Begraben: Kloster Lorch
Einzige Tochter und Erbin des Grafen
Heinrich von Comburg († 20.1.1116) aus
dem Hause COMBURG-ROTHENBURG
und der
Geba/Gertrud
von Mergentheim, Tochter von Graf
Ebo
Nichte von Bischof Emehart
von Würzburg († 27.2.1105), Graf Rugger
von Rothenburg († nach 1098), Graf Burchard
von Comburg (†
2.12.1098) und Pfalzgräfin Meregard
von Schwaben († nach 1112)
Enkelin von
Graf Emehart
von
Comburg († nach 1054) und der
Guta
Nach Dr. Thomas Weller gab es
eine Königin Gertrud von Comburg nicht.
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1052
********************
Rothenburg, Grafen von
-------------------------------
Andere Benennung für die Grafen von Komburg.
Nach ihrem Aussterben verlieh Kaiser
HEINRICH V. 1116
ihre
Besitzrechte an seinen Neffen
Konrad
zugleich mit der dem Bischof von Würzburg
entzogenen herzoglichen Gewalt in Franken. Dabei vermutet man einen
Erbgang der Komburg-rothenburgischen
Güter über eine Erb-Tochter (Gertrud) an den späteren König KONRAD III., dem sie in erster
Ehe vermählt gewesen sei.
H. Schwarzmaier
******************
"Europäische Stammtafeln. Neue
Folge Band XII"
GERTRUD
---------------
† 1130/31
um 1115
oo KONRAD III. VON
HOHENSTAUFEN 1138 Römischer König
† 13.II.1152
VII. GENERATION
37
(21) KÖNIG
KONRAD III.
--------------------------------------
* 1093, † 18.2.1152
wohl Ende 1114-Anfang 1115
I. oo
GERTRUD
VON COMBURG (gekrönt 1128?)
* um
1095, † um
1130/31
Begraben: Kloster Lorch
Erb-Tochter des Grafen Heinrich von Comburg und Rothenburg (um 1062/65 † 1116) und der Gräfin Geba/Gertrud von Mergentheim, nach 1116 Nonne (in Klein-Comburg), Tochter von Graf Ebo von Mergentheim
Die Zugehörigkeit der ersten Ehefrau König KONRADS III. zum Hause COMBURG hat als erster Wolfgang Seiffer erkannt.
Kinder erster Ehe:
55 (N/Agnes)
56 (Bertha)
57 (Gertrud)
und wohl weitere Kinder
KONRAD
III.
------------------
* 1093, † Bamberg 15. II 1052
Begraben: Bamberg Dom
1116/20 HERZOG
VON FRANKEN
1127/35 GEGEN-KÖNIG
Koblenz 7. III 1138 gewählt
Aachen 13. III 1138 gekrönt KÖNIG
um 1115
I. oo
GERTRUD VON KOMBURG
† 1130/31
Begraben: Kloster Lorsch
Tochter von Heinrich
Graf von Rothenburg
KÖNIG
KONRAD III.
----------------------------
* 1093
† 15.2.1152 in Bamberg
Grabstätte: Dom zu Bamberg (Ostkrypta)
Vater: Friedrich
(I.) von Staufen, Herzog von
Schwaben
(seit 1079), Sohn Friedrichs
von Büren († nach 1053)
und der Hildegard
von Bar-Mousson († 1094), deren
Großmutter Hildegard
Gräfin
von Egisheim, Schwester Papst Leos IX. war.
* um 1047/48
† 1105 (vor 21.7.)
Grabstätte: Benediktinerabtei Lorch
Mutter: Agnes,
Tochter Kaiser HEINRICHS IV.
(†
1106) und Berthas von
Savoyen († 1087)
* Sommer
1072/Anfang 1073
† 24.9.1143 in Österreich
Grabstätte:
Augustinerchorherrenstift
Klosterneuburg
(bei Wien)
Sie war in zweiter Ehe (1106) mit Markgraf Leopold
III. (dem Heiligen) von Österreich verheiratet. Ihre staufischen Kinder
aus erster und ihre babenbergischen
aus zweiter Ehe waren demnach Halb-Geschwister
- die Voraussetzung für die enge Zusammenarbeit der STAUFER und BABENBERGER,
die sich anfangs geradezu als Mitglieder eines einzigen Hauses
empfanden.
o um 1109/10 Konkubinat mit
GERBERGA, vornehme Dame
(verwandt
mit PREMYSLIDEN und BABENBERGERN?)
* um 1092, † nach 1120, vor
1144 (1166)
wohl Ende 1114/Anfang 1115
1. oo
GERTRUD VON COMBURG
* um 1095, † um 1130/31
Grabstätte: Benediktinerabtei Lorch
Eltern: Heinrich,
Graf von Comburg und Rothenburg
(† 1116),
und Geba/Gertrud,
Tochter des Grafen Ebo von Mergentheim
Neben diesen Amtsbefugnissen
verfügte
KONRAD nach seiner Heirat mit Gertrud
von Rothenburg-Comburg über Grafschaftsrechte um Rothenburg
und Schwäbisch Hall, die Vogtei über Kloster Comburg und das
Stift St. Gumbert in Ansbach sowie Allodialgüter in Ost-Franken.
Weller Tobias: Seite
212-214,224,226
************
"Die Heiratspolitik des
deutschen
Hochadels im 12. Jahrhundert."
