GREIFEN


Lexikon des Mittelalters:
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Greifen
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Dynastie der Herzöge von Pommern, nach seinem Wappen benanntes pomoranisches Geschlecht, belegt seit Wartislaw I., im Zusammenhang mit der Christianisierung durch Otto von Bamberg (1124/28). Wartislaw I. dehnte sein Herrschaftsgebiet über die Oder hinweg westwärts bis zur Peene (Demmin) aus; seine Nachfolger standen unter dem Druck Polens, Heinrichs des Löwen und Dänemarks. 1181 belehnte Kaiser FRIEDRICH I. zu Lübeck Herzog Bogislaw I. (1187).
Seit Ausgang des 12. Jahrhunderts war das Territorium der
GREIFEN endgültig mit dem Reich verbunden; die von Brandenburg beanspruchte Lehnshoheit (1231 durch FRIEDRICH II. bestätigt) blieb strittig. Der Landesausbau wurde besonders durch Herzog Barnim I. (1278) gefördert. 1295 erfolgte eine Teilung des GREIFEN-Hauses in die Linien Stettin und Wolgast (1317 Zugewinn von Stolp, 1325 von Rügen).
Unter den
GREIFEN des 14. Jahrhunderts ragt Barnim III. von Pommern-Stettin (1368) hervor; er stand seit 1348 in engen Beziehungen zu KARL IV., der die GREIFEN-Herzöge zu gesamter Hand mit Pommern und Rügen als reichsunmittelbarem Herzogtum belehnte und 1363 in 4. Ehe Elisabeth, eine Tochter Bogislaws V. von Wolgast, heiratete (Sohn: Kaiser SIGMUND).
1368/72 spaltete sich das Wolgaster Hzm. in eine vor- und hinterpommersche Linie.
Die hinterpommerschen Herzöge (mit Sitz in Stolp und Rügenwalde), in den Kampf zwischen Polen und dem Deutschen Orden verstrickt (so unter Bogislaw VIII. und IX.), kamen 1455/66 in den Besitz der Lande Lauenburg und Bütow. Bemerkenswertester unter den hinterpommerschen
GREIFEN war Erich I. ( 1459), der als Erich VII. (Erich von Pommern) 1397-1439 nordischerUnions-König war (Kalmarer Union).
Von den vorpommerschen Herzögen ist Wartislaw IX. († 1457) als Gründer der Universität Greifswald (1456) zu erwähnen.
Der brandenburgische Versuch, sich nach dem Aussterben der Stettiner Linie (Otto III., 1464) in den Besitz dieses Landesteils zu setzen, scheiterte. Herzog Bogislaw X. ( 1523), der bedeutendste der
GREIFEN-Herzöge, vereinigte 1478 alle seit 1295 getrennten Landesteile Pommerns, das er zu einem frühneuzeitlichen Territorialstaat umgestaltete. Unter seinen Söhnen erfolgte eine erneute Teilung der GREIFEN-Herrschaft in die Herzogtümer Stettin und Wolgast. 1637 ist die Dynastie im Mannesstamm ausgestorben; damit endete auch die staatliche Selbständigkeit Pommerns, das im Westfälischen Frieden 1648 zwischen Brandenburg und Schweden geteilt wurde.
R. Schmidt

Literatur:
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NDB VII, 29-33
M. Wehrmann, Gesch. v. Pommern, 1919/212 [Nachdr. 1982, mit bibliogr. Vorwort]
A. Hofmeister, Genealog. Unters. zur Gesch. des pommerschen Hzg.hauses, 1937 [auch: PJ 31/32, 1937]
M. Wehrmann, Genealogie des pommerschen Hzg.hauses, 1937
W. Wegener, Genealog. Tafeln zur mitteleurop. Gesch., Lfg. 3: Hzg.e v. Pommern, 1962.