Cunipert                                         König der Langobarden (688-700)
-----------
   700

Begraben: S. Salvatore Pavia
 

Sohn des Langobarden-Königs Perctarit und der Rodelinde
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 572
********************
Cunincpert, langobardischer König 680/88-700
---------------
  

Begraben: S. Salvatore Pavia

Sohn König Perctarits

  oo Hermelinda
              

Vater König Liutperts

Cunincpert, der zur sogenannten bayerischen Dynastie (AGILOLFINGER) gehörte, war 680 von seinem Vater zum Mit-König erhoben worden und hatte maßgeblichen Einfluß auf dessen Politik gewonnen. Als er nach Perctarits Tod (688) die Alleinherrschaft antrat, brach ein gefährlicher, vor allem Nordost-Italien erfassender Aufstand gegen ihn aus, an dessen Spitze Herzog Alahis von Trient stand. Nach anfänglichen Erfolgen wurden die Rebellen wohl noch 688 von Cunincpert in einer blutigen Schlacht bei Coronate an der Adda besiegt. Wichtigstes Ziel des tatkräftigen Königs war die vollständige Katholisierung der Langobarden und die Überwindung des Dreikapitelstreits, die 698 auf der Synode von Pavia erreicht wurde.

J. Jarnut



Thiele, Andreas: Tafel 225
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

KUNINKBERT
---------------------
    700

Kuninkbert war 662-671 Geisel bei König Grimoald, wurde 679 Mitregent seines Vaters zu Mailand und verwarf auf der Synode von Pavia die Drei-Kapitelhäresie. Es war eine Zeit ständiger Thron- und Bürgerkriege und Kuninkbert wurde dabei zeitweise vom Gegen-König Alahi verjagt, den er noch gegen den Vater unterstützt hatte. Er besiegte ihn 695 in der Schlacht bei Coronate und stand auch gegen die Herzöge von Friaul und die Exarchen von Ravenna. Daneben belasteten ihn Gegensätze zu Spoleto, Benevent und das Papsttum.



Cunipert war seit 678 Mitregent seines Vaters. Nach dessen Tode verschwor sich Herzog Alahis mit anderen Großen aus Brescia sowie weiteren Städten in Austrien und besetzte in einem Staatstreich den Königspalast in Pavia. Cunipert, der mit der Angelsächsin Hermelinda verheiratet war, aber zugleich ein Verhältnis mit der schönen Theodote, einer langhaarigen Blondine aus sehr edlem römischen Geschlecht, hatte und vielleicht deshalb nicht in Pavia war, mußte auf die Insel Comavina im Comer See fliehen. Als sich der vom katholischen Klerus gehaßte Usurpator Alahis auf der Jagd befand, bemächtigte sich Cunipert wieder des Thrones. Mit seinem 688 errungenen Sieg im Bürgerkrieg über das Heer des Alahis war die altlangobardische Partei endgültig zerschlagen.
 
 
 
 

  oo Hermelinda (Angelsächsin)
           
 
 
 
 

Kinder:

  Liutpert
        703
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Jarnut Jörg: Agilolfingerstudien. Anton Hiersemann Stuttgart 1986 Seite 118,128 - Paulus Diakonus und die Geschichtsschreiber der Langobarden: Geschichte der Langobarden. Phaidon Verlag Kettwig 1992 Buch IV Kapitel 51/Buch V Kapitel 33/Buch VI Kapitel 8/Buch VI Kapitel 16,17 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung im Frühmittelalter, Seite 43,47-50,57,210,229,252 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 225 -