Eine Lösung dieser Merkwürdigkeiten ergebe sich daraus,
daß KONRAD vor
der Vermählung mit Gertrud
von Sulzbach schon einmal verheiratet
gewesen sei, und zwar mit einer Komburger
Grafen-Tochter,
die ebenfalls
Gertrud geheißen
habe. Als Indiz für diese These dient DECKER-HAUFF
der Umstand, daß der STAUFER-König wenige Monate nach
seiner Wahl im
August 1138 einen Schutzbrief für das Kloster Komburg ausstellte,
indem
er erklärte, die Grafschaft im Kochergau schon vor seiner
Königserhebung besessen zu haben [89 Siehe unten Anm. 107.] Da
es sich
bei diesem Besitz um Allodialgut handele, müsse man davon
ausgehen, daß
KONRAD mit einer Tochter
des letzten Grafen von Komburg verheiratet
gewesen sei und die Komburger
Güter samt der Vogtei des Klosters über
den Erbgang an ihn gekommen seien. Die Eheschließung habe wohl
noch um
1114/15, vor dem Tod des Brautvaters, stattgefunden; der Tod Gertruds
von Komburg müsse vor der Heirat KONRADS mit Gertrud von Sulzbach,
mithin um 1130/31, angesetzt werden [90 Vgl. DECKER-HAUFF, Haus,
No.
37, 350; DERS., Konrad III. 7f.; siehe auch schon SEIFFER, Jakob
Spindler 140 Anm. 3.].
Diese Thesen DECKER-HAUFFS sind in der Forschung häufig
bedenkenlos
rezipiert worden [91 Vgl.
zum Beispiel SCHMIDT, Königswahl 41f.;
HÖFLINGER, Konrad III. 40; STÖRMER, Strukturelemente 283;
MAURER,
Komburg 257f.; STANGL, Klosterstiftung 10, Friedrich HAUSMANN: Konrad
III., in: NDB 12 (1980) 496-499 (hier 486f.).]. Dennoch können
diese
Argumente einer eingehenden Kritik nicht standhalten. Zunächst
einmal
fällt stark ins Gewicht, daß keine auch nur
einigermaßen zeitnahe
Quelle einen Hinwies auf eine eheliche Verbindung KONRADS III. vor
seiner Heirat mit der Sulzbacher
Grafen-Tochter gibt [92 Vgl.
insbesondere SEIFFER, Jakob Spindler 140, Anm. 3, der seine
Überlegungen mit der Bemerkung relativiert: "Freilich wäre es
verwunderlich, daß sich in zeitgenössischen und
späteren Quellen
nirgends ein Hinweis erhalten haben sollte."]. Zumindest bei Otto von Freising
sollte man erwarten, daß er dies wenigstens am Rande erwähnt
hätte.
Demgegenüber will es eigentlich nichts bedeuten, wenn Jakob
Spindler
behauptete, das Grab der Gemahlin KONRADS
befinde sich in Lorch. Er
verlegt auch die Grabstätte von KONRADS Mutter Agnes nach Lorch [93
Vgl. SEIFFER, Jakob Spindler 103.], obgleich sie unzweifelhaft in
Klosterneuburg beigesetzt wurde. Offensichtlich saß er hier
Fehlinformationen der Lorcher Klostertradition auf. Sowohl die
lateinische, in leonischen Hexametern abgefaßte Stiftertafel, die
über
dem Stiftergrab abgebracht war, als auch ein Verzeichnis der in der
Klosterkirche bestatteten Angehörigen der Stifter-Familie (beide
Quellen stammen aus dem 15. Jh. überliefern die falsche Angabe,
daß
Agnes neben Herzog Friedrich I. beigesetzt worden
sei und daß auch
Gertrud, die Gemahlin König KONRADS, in Lorch begraben
liege. Die
Tafelinschrift spricht wörtlich von der Gerdrut
regina, Conradi regis
amicia, / Illic cum nato Heinrico iacet cinerato.
Ohne Zweifel ist hier
Gertrud von Sulzbach
gemeint, denn nur auf sie - und nicht auf die
postulierte Gertrud von Komburg
- kann sich der natus Heinricus,
nämlich HEINRICH (VI.),
beziehen. Ihr Grab befand sich eben nicht in
Lorch, sondern in Ebrach.
Wie die vorangegangenen Ausführungen zeigen, können die von
Hansmartin DECKER-HAUFF erschlossenen Verbindungen KONRADS III. und Pfalzgraf Konrad mit einer Komburger bzw. Sponheimer Grafen-Tochter ebensowenig einer
Prüfung standhalten wie die Zugehörigkeit der acht von ihm
ermittelten Kinder Herzog Friedrichs I. zur STAUFER-Familie.
1114/15
oo 1. KONRAD III. König des
Deutschen
Reiches
1093 † 15.2.1152
Kinder:
Agnes
† 1151
1129/30
oo Isjaslaw II. Großfürst von
Kiew
1101/02 † 13.11.1154
Bertha
† 1148/53
1131/34
oo Hermann III. Markgraf von Baden
†
16.1.1160
Gertrud
†
Literatur:
-----------
Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der
Deutschen
Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 -
Decker-Hauf
Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog
der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 350 - Schnith
Karl
Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den
Karolingern
zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite
262, 265,272
- Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge
Band
I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 14 - Schwennicke,
Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der
Europäischen
Staaten. Neue Folge Band XII, Schwaben, Verlag von J.A. Stargardt
Marburg
1984 Tafel 56 A - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G.
Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 - Weller
Tobias: Die Heiratspolitik des
deutschen
Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag
Köln
Weimar Wien 2004 Seite 212-213,220,224,226 - www.wikipedia.de -