Hugo                                                        Abt von St. Quentin (822/23-844)
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802/06-14.6.844 gefallen
            am Agout

Begraben: Charroux
 

Illegitimer Sohn des Kaisers KARL DER GROSSE und der Regina
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 159
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Hugo (Hugus)
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     + 14. Juni 844 gefallen

Illegitimer Sohn KARLS DES GROSSEN und seiner Konkubine Regina

Von seinem ältesten Halbbruder LUDWIG DEM FROMMEN 818 zum Eintritt in den geistlichen Stand veranlaßt, erscheint darauf als Presbyter im Kloster Charroux in Poitou, seitdem stets als treuer Anhänger seines kaiserlichen Bruders bezeugt, der ihm zunächst die Abtei St-Quentin übertrug und ihn nach der schweren Krise von 834 zum Kanzler bestellte. Hugo fungierte als solcher mit dem austrasischen Titel 'sacri palatii nostri archinotarius' oser' summus notarius' und wurde von LUDWIG zusätzlich mit der bedeutenden Abtei St-Bertin belohnt. Er schloß sich nach dem Tod LUDWIGS DES FROMMEN im Herbst 841 KARL DEM KAHLEN an, der ihn als seinen ersten Kanzler übernahm. In KARLS Dienst im Kampf gegen die Aquitanier am Agout gefalen, wurde er, seinem Wunsch entsprechend, in Charroux bestattet.

Literatur:
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Th. Sickel, Acta regnum et imperatorum Karolinorum I, 1867 - B. Simon, JDG L. d. Fr. I, 2, 1874/76, s. v. - Ph. Grierson, Hugues de St. Bertin, M-A 35, 5, 1934 - J. Fleckenstein, Hofkapelle I, 1959, s. v. -


Werner Karl Ferdinand: Seite 445
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"Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation)"

II. Generation
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Die Lebensdaten Hugos (Brandenburg gibt nur den Todestag, dabei 7. statt 14. Juni 844) bei Fleckenstein, Hofkapelle 1, 83f., 107, 122; vgl. ferner Ph. Grierson, in: Le Moyen Age 44, 1934. Zur Schlacht bei Angouleme, in der Hugo fiel, siehe Lot-Halphen 113, Anm. 1; 115, Anm. 1 Fleckenstein 122 datiert den Tod versehentlich zu 842 und übersieht die erste Zeit Hugos im Dienst KARLS DES KAHLEN (840, Nithard II,3), ehe er zu LOTHAR I. überging. Mit Gierson zeigt Fleckenstein gegen Levillan, daß Hugo nie Erzkapellan war.
Zu den Klöstern Hugos Voigt 38,92. S.-Quentin kann er frühestens 822 erhalten haben, da in diesem Jahr die Versöhnung Kaiser LUDWIGS mit seinen Brüdern stattfand (Reichsannalen).
Zum Aufenthalt Hugos in Charroux vgl. den Planctus Ugonis abbatis, MG Poet. lat. 2,139f.


Hugowurde 818 genau wie seine Brüder Drogo und Theoderich von LUDWIG DEM FROMMEN ins Kloster gesteckt. Nach der Aussöhnung zum Abt von St. Quentin ernannt, leitete er von 834-840 als Erzkanzler die Politik LUDWIGS DES FROMMEN.
 
 
 
 

Literatur:
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Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C. H. Beck München 1994, Seite 58 - Epperlein Siegfried: Karl der Große. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1974, Seite 138 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992, Seite 90,114,119,121,134,145 - Schmid, Karl: Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983, Seite 398,485,491,501 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990, Seite 42,47,49 - Werner Karl Ferdinand: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1995, Seite 424,426 - Wies Ernst W.: Karl der Große. Kaiser und Heiliger. Bechtle Verlag Esslingen 1986, Seite 226,257 -
 
 
 
 


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