reichtum Erzbischof Hermanns III. von Köln, seinem Wirken gerade am Sitz des ezzonischen Erzbischofs Hermann II. und seinem ezzonischen Namen erzwingen den Schluß, dass Gerhard I. von Hochstaden eine ezzonische Mutter hatte.
Schon eben habe ich darauf hingewiesen, dass Ezzos Sohn Pfalzgraf Otto eine Tochter Richenzas hatte, aus deren 2. Ehe mit Otto von Northeim der jetzt als Pfalzgraf gesicherte Heinrich der Fette, der Vater der Pfalzgräfin Gertrud, hervorging. Dass Richenzas nicht Ottos einzige Tochter war, war mir schon immer bewußt, wobei ich früher in anderen Richtungen forschte, auf die ich anderweitig zurückkommen werde. Nunmehr aber ist Ottos zweite Tochter in der Mutter Heinrichs von Laach und seiner Geschwister deutlich festgestellt. Dass Heinrich kein Nachkomme Hezelins war, dessen Linie mit Pfalzgraf Hermann II. ja gänzlich erlosch, sondern dem Ast Ezzos entsproßte, ermöglichte auch, seine nicht ganz den Vorschriften entsprechende Nahehe mit der Witwe seines Vorgängers ohne große Zerwürfnisse hinzunehmen. Auf diese Verhältnisse mögen sich die Worte des Schriftstellers Bernold bezogen haben, nach denen Heinrich "Apostolica sedi non adeo obediens", der Kirche nicht allzu Gehorsam war.