Begraben: Mainz, St. Johannis
Einziger Sohn des Grafen Altmann von
Oelsburg († 1000/03)
und der
Hedwig von Assel, Tochter
von Graf Eckhard I.; Bruder von Äbtissin Frederunda
von Stederburg († 16.3.1020)
und Cousin von Bischof Bernward von Hildesheim († 20.11.1022)
Lexikon des Mittelalters: Band III
Spalte 2122
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2. Erchanbald, Erzbischof von Mainz
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†
17. August 1021
Begraben: Mainz, St. Johannis
Aus der Familie der Grafen von Olsburg (Nieder-Sachsen),
verwandt mit Bischof Bernward von Hildesheim;
Eltern
unbekannt;
Sohn: Graf Lando (?, genannt als Vogt der Abtei Fulda in auf 1011
datierter Fälschung).
Als Abt von Fulda (997-1011) unterstützte Erkanbald König HEINRICH II. 1002/03
am
Mittelrhein und in Franken, begünstigte 1007 die Errichtung des
Bistums Bamberg und stand von 1008 an in der Luxemburger Fehde auf der
Seite des Herrschers. Dieser ernannte ihn zum Erzbischof von Mainz.
Erkanbald
ließ sich am 1. April 1011 von Bischof
Bernward von Hildesheim
weihen, den er im Streit um Gandersheim gegen Erzbischof Willigis unterstützt
hatte. Der König beließ ihm die Würde des Erzkanzlers in Deutschland, nahm
ihm jedoch die in Italien.
Nach der Teilnahme am Romzug 1013/14 unterstützte Erkanbald den Kaiser in der Reform der Abtei Fulda und im
Hammersteiner Ehestreit, in Nieder-Lothringen wie in der Polen-Politik.
In kirchenrechtlichen Maßnahmen neigte Erkanbald der Gorzer Reform zu; organisatorisch folgte er
Grundlinien seines bedeutenderen Vorgängers Willigis, unter anderem durch
die Gründung des Stiftes St. Maria in campis bei Mainz.
Erwähnenswert sind seine Predigten.
A. Gerlich
Quellen und Literatur:
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M. Stimming, Mainzer UB I, 1934
S. Hirsch, JDG H. II., 3 Bde, 1862-75, passim
Wattenbach - Holtzmann - Schmale I, 1978, 202
K. Algermissen, Persönlichkeit, Leben und Wirken Bernwards
(Bernward und Godeshard v. Hildesheim, 1960), 19
J. Fleckenstein, Die Hofkapelle der dt. Kg.e 2, 1966, 160f., 212,
215
L. Falck, Gesch. der Stadt Mainz 2, 1972, 66, 91.
Annalen von Hildesheim
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Die Jahre 1016-1021.
Im 15. Jahre seines Königthums, im 3. des Kaiserthums, in der 14. Indiction, 1016, feierte der Kaiser Weihnachten in Patherbrunne. Eine große Masse Hagels fiel und sehr viele wurden vom Blitze verbrannt und kamen um. Graf Wigmann wurde am 6. Oktober getödtet.
1017, in der 15. Indiction, feierte der Kaiser Weihnachten in Palidi. In demselben Jahre drang er wiederum mit einem Heere in Polen ein. Meingoz, der Bischof von Trier, starb und ihm folgte Boppo. Aeid, Bischof von Meißen, entschlief; nach ihm trat Hildivard ein. Der Presbyter Liudolf starb am 2. August, der Presbyter und Dekan Godeskalk am 23. September.
Im 5. Jahre seines Kaiserthums, in der 1. Indiction, 1018, feierte der Kaiser Weihnachten in Patherbrunnen, Ostern in Babenberg. Heinrich, Markgraf der Baiern, starb durch plötzlichen Tod überrascht. In diesem Jahre, zur Fastenzeit, hat der Herr Bischof Bernward zu Goslar auf der Synode, welche er in Gegenwart des Kaisers mit den Bischöfen und den übrigen Großen des Reichs abhielt, den Sohn des Markgrafen Eggihard, Godeskalk, und Gerdrud, die Tochter des Grafen Egbert, geschieden. Der Presbyter Maccho starb am 26. April.
Im 6. Jahre der kaiserlichen Regierung Heinrichs, in der 2. Indiction, 1019, feierte der Kaiser Weihnachten zu Werziburg; nachher zog er mit einem Heere gegen Herzog Bernhard zur Burg Scalcaburg und hat, Gott sei Dank! alles in Frieden beigelegt. In diesem Jahre zu Ostern empfing Babenberg von Rom den Papst als Gast.
1020, in der 3. Indiction, brachte der Kaiser Weihnachten in Hamerstein zu. Heriberht, Erzbischof von Köln, vertauschte am 16. März das irdische Leben gegen das himmlische; an seine Stelle trat [der königliche Capellan] Biligrim. Erkembald, der Metropolit von Mainz, wird am 18. August hinweggenommen; nach ihm wird Aribo eingesetzt, ein bewährter Mann der heiligen Kirche.
Schölkopf Ruth:
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"
Die Vita Bernwardi erwähnte als Bernwards
Verwandten
Erzbischof
Erchanbald von Mainz.
