Philipp II.                                         Fürst von Tarent (1364-1374)
-------------                                                Lateinischer Titular-Kaiser von Konstantinopel
1329
25.11.1374
            Tarent
 

3. und jüngster Sohn des Fürsten Philipp I. von Tarent aus dem Hause ANJOU aus seiner 2. Ehe mit der Titular-Kaiserin Katharina II. von Valois, Tochter von Graf Karl I.
 

Schwennicke, Detlef: Tafel 56
******************
"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser"

PHILIPP II.
------------------
* 1329,
Tarent 25.XI.1374

Begraben: ibid S Cataldo

1364 Pc di TARENTO, Titular-Kaiser von KONSTANTINOPEL, Despot(es) von ROMANIA
1370 Fürst von ACHAJA

  I. oo IV 1355
           MARIA, Prinzessin von Sizilien
           * posthuma (Neapel) 10.XI./6.XII.1328,
Neapel 20.V.1366

Witwe I. von Karl Prinz von Sizilien Herzog von Durazzo, II. von Robert de Baux, Cte d'Avellino, Tochter von Erb-Prinz Carlo Duca di Calabria etc.

  II. oo (20.)X. 1370
            ELISABETH, Prinzessin von Slavonien (Ungarn)
            * (1352),
kurz vor 6.IV.1380

Tochter von Prinz Stephan von Ungarn, Herzog von Slavonien


Thiele, Andreas: Tafel 414a
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

PHILIPP II.
----------------
* 1329,
1374

Philipp II. wurde 1364 Titular-Kaiser von Byzanz, Despot von Romanien und Fürst von Tarent. Er drängte sich nach seiner ersten Ehe mit Maria, der Schwester der Königin Johanna I., in den Vordergrund, verfocht eigene Thronpläne, war genauso unbeliebt wie Ludwig, mischte hemmungslos in den Intrigen und Bandenkriegen mit, adoptierte seinen Neffen Jakob vom Baux und war recht anmaßend und arrogant, ohne jede majestätische Ausstrahlung.

  1. oo 1355
            MARIE D'ANJOU
            * 1328,
1366 (im Kindbett beim 5. Kind)

Tochter des Herzogs Karl von Kalabrien
Witwe des Herzogs Karl von Durazzo

  2. oo 1370
            ELISABETH D'ANJOU VON UNGARN
                  
1380

Tochter des Herzogs Stephan von Slawonien
(1 Kind
klein)


Veldtrup, Dieter: Seite 89,101,393
**************
"Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit."

Hier handelte er noch für seine nicht volljährige Nichte; als aber deren Verlöbnis mit WENZEL gelöst werden sollte, trat sie selbst auf, indem sie KARL und seinen Sohn von allen in dieser Angelegenheit abgegebenen Versprechungen lossprach, nachdem der Papst der Auflösung zugestimmt hatte [472 Durch die Gewährung der Dispense für ihre Verlobung mit Philipp von Tarent: MonVat III, Nr. 1168 Seite 781f. zu 1370 Januar 8, sowie VetMonHeung II Nr. 186 Seite 95f. zu 1370 Januar 13 (beide Rom).].
Es ist höchst aufschlußreich, daß Urban nun gerade in Fällen, in denen der umstrittene zweite Grad eine Rolle spielte, die kanonische Zählung anwendet, die es ihm erlaubt, jenen Grad unerwähnt zu lassen: Er dispensiert über Verwandtschaft im vierten Grade, wenn sie im zweiten berührend den vierten vorliegt [550
                          - Catharina (1303-1346) oo Philipp I. von Tarent - Philipp II. (1329-1374)
Karl von Valois
                         - Johanna  oo Wilhelm III. von Holland - Margaretha oo  LUDWIG IV. - Margaretha oo Stefan von Kroatien - Elisabeth
1380].
Wegen der Kinderlosigkeit von Ludwigs verhaßter Schwägerin Johanna I. von Neapel, der Witwe seines ermordeten Bruders Andreas, war nämlich die Frage akut, wer nach ihrem Tode ihr Reich erben sollte.
Die  ANJOU verfügten zu dieser zeit nur noch über drei männliche Vertreter:
o Philipp von Tarent, den Sohn eines Großonkels von Ludwig
o Karl, seinen jetzigen Thronfolger, der ein Enkel eines weiteren Großonkels war und
o Ludwig selbst.
Um die Ansprüche zwischen den drei Anwärtern aufzuteilen, kam man zu folgendem Erbarrangement: Philipp, der Familientradition und dem Wunsch der Kurie entsprechend legitimer Erbe Johannas, sollte deren neapolitanische Besitzungen erben und mit Ludwigs Nichte Elisabeth verlobt werden, während Karl von Durazzo als anerkannter ungarischer Thronfolger mit Margaretha von Durazzo eine Nichte Johannas heiraten sollte. Dieser offensichtlich zunächst geheimgehaltene Plan wurde am 15. Juni 1369 von Papst gutgeheißen.




   1355
  1. oo 3. Marie von Anjou, Tochter des Herzogs Karl von Kalabrien
             10.11./6.12.1328
20.5.1366
                                           Neapel

    1370
  2. oo Elisabeth von Ungarn, Tochter von Stephan von Slawonien
           1352
kurz vor 6.4.1380
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Philipp
  1356
klein

  Karl
  1358
klein

  Philipp
  1360
klein

  Kind
  1362
1362

  Kind
  1366
1366

2. Ehe

  Philipp
  1371
klein
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 340 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 56 -
Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 414a - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger Warendorf 1988 Seite 89,101,393,396 -