Rainald I.                                                  Graf von Dammertin-en-Goelo (1187-1214)
------------                                                 Graf von Aumale (1205-1227)
    -   1227                                                Graf von Mortain (1209-1227)
     Burg Peronne
 

Sohn des Grafen
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 724
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Renaud de Dammartin, Graf von Dammartin (1187-1214) und von Boulogne
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     + 1227
      Burg Peronne

Renaud, dessen Großvater Chambrier du roi gewesen war und der eine der wichtigsten Burgen der Ile-de-France besaß, wuchs auf am französischen Königshof als Gefährte des jungen Philipp Augustus, der ihn zum Ritter schlug. Nach einem ersten Verrat am König erlangte er Verzeihung und wurde mit der Base des Königs, Marie de Chatillon, vermählt. Doch verstieß Renaud 1190 die Gemahlin und entführte dem Grafen Arnulf von Guines die Witwe des Grafen von Geldern, Ida, Tochter des Grafen Matthias von Boulogne. Nachdem Renaud dem König für die Grafschaft Boulogne den Treueid geleistet hatte (1191), verriet er ihn erneut und ging zum König von England über. Es kam 1200 jedoch nochmals zur Versöhnung, und Renaud nahm an der Seite des König Philipps an der Eroberung der Normandie teil.
Der König verlieh ihm 1204 die Grafschaften Varenne, Aumale und Mortain, die Renaud (zusammen mit seinen Grafschaften Dammertin und Boulogne) zu einem der mächtigsten französischen Seigneurs machten. Der König, der ihn gegen seine Nachbarn unterstützte, sorgte für ertragreiche Heiratsbündnisse: Renauds Bruder Simon de Dammartin erhielt die Hand einer Nichte des Königs, während Renauds Tochter Mahaut mit Philipp Hurepel, dem Prinzen aus der Ehe mit Agnes von Meranien, verlobt wurde (späterer Sohn aus dieser Verbindung: Renaud II. de Trie). Gleichwohl hatte sich Renaud durch seine Heirat mit der Gräfin von Boulogne nicht nur den enttäuschten Mitbewerber, sondern auch den Grafen von St. Pol und das Haus DREUX zum Feind gemacht. Renaud führte Krieg gegen den Bischof von Beauvais und vergaß sich schließlich soweit, dass er den König vor zahlreichen Zeugen bedrohte und in eine Wutausbruch eigenmächtig den Hof verließ. Der König besetzte die von Renaud gerade neubefestigte Burg Mortain und marschierte auf Boulogne.Renaud entwich auf Reichsgebiet, an den Hof des Grafen von Bar (1212). Im Mai 1213 erschien er als Verbündeter des Königs von England mit einer Flotte, die bei Damme die französische Flotte schlug. Bei Bouvines (27. Juli 1214) kommandierte er eine Abteilung des Koalitionsheeres und kam in Gefangenschaft. Er wurde bis zu seinem Tode in Haft gehalten.

Literatur:
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DLFMA 1992, 1255 HLF 37, 1938, 470-480, 493-503 [M. Roques] R. A. Dwyer, Boethian Fictions, 1976


Rainald I. wurde ein erbitterter Gegner Philipps II. August von Frankreich, der ihn 1212 proskribierte. Er war ein ganz übler Fehdehahn, machte 1214 auf englischer Seite die Schlacht bei Bouvines mit, geriet in französische Gefangenschaft und beging 1227 aus Verzweiflung Selbstmord.
 
 
 
 

  1. oo 1. Marie de Chatillon, Tochter des Seigneur Guy II.
                      - nach 1214

    1190
  2. oo 3. Ida Gräfin von Boulogne, Tochter des Grafen Matthäus
              1161-   1216
 
 
 
 

Kinder:

  Mathilde Gräfin von Dammartin und Boulogne (1216-1261)
  um 1200-14.1. nach 1261

    1216
  1. oo Philipp Hurepel Graf von Clermont
          1200-18./19.7.1234

   1235/38
  2. oo Alfons III. König von Portugal
 - 1253 1210-16.2.1279
 
 
 
 

Literatur:
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Pernoud Regine: Herrscherin in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien, Königin von Frakreich. Diederichs Verlag München 1991 Seite 63, 68,76,137,145,231 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 156-159,277,281,404,531 -  Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 208,329,331,353-355,357-360,363,365,367,369,370,373-375,507-509 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 500 -