Balduin von Ibelin                      Herr von Ramleh
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um 1130- nach 1186 (1188)
 

2. Sohn des Herrn Balian I. der Alte von Ibelin und der Helvis von Ramleh, Erb-Tochter vom Herrn Balduin
 

Runciman, Steven: Seite 718,721,724-725,746-749,750
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Die Tapferkeit der Brüder Balduin und Balian von Ibelin und der Stiefsöhne Raimunds, Hugo und Wilhelm von Galiläa, beförderte 1177 den Sieg bei Montgisard.
Unter Saladins Gefangenen der Schlacht am Litani-Fluß befanden sich der Großmeister der Tempelritter, Odo von Saint-Amand, Balduin von Ibelin und Hugo von Galiläa. Für Balduin von Ibelin verlangte Saladin 150.000 Dinare, das Lösegeld eines Königs - so hoch bewertete er Balduins Bedeutung. Balduin wurde einige Monate darauf gegen Rückgabe einiger tausend muselmanischer Gefangener und das Versprechen, daß er das Geld beschaffen werde, in Freiheit gesetzt.
Mittlerweile hatte sich Sibylle in Balduin von Ibelin verliebt.
Ibelin selbst wurde beim Tod Balians des Alten, des Begründers der Familie, den Hospitalitern übergeben; aber Ramleh ging auf seinen ältesten Sohn Hugo über und bei Hugos Tod auf seinen Bruder Balian, der die Erbin von Beisan geheiratet, dann unter dem bequemen Vorwand der Blutsverwandtschaft wieder verstoßen hatte.
Balduin und Balian waren die einflußreichsten unter den ortsansässigen Edlen; und Balduins Ehe mit Sibylle wäre trotz seines unbedeutenden Stammbaumes im ganzen Land sehr volkstümlich gewesen. Aber noch ehe eine Verlobung vereinbart werden konnte, geriet Balduin bei Mardsch Ayun in Gefangenschaft. Sibylle schrieb ihm in den Kerker, um ihn ihrer Liebe zu versichern. Aber als er freigelassen wurde, teilte sie ihm kühl mit, sie können an Heirat nicht denken, solange er ein riesiges Lösegeld schulde. Ihr Argument, wenngleich entmutigend, war durchaus billig; und Balduin, der nicht wußte, wie sonst das Geld auftreiben, reiste nach Konstantinopel und erbat es vom Kaiser. Manuel mit seiner Vorliebe für großherzige Gesten bezahlte die ganze Summe. Balduin kehrte zu Beginn des Frühjars 1180 im Triumph nach Palästina zurück, nur um zu erfahren, daß Sibylle sich inzwischen einem anderen angelobt hatte.
Balduin befand sich in Nablus unter den Baronen, die eine Krönung Sibylles zur Königin von Jerusalem ablehnten. Er erhob sich in der Versammlung und erklärte, er zumindest werde nicht in einem Land bleiben, das von einem solchen König regiert werde, und riet allen Baronen, ein Gleiches zu tun. Nach dem Abfall Humfrieds von Toron begaben sich die Barone einer nach dem anderen nach Jerusalem und boten Guido ihre Unterwerfung an. Selbst Balian von Ibelin, der höchstgeachtete von allen, erkannte, daß sich jetzt nichts anderes mehr tun ließ. Aber sein Bruder Balduin hielt fest an seinem Beschluß, lieber dem Königreich den Rücken zu kehren als Guido hinzunehmen. Balduin war auf der ersten Versammlung Guidos zugegen und wurde von Rainald von Chatillon aufgefordert, Guido zu huldigen. Er erwies dem König lediglich einen förmlichen Gruß und teilte ihm mit, er hinterlasse seine Länder zu Ramleh seinem Sohn Thomas, der dem König huldigen werde, wenn er alt genug sei; er selbst werde es niemals tun. Er verließ das Königreich einige Tage später und trat in die Dienste Bohemunds von Antiochia, der ihn freudig willkommen hieß und ihm ein Lehen übertrug, das größer war als jenes, welches er verlassen hatte.

Mayer, Hans Eberhard: Seite 119
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Im Frühjahr 1180 verheiratete König Balduin IV. seine Schwester Sibylle mit unziemlicher Hast mit Guido von Lusignan. Dabei mußte ihm klar sein, daß die Ehe die Interessen der mächtigen IBELINS verletzte, weil es 1179 Bestrebungen gegeben hatte, Sibylle mit dem Führer des Hauses IBELIN, Balduin von Ramla, zu verheiraten. Dieses Projekt war auch vom byzantinischen Kaiser unterstützt worden, der für den in Gefangenschaft geratenen Balduin ein monumentales Lösegeld aufbnrachte, so daß er in ihm den künftigen König Jerusalems gesehen haben muß. Im Jahre 1186 sollte Balduin dem zum König avancierten Guido als einer von nur zwei Baronen die Huldigung verweigern.
 
 
 

      um 1157
  1. oo Richelda von Beisan
                 -   1174
       1175
  2. oo 2. Isabella von Gothman, Tochter von Johann (Gräfin von Cäsarea)
                     - Anfang 1180

     1180
  3. oo 1. Maria von Beirut, Tochter des Renier, Constabele von Tripolis
                       - nach 1228
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Thomas
  vor 1175- nach 1188

  Stephanie
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  oo Amalrich Vizegraf von Nablus
               -

  Eschiva
  um 1165-   1196/97

 29.10.1175
  oo Amalrich II. König von Jerusalem
       um 1155-1.4.1205
 
 
 
 

Literatur:
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Lehmann Johannes: Die Kreuzfahrer. Abenteurer Gottes. Gondrom Verlag Bindlach 1991 Seite 260, 273 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 119 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 120,128 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 716,718,721,724-725,738,740,746-749,750,858 -