Begraben: Veitsdom zu Prag
Einzige Tochter des Herzogs Bogislaw V. von
Pommern-Wolgast V. († 7.12.1373)
aus dem Hause der GREIFEN aus
seiner 1.
Ehe mit der Elisabeth von Polen,
Tochter von König
Kasimir
III. dem Großen († 5.11.1370) und der
Hedwig von Schlesien-Glogau
Schwester von Herzog Kasimir IV. von Pommern-Wolgast (⚔ 2.1.1377),
Stief-Schwester von Herzogin Margarete von Steiermark († 30.4.1407), Herzog Barnim V. von Pommern-Wolgast († 1403), Herzog Wartislaw VII. von Pommern-Wolgast († 1395 vor 24.2.) und Herzog Bogislaw VIII. von Pommern-Wolgast († 11.2.1418),
Nichte von Herzogin Elisabeth von Pommern-Stolp († 1361), Herzogin Kunigunde von Bayern († 26.4.1357) und Gräfin Anna von Cilli († 1425)
Enkelin von Herzog Wartislaw
IV. von Pommern-Wolgast († 1.8.1326) und der Elisabeth von Lindau-Ruppin
Schwennicke Detlev: Tafel 82
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I.
1"
WENZEL
--------------
* Prag 14.V.1316, † Prag 29.XI.1378
Begraben: Prag Veitsdom
1323 KARL
IV.
1334 MARKGRAF VON MÄHREN
Rhens 11.VII.1346 zum KÖNIG gewählt
Bonn 26.XI.1346 gekrönt 2.IX. 1347
KÖNIG VON
BÖHMEN
Frankfurt 17.VI.1349 2. Wahl
Aachen 25.VII.1349 Krönung als KÖNIG
Mailand 6.I.1355 gekrönt als KÖNIG
VON
ITALIEN
Rom 5.IV.1355 gekrönt als KAISER
Arles 4.VI.1365 KÖNIG VON BURGUND
oo Prag 8.I.1329
I. oo
BLANCHE
(MARGUERITE) DE VALOIS (CAPET)
* 1317, † Prag 1.VIII.1348
Begraben: Prag Veitsdom
Tochter von Charles I. von Frankreich Comte de Valois
(Kontrakt Babarach
III 1349)
II. oo
ANNA
PFALZGRÄFIN, HERZOGIN IN
BAYERN
* 26.IX.1329, † Prag 2.II.1353
Begraben: Prag Veitsdom
26.VII 1349 gekrönt
Tochter von Pfalzgraf Rudolf II.
27.V.1353
III. oo
ANNA
VON SCHLESIEN
* 1339, † 11.VII. 1362
Begraben: Prag Veitsdom
ERBIN VON SCHWEIDNITZ UND JAUER
V.1363
IV. oo ELISABETH VON POMMERN
* 1347, † 15.IV.1393
Begraben: Prag Veitsdom
Tochter von Herzog Bogislaw V.
in
Hinter-Pommern
Hoensch Jörg K.: Seite
34,42,45
**************
"Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur
Neuzeit
1368-1437."
Elisabeth,
von
den
zeitgenössischen Chronisten als "ein schones und zuchtiges
Freulin",
als "eine hupsche Tochter" und sogar "überaus schön
von Gestalt" [4
Einzelnachweise bei Wilbertz, Gisela:
Elisabeth
von Pommern - eine Kaiserin im späten Mittelalter, in: Bohemia 28
(1987) I, Seite 45-68, hier Seite 55. Siehe auch Zdrenka, Joachim:
Elzbieta,
corka Boguslawa V ksiecia Pomorskiego, zona cesarza Karola IV
[Elisabeth,
Tochter des pommerschen Fürsten Boguslaw V., als Frau Kaiser KARLS
IV.], in: Slaski Kwartalnik historyczny Sobotka 32 (1977), Seite
1-11.]
charakterisiert und ihrem Gemahl in Liebe zugetan, muss die Umwelt
durch
ihre außergewöhnlichen
Körperkräfte beeindruckt
haben.
Nach einem Bericht des mehrfachen Augenzeugen Benes von Weitmühl
konnte
die 168 cm große Frau unbeschadet ihres "äußerliche
schwachen Aussehens" Hufeisen zerbrechen, große Messer und
selbst
Schwerter wie Strohhalme knicken sowie Panzerhemden zerreißen.
