Richwara von Schwaben                           Herzogin von Kärnten
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um 1025/30-10.5. um 1070
 

Tochter des Herzogs Hermann IV. von Schwaben oder Tochter des Herzogs Konrad II. von Kärnten
Nach W. Wegener einzige Tochter des Herzog Hermann IV. von Schwaben und der Adelheid von Turin, Tochter von Markgraf Manfred II. Odelrich
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 196
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2. Richwara (Richiza)
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Benannt, direkt oder indirekt, nach der väterlichen Urgroßmutter der Gemahlin des Markgrafen Liutpold I. F. siehe 3; * c 1028, da 1043 28/11 zu Ingelheim mit dem kaiserlichen minister Pardo (Berthold von Zähringen) verlobt oder verheiratet DD 5, 142 f n 113 (aus dem Kastler Archiv).
Die Übergabe von drei Dörfern an Pardo durch die domina Adalheit (Hermanns IV. Witwe) und ihren Sohn, den Grafen Gebhard (3) war eine vermögensrechtliche Veränderung, durch die Richwara zu ihrem Drittel an Kastl noch besonders berücksichtigt wurde. Ihr ältester Sohn Hermann, nach dem mütterlichen Großvater genannt, erscheint schon 1050 mit seinem Vater als Zeuge (Fickler, Quellen und Forschungen zur Geschichte Schwabens und der Ostschweiz [1859] 13 f n VI), kann aber damals nur ein kleines Kind gewesen sein, da er 1074 adhuc adulescens, also bestimmt noch nicht über 30 Jahre alt, starb (Bernoldi Chronicon SS 5, 430): Richwara + c 1070 (Ed. Heyck, Geschichte der Herzoge von Zähringen [1891], 94 ff).


Schmid Karl: Seite 31
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"Die Zähringer"

Im Sommer 1976 wurde bei Grabungsarbeiten im Sommerrefektorium der Klosterruine Hirsau im Schwarzwald ein zunächst unscheinbarer Fund gemacht: im Boden des Sommerrefektoriums konnten 2 Fragmente aus rotem Sandstein geborgen werden, die jeweils an den Außenrändern beschriftet waren.
Bei einer Gesamtaufnahme der Inschriftdenkmäler im Bereich des Klosters Hirsau konnte dieses Denkmal bzw. seine beiden Fragmente in eine genauerer Untersuchung einbezogen werden. Die Schrift ist gut erhalten. Sie beginnt in der Mitte der Kopfleiste von Fragment A mit einem gleichschenkligen Kreuz: + BEATE + ME/MOR(IE) + DVX + BERTHOLD[...]; auf der linken Leiste dieses Fragments liest man: [...]RV(M) + RE(Q)VIESCANT + IN/PACE + AM(EN). Die erhaltenen Schriftleisten von Fragment B bieten den Text: [...]X + EI(VS) + RICHWARA + [.../........./...]C + VI + ID(VS) + MAII OB(IIT) + ANIME [...]
Die Textaussagen sehen zunächst recht dürftig aus; sie bieten aber in einwandfreier Lesung zwei Namen, die historisch faßbar sind: einen DVX BERTHOLDVS und eine RICHWARA, dazu die Datierung nach dem römischen Tageskalender VIIDVSMAII ( = 10. Mai). Ein dux Bertholdus im Zusammenhang mit Kloster Hirsau läßt sich nur auf den ZÄHRINGER Bertold I. beziehen. Er war Herzog von Kärnten und Markgraf von Verona 1061-10777, verlor aber sein Herzogtum, als er sich im Investiturstreit entschieden auf die Seite der päpstlichen Partei stellte und sich in Forchheim an der Wahl RUDOLFS VON RHEINFELDEN zum Gegenkönig beteiligte und damit in Gegensatz zu HEINRICH IV. geriet.
Aus der Ehe Bertolds mit Richwara, vermutlich einer Tochter Herzog Konrads II. von Kärnten, stammen der gleichnamige Sohn Bertold II. von Zähringen, Bischof Gebhard von Konstanz und Markgraf Hermann I. von Baden. Bertold I. von Zähringen starb am 5. (oder 6.?) November des Jahres 1078; seine Gemahlin Richwara muß damals bereits seit einiger Zeit verstorben gewesen sein, weil Bertold in zweiter Ehe mit Beatrix von Mömpelgard vermählt war. Das auf dem Stein genannte Datum des Todestages, der 10. Mai, muß sich auf Richwara beziehen.