Er wurde 1011 als Fuldaer Abt von
Bernward
persönlich
zum Erzbischof geweiht. Sein Verhältnis zu
Bernward ergibt
sich durch folgende Ausführung:
consanguinitate etiam sibi
propinquum
debita devolutione ut patrem coluit. Erchanbald starb
plenus dierum et meritorum am
17. August 1021.
Thietmar von Merseburg: Seite
232
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"Chronik"
Nun entsandte der König Heinrich, den Bischof der Würzburger Kirche, und Erkanbald, den Abt des Klosters Fulda, um die Burg Schweinfurt niederzubrennen und zu zerstören. Graf Heinrichs erlauchte Mutter Eila empfing und begrüßte die Herren bei ihrer Ankunft ihrem Range entsprechend; als sie aber die königliche Weisung vernommen hatte, eilte sie entsetzt in die Kirche und erklärte, lieber wolle sie dort verbrennen, als lebend der Brandstiftung weichen. Daher stellten die Herren christliche Nächstenliebe über weltliche Bedenken und milderten den ergangenen Spruch. Sie brachen ledigliche die Mauern und Gebäude und trösteten die bekümmerte Frau mit dem Versprechen, wenn es in des Königs Gnade möglich sei, würden sie alles von sich aus wiederherstellen lassen. Der König aber verheerte alle Eigengüter des Grafen und verteilte sie weithin als Lehen.
Trillmich Werner:
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"
Willigis Nachfolger Erkanbald lag jedoch wenig an weltlichen Ehren, so dass er zugunsten Bambergs auf das Erzkanzleramt für Italien verzichtete.
Algermissen, Konrad Prof. Dr.
(Hg.): Seite 19
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"Bernward und Godehard von Hildesheim. Ihr Leben
und
Wirken."
Zu Bernwards Verwandten, deren Namen überliefert sind, gehörten unter anderem Folkmar, ein Bruder von Bernwards Mutter, von 977 bis 990 Bischof in Utrecht, desgleichen Rothgardis, eine Schwester der Mutter Bernwards; sie starb am 25. Dezember 1006 als Äbtissin von Hilwartshausen. Väterlicherseits wissen wir von einem Vetter Bernwards, mit Namen Erkanbald, Graf von Ölsburg (bei Peine), der von 997-1011 Abt in Fulda und von April 1011 bis zu seinem Tode (17. August 1021) Erzbischof von Mainz war, und von dessen Schwester Frederunda, Gräfin von Ölsburg, der Stifterin und ersten Äbtissin des vor Braunschweig liegenden Klosters Stederburg (c. 1000); sie starb im Jahr 1020. Auch der spätere Bischof Benno von Meißen, der im Alter von 96 Jahren am 16. Juni 1106 starb, gehörte zur Verwandtschaft Bernwards und trug die Überieferung über ihn, über sein Leben und Wirken vom 11. ins 12. Jahrhundert.
Uslar-Gleichen Edmund von:
Seite 242
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"Geschichte der Grafen von Winzenburg"
Zu Bernwards Blutsverwandten
gehörte der von
ihm gesalbte und beim Kaiser in großem Ansehen stehende Erzbischof
Erkenbald von Mainz (April
1011 bis 18. August 1021), zuvor Abt
von Fulda (997-1011).
Seine Consanguinität mit Bernward
würde sich am natürlichsten darstellen, wenn man ihn als
Bruder
der Gräfin Frederuna
von Oelsburg, der Stifterin
des
Klosters
Stederburg, der Genealogie einfügt,, wie es der Chronologie
auch
entspricht.
Dem steht jedoch die Behauptung einiger Historiker entgegen, der Graf
Altmann sei söhnelos
gestorben. Davon weiß aber die
Klosterchronik
von Stederburg nichts, und selbst wenn diese Angabe anderweit
beglaubigt
sein sollte, so wäre es keine Animalie, anzunehmen, daß der
Urheber der Nachricht nur im weltlichen Stande lebende Söhne im
Sinn
hatte.
Kinder:
Lando Vogt der Abtei Fulda
† nach 1011
Quellen:
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Annalen
von Hildesheim -
Thietmar von
Merseburg:
Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite
232,382,386,410,426,460
-
Literatur:
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Algermissen, Konrad Prof. Dr. (Hg.):
Bernward
und Godehard von Hildesheim. Ihr Leben und Wirken. Verlagsbuchhandlung
August Lax Hildesheim 1960 Seite 19 - Althoff Gerd: Spielregeln
der Politik im Mittelalter. Kommunikation in Frieden und Fehde.
Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt 1997 Seite 28 Anm. 19,68 Anm. 35 - DIE SALIER UND DAS REICH.
Gesellschaftlicher
und
ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan
Weinfurter.
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band II Seite 51/ Band III Seite
381,390 - Hlawitschka,
Eduard:
Konradiner-Genealogie,
unstatthafte
Verwandtenehen und spätottonisch-frühsalische
Thronbesetzungspraxis.
Ein Rückblick auf 25 Jahre Forschungsdisput. Hahnsche Buchhandlung
Hannover 2003 Seite 201 - Schneidmüller,
Bernd/Weinfurter
Stefan/Hg.):
Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen
1997, Seite 44, 233A,234,235A,238A,261A,374 - Schölkopf
Ruth:
Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum
Historischen
Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 - Trillmich
Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa
Union
Verlag Bonn 1991 - Uslar-Gleichen Edmund von: Geschichte der
Grafen
von Winzenburg Hannover 1895 Seite 242 - Weinfurter, Stefan:
Heinrich
II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Pustet
Regensburg
1999, Seite 112,117,150,190,202,264 -