Dennoch
prahlte sie nicht mit ihren Fähigkeiten "und wurde nicht
hochmütig,
sondern sie schrieb ihre Kräfte dem Höchsten zu, und niemals
gebrauchte sie diese, außer wenn der Kaiser es anordnete"[5 Kronika
Benes z Weitmile, Seite 542f. Ähnliche Eigenschaften - sie soll in
der Lage gewesen sein, einen Nagel bis an den Kopf in ein Brett aus
Fichtenholz
zu drücken, Haselnüsse zwischen Daumen und Zeigefinger zu
knacken
oder einen beladenen Heuwagen anzuschieben - wurden mit der Elisabeth
verwandten Cimburgis (Czimburga)
von
Masowien, der Gattin Herzog
Ernsts des Eisernen von Österreich und Mutter
Kaiser FRIEDRICHS
III. zugeschrieben. Siehe Hödl,
Günther:
Habsburg und Österreich 1273-1493. Gestalten und Gestalt des
österreichischen
Mittelalters. Wien usw. 1988, Seite 157; Vajda Stephan: Felix Austria.
Eine Geschichte Östrreichs. Wien,. Heidelberg 1980, Seite 169.].
Obwohl
sich aus den wenigen sicher überlieferten Informationen kein
Persönlichkeitsbild
erschließt, muss Elisabeth
ihrem
Sohn außer seinem angenehmen Äußeren Lebenskraft, Mut,
Energie und vielleicht auch die Großzügigkeit
in
finanziellen
Angelegenheiten [6 Vor
dem Romzug hatte der Kaiser mit
1.200
Gulden
die in Nürnberg verpfändeten Schmuckstücke Elisabeths
auszulösen. In Pisa erwarb sie kostbares Pelzwerk, das sie bei
ihrem
Einzug zur Krönung in Rom tragen wollte. In Florenz kaufte sie
Perlen
im Wert von 1.200 Gulden, die ihr Gemahl zu begleichen hatte. KARL
IV. hatte zuvor angesichts einer gewaltigen Schuldenlast
eine
seiner Kronen bei den Florentiner Bankiers versetzen müssen; Elisabeth
konnte allerdings die Bürgerschaft von Siena bewegen, sie wieder
einzulösen.
Wilertz: Elisabeth von Pommern, Seite 58f.; Pirchan, Gustav: Italien
und
Kaiser Karl IV. in der Zeit seiner zweiten Romfahrt. Band 2, Prag 1930,
Seite 195f., Seite 214.] vererbt haben.
Am 2. April 1368 verließ das
Königspaar mit
großem Gefolge die Residenz Prag.
Der Höhepunkt der langen,
mühseligen und gefahrvollen Reise war die Salbung und Krönung
Elisabeths
zur Kaiserin am 1. November 1368 in Rom. Nach Aufenthalten in
fast
allen bedeutenden italienischen Städten zog Elisabeth
erst am 20. August 1368 wieder in Prag ein.
Veldtrup Dieter: Seite
377-380,472
*************
„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“
Der Kaiser, der seit 1362 zum dritten
Mal verwitwet
war,
heiratete „mitten unter seine Feinde“ - und zwar die Enkelin Kasimirs
von Polen. Von den beiden Töchtern
des
Polen-Königs
war die jüngere, Kunigunde,
bereits
1357 als GattinLudwigs
des Römers
gestorben; die ältere,
inzwischen ebenfalls verstorbene Tochter
des
Polen-Königs, war mit Herzog
Bogislaw V. von Pommern
verheiratet
gewesen und hatte aus dieser Ehe zwei Söhne sowie eine Tochter, Elisabeth,
hinterlassen, die Kasimirs einzige
legitime Nachkommen waren.