Die Ergänzung des gesamten Textes dürfte also lauten:
+ BEATE + ME/MOR(IE) + DVX + BERTHOLDVS + ET + CONIVNX + EI(VS) + RICHWARA + ILLE * /NONIS + NOVEMBRIS + /HAEC + VI + ID(VS) + MAII + OB(IIT) + ANIME + EORV(M) + RE(Q)VIESCANT + IN / PACE + AM(EN)

"Herzog Bertholdus und seine Gemahlin Richwara frommen Angedenkens. Jener starb an den Nonen des November (5. November), diese an den 6. Iden des Mai (10. Mai). Ihre Seelen mögen ruhen in Frieden. Amen."

Kimpen Dr. Emil: Seite 45,48
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"Ezzonen und Hezeliniden in der rheinischen Pfalzgrafschaft"

Wittes großes Verdienst ist es, als erster auf den Zusammenhang Richwaras mit den HEZELINIDEN hingewiesen und sie in eingehenden Erörterungen für eine Tochter, allenfalls Schwester Herzog Konrads III. von Kärnten erklärt zu haben. Wenn Witte aber weiter vorgebracht hat, dass seit Richwaras Ehe der Name des Pfalzgrafen Hermann I. plötzlich in das ZÄHRINGER-Geschlecht kam und sich für lange Generationen bei den Markgrafen von Baden erhielt, so wird sich später ergeben, dass dieser Name bestimmt auch noch von anderen Vorfahren Richwaras herrühren kann. Mit dem von jetzt ab bei den ZÄHRINGERN auftretenden Namen Konrad steht es nicht anders. Weit wesentlicher als dies ist im vorliegenden Falle, dass Richwaras Gatte Berthold der Nachfolger gerade des HEZELINIDEN Konrad in Kärnten wurde, und dass, was  Witte gänzlich übersieht, nicht nur der mit einer Enkelin Richwaras vermählte Graf Gottfried von Calw die rheinische Pfalzgrafschaft erhielt, sondern auch der schon genannte Sohn Bertholds I. und Richwaras, Gebhard, der spätere Bischof von Konstanz (1084-1110), in seiner Jugend als Inhaber einer Xantener Propstei erscheint. Schon allein diese rheinischen Beziehungen allein müssen Richwaras hezelinidische Abstammung äußerst wahrscheinlich machen.
Denn wenn Richwara Ansprüche auf die Herzogtümer Kärnten und Schwaben besaß, hatte sie solche zweifellos durch ihre Großmutter Gisela erhalten, deren Schwestern ihren Gatten, den Herzögen Konrad I. und Adalbero von Kärnten, ebenfalls Ansprüche vermittelt hatten. Und wenn Richwara HEZELINIDEN-Blut in den Adern hatte, Gisela aber von ihrem Gatten Ernst nur durch Töchter Nachwuchs bekam, müssen die Verhältnisse so gelegen haben, dass Richwaras Vater ein HEZELINIDE, ihre Mutter eine Tochter Herzog Ernsts I. von Schwaben und seiner Gemahlin Gisela war.
Zeitlich war dies durchaus möglich. Da Richwaras ältester Sohn, Markgraf Hermann I. von Baden, nach Heyck in den 40-er Jahren des Jahrhunderts geboren sein muß, wird sie selbst zwischen 1020/30 das Licht der Welt erblickt haben.

Heyck Dr. Eduard: Seite 27,94-95
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"Geschichte der Herzöge von Zähringen"

