Deidameia                                      Königin von Makedonien
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um 325/20 v.u.Z. 299/98/97 v.u.Z.
 

Tochter des Königs Aiakides von Epeiros aus dem Hause der AIAKIDEN und der Phthia, Tochter von Menon von Pharsalos; Schwester von König Pyrrhos I. von Epeiros
 

Thiele, Andreas: Tafel 243
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

DEIDAMEIA
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    302 v.u.Z.

  1. oo ALEXANDER IV., König von Makedonien
                 310 v.u.Z. ermordet

  2. oo DEMETRIUS I., König von Maledonien
                   283 v.u.Z.



KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS.: Seite 78,187
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316 erzwang Kassander den Anschluß von Argos, 303 fiel es an Demetrios I. Poliorketes, der dort seine Hochzeit mit der Pyrrhos-Schwester Deidameia feierte.
Nach Demetrios' I. Angriff auf Kassander (307) ermordeten die Epiroten Alketas und erhoben Pyrrhos zum Molosser-König und Bundeshegemon; 303 heiratete Demetrios Pyrrhos' Schwester Deidameia ( 299), ehemalige Verlobte des jungen Alexander IV. von Makedonien.

Bengtson Hermann: Seite 65,66,78,85,92,93,141
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

Nicht weniger von politischen Motiven bestimmt war die dritte Ehe des Demetrios, die er 303 v.u.Z. mit Deidameia, der Schwester des Pyrrhos, geschlossen hat. Was Demetrios auch immer mit dieser dritten Ehe beabsichtigt haben mag - die Verbindung der Häuser der ANTIGONIDEN und der AIAKIDEN hat beiden Teilen wenig Segen gebracht; denn als Pyrrhos, wahrscheinlich im Jahre 297 v.u.Z., aus Alexandria in seine Heimatland zurückkehren konnte, da starb Deidameia, und in der Folgezeit waren die beiden ehemaligen Schwager zumeist politische Gegner.
"Die Ehen des Demetrios wurden zwar mit bestimmten, für den Augenblick vielleicht günstigen Absichten, aber insgesamt ziellos und mit überspitzten Plänen geschlossen...Allein bei der Verbindung mit Deidameia könnte man von einer klugen, planenden Heiratspolitik sprechen. Doch diese wurde durch die Vertreibung des Pyrrhos und den frühen Tod der Deidameia unwirksam " (J. Seibert).
Nach der Schlacht bei Ipsos 301 v.u.Z. verschlossen die Athener dem Demetrios den Hafen und die Stadttore und seine Gattin Deidameiaführte man in ehrenvollem Geleit außer Landes nach Megara.

Bengtson Hermann: Seite 104
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

Nicht sehr erwünscht war dem Demetrios der Besuch seiner Gattin Deidameia in Kilikien; das Zusammenleben der beiden währte auch nur kurze Zeit, dann starb die Königin.

Droysen Johann Gustav: Band II Seite 151,154,331,338,356,370
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"Geschichte des Hellenismus."

Während Kassandros zur Peloponnes hinabzog, hatte sich Polyperchon mit dem König Aiakidas von Epeiros in Verbindung gesetzt, ihn vweranlaßt, seine Epiroten aufzubieten, um mit ihm vereinigt die Königin Olympias und den jetzt 6-jährigen Sohn Alexanders nach Makedonien zurückzuführen; es wurde ihm die einstige Vermählung seiner Tochter Deidameia mit Alexander versprochen.
Mit Olympias waren in Pydna der junge König und seine Mutter Roxane, Thessalonike, Deidameia, die Tochter des Königs Aiakidas, die Töchter des Attalos, viele edle Frauen, ein zu reicher Hofstaat für die Belagerung, die man erwarten muß.
Demetrios übernahm die Sorge für die Kampfspiele, für die Bewirtung der Fremden. Das Fest war zugleich des Königs Hochzeitsfeier: er vermählte sich mit Deidameia, des jungen Epeiroten-Königs Pyrrhos Schwester, die füher dem Sohn der Roxane verlobt gewesen war; das Interesse des Demetrios und des epeirotischen Königreiches schein miteinander Hand in Hand zu gehen.
Bei seinen Orgien in Athen (302) mit der Flötenspielerin Lamia waren die rechtmäßigen Gemahlinnen, die edle Phila, die Athenerin Eurydike, die schöne Deidameia, so gut wie vergessen.
Da kann ihm ein attisches Schiff entgegen mit Gesandten des Staates: das Volk habe beschlossen, in Betracht der schwierigen Zeitumstände keinen der Könige in ihrer Stadt aufzunehmen. Man habe bereits seine Gemahlin Deidameia mit allen Ehren nach Megara geleitet.
Noch hielt Pyrrhos als Stratege des Demetrios den Isthmos; dass Demetrios dessen Schwester Deidameia, seine Gemahlin nach Kilikien kommen ließ, mochte als Zeichen dafür gelten, dass er für einen Frieden mit Kassandros Hellas aufzugeben gedenke.

Errington Malcolm: Seite 125,126,135,137,247
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"Geschichte Makedoniens."

Olympias hatte vorgehabt, die Verbindung der zwei Königshäuser auch in der nächsten Generation fotzusetzen: Aiakides' Tochter Deidameia war schon mit dem Knaben Alexander IV. verlobt und während der Belagerung in Pydna anwesend. Aber Aiakides' Scheitern gegen Kassandros brachte eine Widerstandsbewegung gegen ihn auf. Aiakides konnte zunächst nur bei Polyperchon bleiben und auf seine Chance warten [16 Aiakides hatte Phthia, eine Tochter des thessalischen Freiheitskämpfers des Lamischen Krieges, des Menon von Pharsalos, geheiratet, die ihm Deidameia, Pyrrhos und Troas gebar (Plutarch, Pyrrhos 4). Dies war allerdings schon vor dem Krieg (Plutarch, Pyrrhos 4.2) (Verlobung der Deidameia mit Alexander IV.); Diodoros 19.35.5 (Deidameia in Pydna und Lykisos). Die neuesten Untersuchungen zum epirotischen königlichen Geschlecht: Kienast, RE s.v. Pyrrhos; Leveque, Pyrrhos, 83f.; Hammond, Epirus. Lesenswert noch Beloch, Griechische Geschichte IV 2, 143f.; Diodoros 19.52.6 (Aiakides und Polyperchon).].
Seine Schwester Deidameia wurde ca. 303 mit Kassandros' Hauptgegner Demetrios vermählt; nach seiner Vertreibung ging Pyrrhos auch zu Demetrios.

Nach Ipsos erklärte sich Athen neutral, sandte Demetrios' Frau Deidameia nach Megara und gab seine Schiffe frei.
Auch Lysimachos band sich an Ptolemaios über Arsinoe, und Demetrios' Freund Pyrrhos, dessen gerade (299/98) verstorbene Schwester Deidameia Demetrios ca. 303 geheiratet hatte, bekam Antigone, eine Stieftochter des Ptolemaios.

 
 
 
 

  1. oo Alexander IV. König von Makedonien
           323 v.u.Z. 309 v.u.Z.

  303 v.u.Z. Argos
  2. oo 3. Demetrios I. Poliorketes
               337 v.u.Z. 283 v.u.Z.
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Alexander
      
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 103,104,204 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 65,66,78,85,92,93,141 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite 151,154,331,338,356,370 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 125,126,135,137,247 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 59 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 143 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 78,187 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 111 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 237,40,243 -