Elisabeth von Pommern,
wahrscheinlich 1347 geboren, war am 26. Juli 1358 mit Otto
von Brandenburg verlobt worden, dem wenige Wochen vor ihrer
eigenen Eheschließung mit KARL
ihre nunmehrige Stief-Tochter
Elisabeth
zur Ehe versprochen worden war. Sie war am Hofe ihres königlichen
Großvaters erzogen worden, und in Krakau
bestieg der Kaiser auch
mit ihr - höchstwahrscheinlich am Pfingstsonntag, dem 21. Mai
1363,
- das „politische Hochzeitsbett“. Am 18. Juni wurde sie in Prag zur
böhmischen
Königin und am 1. November 1368 in Rom auch zur Kaiserin
gekrönt. Im September 1363 wurden ihr die Städte
Königsgrätz,
Hohenmauth und Chrudim als Leibgedinge
vermacht, denen 1371 noch Melnik
und Kosteletz folgten. Elisabeth,
deren
gewaltige Körperkräfte Benesch
von Weitmühl staunend
rühmt
- sie konnte angeblich ein Hufeisen mit bloßen Händen
zerbrechen
- gebar ihrem Gemahl vier Söhne
und zwei Töchter,
überlebte
den Kaiser und starb erst am 15. Februar 1393,
höchstwahrscheinlich
in ihrer Leibgedingestadt Königsgrätz.
Doch durch sein Werben um die 16 Jahre
alte Elisabeth
von Pommern-Wolgast, die Enkelin Kazimierz'
III., und die rasch vollzogene Eheschließung am 21.
Mai
in Krakau konnte KARL die Reihen
seiner
Gegner sprengen und sich für künftige Kinder der Hoffnung
hingeben,
ihnen vielleicht eiens Tages die Nachfolge im Königreich Polen zu
ermöglichen.
Höhepunkt des Aufenthalts in der Ewigen
Stadt war
die Krönunng von KARLS
Gemahlin
Elisabeth zur Kaiserin am
1.
November durch Urban V.
In ungewöhnlich festlichem Rahmen fand die
Krönung
WENZELS
am 6. Juli 1376 in Aachen statt, an der im vollen
kaiserlichen
Ornat KARL IV. und seine Gemahlin Elisabeth
teilnahmen.
Stoob Heinz: Seite
122,196,268,287
***********
"Kaiser Karl IV. und seine Zeit."
Nicht von ungefähr liegt hier
eine der Wurzeln
dafür
daß der 1362 zum dritten Male verwitwete Kaiser 1363 eine pommersche
GREIFEN-TochterElisabeth
zur
vierten
Frau nahm, deren Person als Enkelin
des alternden und söhnelosen Kasimir
von Krakau-Polen - die Hochzeit wurde in Polen begangen! -
überdies
höchst erwünschte Möglichkeiten bot, die alte
böhmische
Option auf eine polnische Nachfolge wieder aufzunehmen.
Bevor es anschließend zur Aushandlung des
Friedens
mit Ungarn und Österreich kam,
verblüffte der Kaiser seine
fürstlichen
Zeitgenossen durch einen weiteren folgenreichen Coup: er knüpfte
mit
Kasimir von Polen Verhandlungen
über
eine vierte Heirat an, für die er nun Kasimirs
Enkelin Elisabeth von Pommern
ausersehen hatte.
Die Achtzehnjährige überragte den fast 30 Jahre älteren
Kaiser zwar um Haupteslänge und soll seine Tafelrunde später
noch oft belustigt haben, weil sie mit bloßen Händen
Hufeisen
zu brechen verstand; sie paßte also nur sehr bedingt zu dem
körperlich
zarten und längst kahlköpfigen Herrscher, aber dafür
brachte
sie Kasimir endgültig ins
kaiserliche
Lager und vollendete durch ihre pommerischen
Verwandten die
Einkreisung
der Kurmark, auf deren abschließenden Erwerb KARL
nun konzentriert hinarbeitete.
Unterdessen wurde im Mai 1363, und
bezeichnenderweise
zu Krakau, KARLS
Hochzeit mit Elisabeth
von Pommern gefeiert, kurz darauf in Prag sein
zweijähriger
Sohn WENZEL zum König von
Böhmen
gekrönt.
Seit 1364 ist KARL
zum vierten Mal verheiratet. Erst seine vierte Frau -
Elisabeth von Pommern -, eine Enkelin Kasimirs
III. von Polen, mit der sich der Kaiser 1363 verbunden
hatte,
überlebte ihn schließlich um 15 Jahre.