Und nunmehr, nachdem Berthold Herzog geworden, ist es gelegene Zeit seiner Gemahlin, Richwaras zu gedenken. Eine Urkunde im Besitzrodel von St. Peter auf dem Schwarzwalde, die einzig ihren Namen aufbewahrt hat, verzeichnet, dass Bertold mit seiner Gemahlin Richwara zugleich einst Güter im Neckargau (im jetzigen württembergischen Oberamt Kirchheim unter Teck) an das in der Folge nach St. Peter übertragene Kloster Weilheim überwiesen habe. Über die von den Quellen im Dunkel gelassene Herkunft der Herzogin ist aber neuerdings die sehr zu beachtende Vermutung aufgestellt worden, "Richware, erste Gemahlin Bertolds I., sei höchst wahrscheinlich eine Tochter des 1039 verstorbenen Herzogs Konrad II." (von Kärnten) "gewesen und durch sie seien von der Seite ihrer Großmutter, der schwäbischen Herzogstochter Mathilde (der Mutter ihres Vaters, eben des Herzogs Konrad II.) ererbte alaholfingische Güter auf ihren Gemahl Bertold I. übergegangen. Zu diesen würde sich auch das von beiden an Weilheim Geschenkte als ein altes alaholfingisches Gut vortrefflich fügen. Und nun kommt ferner zur Bestätigung  dieser Aufstellung in Betracht der wichtige Kern einer Mitteilung Ekkehards von Aura, die zwar nicht irrtumsfrei ist, aber nicht zu denen gehört, welche willkürlich entstehen: der Chronist erzählt nämlich, dass Kärnten nicht nur an Bertold I., sondern später auch an dessen Sohn von HEINRICH IV. übertragen worden sei, er versäumt auch nicht hinzuzusetzen, dass der spätere Verlust des Herzogtums Vater wie Sohn betroffen habe. Dieser Hergang scheint mir auf die Weise am natürlichsten begründet zu werden, wenn man den Sohn Bertolds und Richwares als Träger gewisser erblicher Ansprüche auf Kärnten, die durch die Mutter auf ihn gekommen seien, betrachtet. So glaube ich denn, dass Bertold I. in eigener Person ordnungsgemäß von der Reichsgewalt mit der Wahrnehmung des herzoglichen Amtes in Kärnten betraut wurde, ohne dass am Anfang seine Ehe mit Richwara dazu beigetragen hatte; dass er danach jedoch zur Verstärkung dieser Stellung gegenüber sowohl den Kärntnern, wie der Krone, eine mütterliche Anwartschaft als für seinen Sohn bestehend hervorhob und für den letzteren, Hermann, innerhalb der nächsten Jahre, wenn nicht ganz, so doch zum Teil auf jene Erbansprüche hin vom König eine Mitübertragung des Herzogtums auswirkte, die zunächst in Hermanns Titel eines Markgrafen (von Verona) zum Ausdruck kam.
Bertolds erste Gemahlin ist Richwara, mit welcher gemeinschaftlich er das Klösterchen Weilheim mit Gütern im Neckargau ausstattete. Sie ist die Mutter seiner Söhne, nämlich Hermanns, Gebhards und Bertolds und muß nach Maßgabe der für die beiden ersten anzusetzenden Geburtsjahre, wenn nicht etwa noch früher, in den 40-er Jahren des Jahrhunderts, also zur Zeit, als Bertold noch schwäbischer Graf war und unter HEINRICHS III. Regierung, von ihm als Gattin heimgeführt worden sein. Ihre Herkunft bleibt in den Quellen dunkel; vereinigte Kombinationen, die hauptsächlich, jedoch nicht allein auf die Besitzverhältnisse gestützt sind, haben sie als eine kärntnische Herzogstochter erkennen lassen, an die von der Seite ihrer Großmutter, Mathilde, das heißt der Mutter Konrads II. von Kärnten und Tochter Herzog Hermanns II. von Schwaben ein ansehnliches Gut aus dem Erbe der - neuerdings als "ALAHOLFINGER" in die Geschichte eingeführten - alten alamannischen Herzogsfamilie gekommen war. Die sonst bekannt gewordenen alaholfingischen Güter aber liegen keinem geschlossenen Güterkomplex so benachbart, wie gerade den zähringischen Besitzungen an der Alb im Osten des Neckarsbug (das heißt der später Teckschen Herrschaft), während diese ihrerseits von dem alt-zähringischen Gut im Breisgau und in der Ortenau und auf der begleitenden Ostabdachung des Schwarzwaldes bis an den oberen Neckar heran, also von den einheitlich um den damals unbesiedelten inneren Schwarzwald herum gelagerten Gebieten abgeschnitten waren durch das sich dazwischen schiebende alte ZOLLERN-Gut. Ferner: bei der einzigen Verfügung über einen Besitz aus diesem isolierten ZÄHRINGER-Gut, die wir von Bertold I. kennen, bei der Stiftung und Ausstattung der Propstei Weilheim verfügt der Herzog mit Richwara zusammen und die Klostertradition hält es sorglich fest, dass sie Mitvergaberin gewesen sei. So fügt sich denn alles zusammen, um über Richwaras Abkunft und das von ihr Bertold I. zugebrachte Gut mit einer recht hohen Sicherheit entscheiden zu lassen. Richwara starb vor ihrem Gemahl.
 
 
 
 

1043
  oo 1. Berthold I. der Bärtige Herzog von Kärnten
           um 1000-5.11.1078
 
 
 
 

Kinder:

  Hermann I. Markgraf von Baden
  um 1045-25.4.1074

  Gebhard Bischof von Konstanz (1084-1110)
  um 1050-12.10.1110

  Liutgard
        -9.7.1119 (18.3.1119 Isenburg)

  1. oo Diepold II. Markgraf von Vohburg
                  -7.8.1078

  2. oo Ernst I. Graf von Grögling-Hirschberg
                 - um 1098 (12.11.1096/97 Isenburg)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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