Sohn des Grafen Giselbert von Condroz
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 183
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Manasses, Graf
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+ 918
Entstammte einer großen Familie Austriens und war vielleicht Sohn des Giselbert, Grafen von Condroz
Er soll mit Ermengard,
einer Tochter Bosos von Vienne (BOSONIDEN),
vermählt gewesen sein und war’fidelis‘ von Bosos
Bruder, Richard dem Justitiar. Manasse
hatte (anscheinend seit 888) die Grafschaft Beaune inne und gründete
für die von den Normannen vertriebenen Religiosen von St-Vivant die
Abtei Vergy. Auch besaß er die Grafschaft Chalon sowie weitere Grafschaften
im Umkreis von Dijon (Atuyer oder Oscheret). Nachhaltig unterstützte
Manasses das Vorgehen Richards,
ließ den gegnerischen Bischof Tedbald von Langres, der die Erhebung
von Manasses Bruder Waldo
zun Bischof von Autun bekämpfte, blenden und intervenierte in Sens,
dessen Erzbischof er gefangennehmen ließ (894,895). Manasses
setzte seine Verwandten in Sens, Auxerre, Troyes und Bar-sur-Seine ein
und begründete so, gestützt auf Richards Autorität, den
Aufstieg seiner Familie, insbesondere seines Sohnes Giselbert
von Vergy. 911 kämpfte Manasses
gemeinsam mit Richard gegen Rollo.
Doch gelang es Graf Richard, der über eine Ehe mit der WELFIN Adelheid, Schwester König Rudolfs I. von Hoch-Burgund, den Rücken frei hatte, die Grafschaften Auxerre, Troyes und Sens unter Kontrolle zu bringen und dort Vizegrafen einzusetzen, zudem sich zum Oberherrn der Grafen Rather von Nevers und Manasse I. von Chalon (+ 918) aufzuschwingen.
Hlawitschka Eduard: Seite 96,133-135,139-141,151,244
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"Lotharingien und das Reich an der Schwelle der deutschen
Geschichte"
Da sieht man nun LUDWIG,
nachdem dieser mit seiner Mutter aus Forchheim zurückgekehrt war,
den Grafen Richard iusticiarius von Autun, Graf Wido vom Oscheret, Graf
Hugo von Langres (bzw. vom Bassigny), Graf Rather von Nevers, den Vizegrafen
Richard von Auxerre, das heißt den Bruder des Grafen
Manasse von Dijon, wie auch den Bischof Ardrad von Chalon-sur-Saone
bei jenem Gerichtstag in Varennes .
W-Burgund mit seinen Großen, den schon 893 einmal
gegen Odo aktiv gewordenen Grafen Richard
von Autun, Wilhelm von Macon,
Manasse von Dijon,
war in jenen Monaten noch ein letztes mögliches Zufluchtsgebiet für
Karl
und Fuco. Gleich nachdem der Tod des Erzkanzlers Odos bekanntgeworden war,
setzten nämlich Richard von Autun und sein vertrauter Freund Manasse
von Dijon durch, daß der Laie Walo,
ein Bruder von
Manasse, vom Nachfolger
des am 4. Juli 893 verstorbenen Erzbischofs Aurelian von Lyon, das heißt
von dem im Herbst 890 aus Langres verdrängten Argrim, zum Bischof
von Autun geweiht wurde.
Am 8. Juni 895 - gerade als die Wormser Reichsversammlung
zu Ende gegangen war und als Karls Anhang
die Freundschaft und Hilfe Zwentibolds
anstrebte - überfielen deshalb Richard von Autun und sein familiarissimus
Manasse
von Dijon das vom Grafen Warin verteidigte Sens, konnten durch
den Verrat eines Vasallen in die Stadt eindringen, den Erzbischof Walter
gefangennehmen und in ihre Haft fortführen. Papst Formosus sprach
die Exkommunikation Richards, Rampos und Manasses
aus.
Den im Eintrag neben Rampo genannten Vuitbertus wird
man mit dem westburgundischen Grafen Wibert identifizieren dürfen,
der am 21. Dezember 896 in Corte-Onulfi bei einem Gerichtstag Herzog
Richards von Autun/Bourgogne zugegen war und die dabei ausgestellte Urkunde
neben Richard von Autun, dessen Sohn Rudolf
und neben den Grafen Manasse, Ilduin
und Wido und dem Vizegrafen Ragenard, dem Bruder des Manasse,
unterschrieb.
Und unbegreiflich ist außerdem, warum schließlich
die anderen uns bekannten und noch im 10. Jahrhundert bezeugten Geschwister
des Grafen Manasse [Als Geschwister
des Grafen Manasse sind noch Walo,
der von 894 bis 919 Bischof von Autun war, und Reginard, der Vizegraf
von Auxerre, bekannt.] wie auch Richilde,
die Schwester König Bosos und
Herzog Richards und Gemahlin KARLS DES KAHLEN,
in unserem Gedenkeintrag fehlen.
oo Irmgard von Vienne Tochter des Königs Boso
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Kinder:
Manasse II. der Jüngere Graf von Chalon
- 936
Heriveus Bischof von Autun
- nach 920
Walo Graf von Dijon
-
924
Giselbert Herzog von Burgund
-
956
Literatur:
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Hlawitschka Eduard: Lotharingien und das Reich
an der Schwelle der deutschen Geschichte. Anton Hiersemann Stuttgart 1968
Seite 96, 133-135,139-141,147,149,151,241,244,248 - Schwager, Helmut:
Graf Heribert II. von Soissons. Verlag Michael Lassleben Kallmünz/Opf.
1994 Seite 39,106 -