Heinrich IV. der Reiche                          Herzog von Bayern-Landshut (1393-1450)
-----------------------------
um 1386-30.7.1450
Landshut Landshut

Begraben: Seligenthal, Landshut
 

Einziger Sohn des Herzogs Friedrich der Weise von Bayern-Landshut aus seiner 2. Ehe mit der Magdalene Visconti, Tochter von Signore Barnabas
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 2066
********************
Heinrich XVI. (IV.) der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut
---------------------------------------
* 1368, + 30. Juli 1450
             Landshut

Begraben: Landshut, Kloster Seligenthal

  oo 25.11.1412 Margarethe, Tochter Herzog Albrechts IV. von Österreich

Heinrich der Reiche, bis 1404 unter Vormundschaft seiner Oheime und seiner Mutter, gründete zur Abwehr der territorialen Ansprüche Herzog Ludwigs VII. von Bayern-Ingolstadt 1414 die Kelheimer Sittichgesellschaft und 1415 die Konstanzer Liga. Der gegenseitige Haß der beiden Vettern führte 1417 zum Konstanzer Überfall Heinrichs des Reichen auf Ludwig. Der folgende Krieg dauerte mit Unterbrechung (zum Beispiel 1422 durch Heinrichs erfolglosen Litauenzug zur Unterstützung des Deutschen Ordens; Preußen- und Litauenreise) bis 1443, als Heinrich der Reiche den Gegner in seinen Gewahrsam bringen konnte. Nach dessen Tod 1447 zog Heinrich der Reiche ungehindert das Ingolstädter Gebiet ein. Zusammen mit dem schon 1429 erworbenen Teil des Straubinger Erbes umfaßte damit Heinrichs Territorium zwei Drittel Bayerns. Im Innern wahrte Heinrich der Reiche energisch den Landfrieden; eine Verschwörung der Landshuter Bürger schlug er mit Härte nieder (1408-1410).

Literatur:
-----------
NDB VIII, 346 - S. v. Riezler, Geschichte Baierns III [Neuzeit 1964] - Spindler², 240ff, 247-287.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Rall, Hans und Marga: Seite 85
*******************
"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."

Herzog Heinrich der Reiche
----------------------------------
* 1386, + 30.7.1450
             Landshut

Grabstätte: Zisterzienserinnenkloster Seligenthal bei Landshut

  oo 25.11.1412 in Landshut
      MARGARETE
      * 26.6.1395, + 24.12.1447
       Wien            Burghausen

Grabstätte: Zisterzienserinnenkloster Seligenthal bei Landshut

Eltern: Albrecht IV., Herzog von Österreich, und Johanna, Tochter Herzog Albrechts I. von Bayern (Linie Straubing-Holland)

Heinrich der Reiche regiert in Bayern-Landshut von 1393 bis 1450 (bis 1404 unter Vormundschaft).
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 323
************************
Heinrich XVI., der Reiche, Herzog von Bayern (IV. als Herzog von Nieder-Bayern)
---------------------------------
* 1386, + 30.7.1450
             Landshut

Vater:
--------
Herzog Friedrich (1339-1393)

Mutter:
---------
Magdalena Visconti

  oo 1412 Margarete von Österreich (1396-1447)

1494 Regierungsantritt, 1429 fiel ihm, beim Aussterben der Straubinger Linie 1425, mit Vilshofen das beste Stück zu.
Widerrechtliches Erbe des Ingolstädter Landes.
Damit hatte er zwei Drittel Bayerns wieder unter seinem Zepter.
Beim Volk verhaßt und gefürchtet, privilegierte Kaufleute und Juden.
Hinterließ bei seinem Tod einen sehr reichen Schatz und ein geordnetes Staatswesen.

Literatur:
-----------
NDB 8; Riezler, K. O. v. Aretin, Landhut 1955.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Thiele Andreas:
*************
„Erzählende genealogische Stammtafeln“

Heinrich IV. der Reiche folgte 1393 unter der Vormundschaft seiner Mutter, die sich betont auf einheimische Kräfte stützte. Er half den HOHENZOLLEN gegen die fränkischen Städte und machte 1407 die erfolglose Exekution des Onkels gegen Rothenburg mit. Er stand zeitlebens schroff gegen den Ingolstädter Cousin Ludwig, versuchte ihn 1417 in Konstanz eigenhändig niederzustechen, was verheerende Bürgerkriege und viele erfolglose Sühnen und Friedensschlüsse zur Folge hatte. Er setzte den ihm 1446 übergebenen fast 80-jährigen Ludwig den Bärtigen gefangen und gewann 1445/47 den Part Ingolstadt dazu und behauptete im Frieden von Erding 1450 alles gegen die Ansprüche der Münchener Vettern. Er unterwarf die Stadt Landshut nach jahrelangem Streit der Landesherrschaft, unterstützte Kaiser SIGISMUND gegen die Hussiten, die sein Land mehrmals heimsuchten. Er gewann im Straubing-Erbkrieg 1425 unter anderem Natternberg, Landau und Vilshofen, erreichte die Anerkennung seiner Kurrechte, ohne sie je anstelle der Pfälzer Vettern ausüben zu können und sammelte großen Reichtum. Heinrich starb an der Pest.
Er hatte in 46 Regierungsjahren einen bedeutenden, fortschrittlichen und reichen Staat entwickelt.
 
 
 
 

 25.11.1412
  oo Margarete von Österreich, Tochter des Herzogs Albrecht IV.
      26.6.1395-24.12.1447
      Wien      Burghausen
 
 
 
 

Kinder:

  Johanna
  1413-20.7.1444
         Mosbach

 1430
  oo Otto I. Pfalzgraf von Pfalz-Mosbach
       24.8.1387-5.7.1461

  Albrecht
  1414-   1416

  Friedrich
  1415-   1416

  Ludwig IX. der Reiche
  23.2.1417-18.1.1479

  Elisabeth
  um 1419-1.1.1451

8.2.1445
  oo Ulrich V. Graf von Württemberg
      1412-1.9.1480

  Margarete
  1420- früh

Illegitim

  Elisabeth Nonne
       -
  Barbara Nonne
        -

  Georg Herr von Zangenberg
         - um 1450
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 260 - Hoensch, Jörg K.: Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit 1368-1437. Verlag C.H. Beck München 1996 Seite 257,259,365,431,583 - Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 85-87 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Seite 240ff, 247-287 -