Denghizik                                       Hunnen-Fürst
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um 425/30 469 gefallen
 

Sohn des Hunnen-Königs Attila
 

Schreiber Hermann: Seite 208
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"Auf den Spuren der Goten."

Das Heer seiner Söhne, wie einzelne Forscher es genannt haben, mag zunächst zwei Dutzend Namen vereint haben. Bedeutung erlangten aber nur der tapfere Ellak und der unbändig zähe, ja beinahe heroisch weiterkämpfende Denghizik, während der strahlende Prinz Gheism, den Attila mit einer Schwester des Gepiden-Königs Ardarich gezeugt hatte, die Linie bis weit ins sechste Jahrhunder herauf fortleben läßt.

Schreiber Hermann: Seite 312,319-322
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"Die Hunnen. Attila probt den Weltuntergang."

Wer aber wie die Mutter von Attilas Lieblingssohn Ernak, dem ein weiches und verbindliches Gemüt nachgerühmt wird? Mit welcher Frau zeugte Attila die harten Kämpfer, die ihm beide so ähnlich waren, nämlich Ellak und Denghizk? Oder andersherum gefragt: Wie kam es, daß jener Sohn Gheism, den Attila aus seiner Verbindung mit der Schwester des Gepiden-Königs Ardarich hatte, keine größere Rolle spielte?
Zwei Parteien werden unter ihnen erkennbar. Die eine tritt, da Ellak am Nedao gefallen ist, nun unter der Führung Denghiziks auf, des Sohnes, der - von Ellak abgeshen - König Attila am ähnlichsten gewesen sein soll. Die andere Gruppe ist vertreten durch Ernak, den Lieblingssohn. Er hat neben sich die jüngeren Brüder Emnedzar und Uzendur, die von der gleichen Mutter stammen wie er und mit ihm für den Frieden und den Übergang zu einer seßhaften Lebensweise stimmen.
Dem Temperamenten entsprechend, begab sich die Friedenspartei Ernaks und seiner Vollbrüder nach dieser zweiten Niederlage (gegen die Ostgoten) unter den Schutz des Oströmischen Reiches, während die Kriegspartei seines Halbbruders Denghizk sich für das kriegerische Nomadenleben nördlich der Donau entschied.
Denn als sich nun die Ostgoten für den Überfall vom Jahr 455 revanchierten und im Sommer 462 über das neue Siedelgebiet an der unteren Donau herfielen, konnten die friedliebenden Hunnen unter Ernak und die Alanen unter Candax offensichtlich nicht allein mit ihnen fertig werden. Und es war zwar ein schöner Beweis halbbrüderlicher Treue, daß Denghizik sogleich aus Bessarabien heranstürmte und sich auf die bereits mit der Beute abziehenden Ostgoten warf.
Niederlagen, die vielleicht einen romantischen Denghizik-Biographen, aber nicht mehr die Geschichte interessieren, trieben die Hunnen aus dem eroberten Serdika (Sofia) wieder hinaus und brachten sie in den engen Balkantälern in eine so aussichtslose Position, daß sie sich vom Gegner verköstigen lassen mußten. Dies führte schließlich zu dem wohl kaum vermeidbaren Ende: dem tüchtigen gotischen Feldherrn des Kaisers, den wir unter seinem römischen Namen Anagastus kennen, fiel es nicht sonderlich schwer, abermals eine Falle für den ungestümen Denghizik vorzubereiten, in die der Heerführer, der offenbar von Aufklärung und Flankensicherung gleichermaßen wenig hielt, denn auch blindwütig hineinrannte.
Das Chronikon Paschale zum Jahr des Herrn 469 meldet:
"Dinzirchus, Attilas Sohn, wurd getötet von Anagastus, dem General des Kaisers in Thrakien. Das Haupt des Hunnen wurde nach Konstantinopel gebracht, in einer Freudenprozession durch die Große Straße getragen und schließlich am Zirkus auf eine Stangegesteckt. Die ganze Stadt war auf den Beinen, um es zu betrachten."
 
 
 
 

Literatur:
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Schreiber Hermann: Auf den Spuren der Goten. List Verlag München 1977 Seite 208 - Schreiber Hermann: Die Hunnen. Attila probt den Weltuntergang. Econ Verlag Wien-Düsseldorf 1990 Seite 312, 319,320,321,322 -