KARL kam
nach
Italien,
um die Kurie wieder in Rom seßhaft zu machen und um seine Frau
zur
Kaiserin krönen zu lassen. Für die genaue Planung spricht
schon
die Wahl des Allerheiligenfestes als Krönungstag der Kaiserin, und
von ihm aus war es gewiß berechnet, daß Elisabeth
am 29. Oktober mit ihrem Gefolge in Rom eintraf. Die
vorangehenden
acht Tage dürften den ersten Verhandlungen zwischen Kaiser und
Papst
gedient haben. Senatoren und Adel sowie das gesamte Kardinalskolleg
empfingen
die Kaiserin und brachten sie zum Vatikan, wo sie Urban zu
Fuß-
und Handkuß erwartete. Drei Tage später fand die
Krönung
selbst dann in Anwesenheit natürlich auch des Kaisers statt, der
bei
diesem Anlaß vor dem Petersaltar viele seiner Begleiter zu
Rittern
schlug. Nachmittags ritt die Kaiserin
dann, die Krone über offenem
Haar, durch die Altstadt zum Lateran hinüber, wo das übliche
Festmahl stattfand. Das Kaiserpaar wohnte anschließend im
Vatikan,
so daß der persönliche Verkehr mit dem Papst sich recht eng
abspielen konnte. Es dürfte bezeichnend sein, daß KARL
die Kaiserin vorsorglich
bereits am 23. November, also wenige Tage nach
der schließlich ausgehandelten Übereinkunft, von Rom aus
aufbrechen
ließ. Er wollte sie vermutlich aus den etwaigen Schwierigkeiten
heraushalten.
Anfang Juli schickte er die Kaiserin nach
Bologna
voraus,
ritt selbst nochmals nach Montecarlo di Lucca zu einem Besuch seiner
Jugendgründung
hinauf. Von Bologna aus zog das Kaiserpaar nach Ferrara weiter; auf
venezianischen
Schiffen ging es dann über Po und Adria nach Friaul, und Ende
Juli
zog man in Markwards Residenz
Udine ein. Von dort reiste die Kaiserin
wieder
voran, sie traf am 20. August 1369 in Prag ein
21.5.1363
oo KARL IV. König des
Deutschen
Reiches
14.5.1316 †
29.11.1378
Kinder:
Anna
11.7.1366 † 7.6.1394
Schloß Sheen
1382
oo Richard II. König von England
7.1.1367 † 14.2.1400
SIGISMUND Römischer Kaiser
15.2.1368 † 9.12.1437
Johann
Herzog von Görlitz
22.6.1370 † 2.3.1396
Karl
13.3.1372 † 24.7.1373
Margarete
29.9.1373 † 4.6.1410
1381
oo Johann III. Burggraf von Nürnberg
1369 † 11.6.1420
Heinrich
1377 † 1378
Literatur:
-----------
Fischer Otto: Karl IV. Deutscher Kaiser
König
von Böhmen, Angelsachsen-Verlag Bremen 1941 -
Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger.
Eine
spätmittelalterliche
Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W.
Kohlhammer
2000 Seite 156,162,170 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser
Sigismund.
Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck
München
1996 Seite 20,32-35,42,45 - Palacky Franz: Geschichte von
Böhmen
1842 - Pfitzner Josef: Kaiser Karl IV. Akademische
Verlagsgesellschaft
Athenaion Potsdam 1938 - Schwennicke Detlev: Europäische
Stammtafeln
Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998
Tafel 82 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346
bis
1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH&Co. KG München 1994
Seite
282, 307,309,339,355 - Stoob Heinz: Kaiser Karl IV. und seine
Zeit.
Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite
122,169,196,206,229,268, 287,383,403
- Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur
europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag
Frankfurt/Main
1993 Tafel 71 - Veldtrup, Dieter: Frauen um Herzog Ladislaus
(†
1401). Oppelner Herzoginnen in der dynastischen Politik zwischen
Ungarn,
Polen und dem Reich. Fahlbusch Verlag 1999 Seite 3,117,128,168,235 - Veldtrup,
Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik.
Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den
Luxemburgern und ihrer Zeit. Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger
Warendorf
1988 Seite 108,240, 377-380,390,394,395,404,430,445,472 - www.wikipedia.de -