Drogo                                                        Bischof von Metz (12.6.823-855)
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17.6.801-8.12.855
 

Illegitimer Sohn des Kaisers KARL I.  DER GROSSE und der Regina
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1405
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Drogo, Bischof von Metz
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* 17. Juni 801, + 8. Dezember 855

Sohn KARLS DES GROSSEN

Seit seiner Erhebung zum Bischof von Metz (28. Juni 823) gehörte Drogo zu den engsten Helfern seines Halbbruders LUDWIG DER FROMME und wurde in unmittelbarem Zusammenhang mit dessen Wiedereinsetzung (834) zum Leiter der Hofkapelle (Erzkapellan) bestimmt sowie mit dem Pallium, das heißt der erzbischöflichen Würde ausgezeichnet. Ihm vertraute LUDWIG vor seinem Tod (840) seinen Nachlaß und die Herrscherinsignien an. Während der Nachfolgekämpfe versuchte Drogozwischen den rivalisierenden Neffen zu vermitteln und schloß sich dann LOTHAR I. an, der ihm ebenfalls die Leitung seiner Hofkapelle übertrug. Die von LOTHAR erreichte Erhebung Drogoszum päpstlichen Vikar für das gesamte Frankenreich (844) konnte sich nicht mehr auswirken; Drogos Einfluß ging zurück. Die Blütezeit des Metzer Skriptoriums unter Drogo wird vor allem bezeugt durch das unter seiner Aufsicht hergestellte und nach ihm benannte Sakramentar, einen "wahrhaft einzigartigen Zeugnis" der karolingischen Kunst (C. Heitz).

Literatur:
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LThK² III, 575f. - J. Fleckenstein, Die Hofkapelle der dt. Kg.e I (MGH Schr. 16/I, 1959), 55f, 83f., 118ff. - O. G. Oexele, Die Karolinger und die Stadt des hl. Arnulf, FMASt I, 1967, 346ff. - CV. Heitz, L'architecture religieuse carolingienne, 1980, 201ff. -


Werner Karl Ferdinand: Seite 445
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"Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation)"

II. Generation
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Die Lebensdaten Drogos über Brandenburg hinaus, der das Geburtsdatum noch nicht kannte, gibt Th. Schieffer, LTK²3,1959, 575f. Vgl. ferner Fleckenstein, Hofkapelle 1,55f., 83f., 119ff.


Nach der Blendung Bernhards wurde Drogo mit seinen Brüdern Hugo und Theoderich von LUDWIG I. genötigt, ins Kloster zu gehen. Erst 822 erfolgte eine Aussöhnung und Drogo wurde anschließend zum Bischof von Metz ernannt.
 
 
 
 

Literatur:
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Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 79,86,108,110, 133-135,139,168,237-240,264,297,383 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C. H. Beck München 1994, Seite 58 - Epperlein Siegfried: Karl der Große. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1974, Seite 138 - Herm, Gerhard: Karl der Große. ECON Verlag GmbH, Düsseldorf, Wien, New York 1987, Seite 239,289 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971, Seite 56,77 - Illig Heribert: Das erfundene Mittelalter. Die größte Zeitfälschung der Geschichte. ECON Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1996, Seite 312 - Riche Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1991, Seite 182,191,207,392,395 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992, Seite 90,114,119,121,131,134,137,140,143,145,147,153,166 - Schmid, Karl: Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983, Seite 398,485,491,501 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990, Seite 42,47,49 - Treffer Gerd: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996, Seite 39 - Werner Karl Ferdinand: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1995, Seite 424,426 - Wies Ernst W.: Karl der Große. Kaiser und Heiliger. Bechtle Verlag Esslingen 1986, Seite 226,257 -
 
 
 
 
 
 
 


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