David                                              Kaiser von Trapezunt
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nach 1185 Sommer 1214 gefallen
                   bei Sinope
 

Sohn des Prinzen Manuel Komnenos von Byzanz und der Irene; Bruder des Kaisers Alexios I. von Trapezunt und Enkel des Kaisers Andronikos I. von Byzanz
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 599
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David Komnenos, Mitbegründer des Kaiserreiches von Trapezunt
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* nach 1185, 1214 gefallen

Enkel von Kaiser Andronikos I. Komnenos

Nach neueren Forschungen (Lampides, Kursanskis) wird seine Flucht zur Königin von Georgien, Thamar, gemeinsam mit seinem Bruder Alexios, kurz nach der Ermordung seines Großvaters (1185) angezweifelt und erst in die Zeit der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer nach Juli 1203 verlegt. Auch die nahe Verwandtschaft zu Thamar wird neuerdings in Frage gestellt. Mit einem offenbar nur kleinen Hilfskontingent der in Kämpfen mit den Seldschuken verwickelten Georgier-Königin besetzten die Brüder offenbar kampflos Trapezunt und sein Umland. Wahrscheinlich kam sowohl der dortigen Lokalaristokratie wie der Landbevölkerung die Gründung eines selbständigen Staates aus wirtschafts- und politischen Gründen gelegen. Zu den Kämpfen mit dem Reich von Nikaia unter Theodor Laskaris kam es erst bei weiterem Vordringen nach Westen (1205,1206). Als nomineller Vasall des Lateinischen Kaisers konnte David Komnenos mit Mühe Herakleia (Pontus) und Amastris halten. Beide Städte gingen erst 1214 an Nikaia endgültig verloren. Im Sommer 1214 fiel David Komnenos im Kampf um Sinope gegen die Seldschuken. Ein Bild seiner Persönlichkeit läßt sich bei dem spärlichen Quellenmaterial nicht zeichnen. Nur soviel ist greifbar, dass er der eigentliche militärische Führer des jungen Staates war, der vielleicht häufig seine Kräfte überschätzt hat.



Thiele, Andreas: Tafel 216
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

DAVID
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    1214 gefallen
 

David wurde auch von seiner Tante, der Königin Tamar I. gerettet, stützte seinen Bruder Alexios I. und gewann Sinope und Heraclea und wurde Herr von Paphlagonien. David fiel bei Sinope.



Browning Robert: Seite 163
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"Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches."

Den fernen Nordosten Kleinasiens beherrschten Alexios und David Komnenos, zwei Enkel Andronikos' I. (sie hatten sich vor 1204 von der Zentralgewalt unabhängig erklärt), mit Unterstützung der Königin Thamar von Georgien.

Runciman, Steven: Seite 902
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Der Verlust der kaiserlichen Hauptstadt führte anfänglich zu chaotischem Durcheinander. Aber binnen zweier Jahre stand die unabhängige griechische Welt in Gestalt dreier Nachfolgestaaten wieder auf den Füßen. Weit im Osten hatten zwei Enkel des Kaisers Andronikos, Alexios und David Komnenos, mit Hilfe ihrer Tante, der großen Königin Thamar von Georgien, Trapezunt besetzt und längs der kleinasiatischen Küsten des Schwarzen Meeres ein Reich errichtet. David kam im Jahr 1206 im Kampf um die Ausbreitung ihrer Macht nach dem Bosporus, ums Leben.
 
 
 
 

Literatur:
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Browning Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite 163 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 902 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 215 -