Ludmilla von Böhmen                                Herzogin von Bayern
----------------------------                              Gräfin von Bogen-Windberg
um 1170-5.8.1240
Olmütz  Landshut

Tochter des Herzogs Friedrich von Böhmen und der Helena von Ungarn, Tochter von König Geisa II.
 

Boslís Bayerische Biographie: Seite 494
************************
Ludmilla von Kelheim, Gründerin des Klosters Seligenthal
----------------------------
* um 1170, + 5.8.1240
Olmütz      Seligenthal

Vater:
--------
Herzog Friedrich von Böhmen

Mutter:
---------
Elisabeth (+ 1203), Tochter Königs Geisas II. von Ungarn

  1. oo 1184 Albert III., Graf von Bogen

  2. oo 1204 Ludwig I., Herzog von Bayern (+1231)

1232 Stiftung des Zisterzienserinnenklosters Seligenthal; Ausstattung durch weitere Schenkungen.
Nachdem Herzog Ludwig verstorben war, lebte sie bis zu ihrem Tode im Kloster.
Unternahm mehrere Pilgerfahrten nach Rom, um Reliquien für ihr Kloster zu erhalten.

Literatur:
-----------
J. Sturm, Aus d. Tagen d. Gründung, in: Cistercienserinnenabtei Seligenthal in Landshut, 1932; M. Piendl, Böhmen und d. Grafen v. Bogen, in: Bohemia 3, 1963.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ludmilla stiftete 1232 das Kloster Seligenthal bei Landshut.

Lechner Karl: Seite 377 A 107
***********
"Die Babenberger"

Ludmila, eine (Stief-)Nichte König Premysl Ottokars I. von Böhmen, war mit Herzog Ludwig von Bayern verheiratet. Sie war eine Tochter des Halb-Bruders Ottokars, Herzog Friedrich von Böhmen, und der Elisabeth von Ungarn. In erster Ehe war sie mit Graf Adalbert III. von Bogen verheiratet gewesen. Sie wurde so die Mutter des letzten Grafen von Bogen und die Stammmutter der Herzoge von Bayern.

Rall Hans und Marga: Seite 28,32
******************
"Die Wittelsbacher"

1204 gelangen aber Ludwig weittragende Entscheidungen: Er selbst vermählte sich mit Ludmilla, einer geborenen Herzogstochter von Böhmen, der Witwe seines verstorbenen Feindes, des Grafen von Bogen. Die Phantasie des Volkes beschäftigte sich alsbald mit diesem familienpolitischen Ereignis: Der Herzog habe die Witwe verführen wolle, sie aber habe vor Zeugen ein Eheversprechen gewünscht. Deshalb habe sie in ihrem Schlafgemach drei Ritter auf einen Vorhang malen lassen, hinter dem 3 wirkliche Ritter verborgen waren. Der Herzog habe angesichts der Ritterbilder der schönen Witwe sein Eheversprechen gegeben, nach der Liebesnacht seien die wirklichen Ritter als Zeugen hervorgetreten, als Ludmilla das Eheversprechen zur Sprache brachte. Ludmilla und Ludwig heirateten Ende 1204 in Kelheim. Die Gräfin-Witwe brachte zwei noch unmündige Söhne mit in die Ehe, um die sich der Stiefvater sehr annahm. Er sorgte auch rechtzeitig für ihre spätere Rechtsstellung als Grafen von Bogen. Als Gatte der PREMYSLIDIN Ludmilla gewann Ludwig den nunmehrigen König Böhmens zum Freund und damit auch ein Gegengewicht gegen die von Wien aus um sich greifenden BABENBERGER.
Ein Jahr nach Ludwigs Tod gründete seine Witwe Ludmilla den berühmt gewordenen Zisterzienserinnenkonvent und die WITTELSBACHER Familiengrablege in Seligenthal bei der von Ludwig gegründeten Residenzstadt Landshut. In der Kirche erinnern noch heue die wohl erst zu Anfang des 14. Jahrhunderts geschaffenen farbigen Holzfiguren an das Herzogspaar.
 
 
 
 

vor 1189
  1. oo Adalbert IV. Graf von Bogen-Windberg
           11.7.1165-20.12.1197

    1204
  2. oo Ludwig I. Herzog von Bayern
          23.12.1174-15.9.1231
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Berthold III.
  um 1190-12.8.1218 gefallen

  Liutpold Probst in Regensburg
        -10.5.1221

Er war Mitregent, wurde Probst in Regensburg und Vogt von Niederaltaich.

  Adalbert V.
         -15.1.1242

2. Ehe

  Otto II. der Erlauchte Herzog von Bayern
  7.4.1206-29.11.1253
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976 - 1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 377 A 107 - Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 26,28,32 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 454 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 259 -