Sohn des Grafen Sigiboto
I. von Weyarn und der Luitgard
GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Dr. Wilhelm Wegener: Seite 216
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3. Sigiboto II.
F. u. eV.
(1067/68) siehe 2
Graf an der Mangfall nach seinem Vater seit c 1070 nQ 9, 86 n 108,
87 f n 111, 95 n 122
von Weyarn seit 1080/85 nQ 5, 474 ff n 1648, von Neuenburg seit 1102,
ebenso Vogt von Tegernsee MB 6, 163 f; seit Beginn des Investiturstreites
auch Graf an der oberen Isar zu Haching nQ 9, 89 f n 114
verliert (1121) wegen unbotmäßigen Verhaltens Vogtei und
Isargrafschaft Oefele, Andechser Reg. 67
c 1120 Graf von Hartmannsberg MB 2, 325 n 139, Vogt von Baumburg MB
3, 10 f, von Herrenchiemsee MB 2, 284 n 5
c 1130 tritt (altershalber) von der Grafschaft zurück MB 2, 280
n 1
1133 9/7 Sigeboto dei gratia aliquando
comes bewidmet das von ihm gestiftete Augustinerkloster Weyarn Salzb. UB
2, 234 ff n 158
c 1135 Sigeboto conversus de Wuare
QE 1, 257 n 33
+ 10/2 1136
Das von dem Catalogus religiosotum Weyarensium (1797) überlieferte
Todesjahr passt zu den urkundlichen Daten und dürfte auf guter Überlieferung
beruhen. Der Todestag stammt aus dem Seeoner: Sigbot
advocatus Necr. 2, 220; dieser Entrag ist deswegen hierher zu
beziehen, weil dieses Nekrolog zum 25/12 auch Gertrudis
advocata hat Necr. 2, 235, worunter nur Sigibotos
II. Tochter gemeint sein kann als Gattin des Rudolf
von Falkenstein, der die Seeoner Vogtei von seinem Schwiegervater
übernommen haben muss. Gemahlin 1. N.N., Schwester des Lurngaugrafen
(+ c 1115), wie aus einer bedeutenden Stiftung des Bischofs Altmann von
Trient, des Sohnes von U., hervorgeht, bei der 1126 Sigiboto Hauptzeuge
war Salzb. UB 1, 334 f 161. Ein anderer Sohn des Lurngaugrafen war der
Abt Udalschalk von Tegernsee (1092-1107/08), den sein Vater c 1060 dem
Kloster übergeben hatte nQ 9, 46 f n 59. Graf Udalschalk stand in
naher Beziehung zu den WELFEN MB 8, 13 n 5, darauf wird der falkensteinischen
Besitz am Peißenberg (DBT f fol 5a) und zu Uffing (Salzb. UB 2, 234
ff) zurückgehen, der durch Udalschalks Tochter an das Haus kam; kinderlos.
2. Adelheid c 1125 MB 2, 365 n 142, c 1130 MB 2, 370 n 254, 287 n 15, +
vor 1133 9/7 Salzb UB 2, 234 ff. Sie kann nur eine Schwester des Grafen
Berengar II. von Sulzbach gewesen sein. Ihr Name ist typische sulzbachisch,
auch der ihrer Tochter Gertrud kommt bei den SULZBACHERN vor. Auf diese
Ehe geht Sigibotos Besitz Hartmannsberg zurück, das Berengar durch
seine Ehe mit Adelheid, der Witwe Markwarts von Marquartstein und Ulrichs
von Passau, erworben haben muss, ferner die Vogtei über Baumberg,
die eigentlich Berengar als Gründer zustand, die bambergische Vogtei
Aibling, die sulzbachisches Lehen war, endlich die Grafschaft im Leukental,
einem Teil der unteren Gebirgsgrafschaft am Inn, die herzogliches Lehen
war und in die sich Berengar und Sigiboto teilten; beweisend ist auch das
wiederholte enge Beisammensein der beiden in den Urkunden (MB 3, 4, 13
f, LL 2, 66, Ried 1, 176 n 187).
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GENEALOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Prof. Dr. Otto Dungern: Seite 75
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3. Sigiboto II.
Vogt von Tegernsee 1092/1102 (Mb. VI. 54, 55, 60), 1102/34 (Mb. VI.
63, 64, 68, 69 bis 73), 5.IX.1114 (Mb. VI. 166); comes de Neuenburg (Burghügel
ö. Vagen
Neuenburg im Gegensatz zur Altenburg von Weyarn), 17.X.1102 (Mb VI.
163/4)
praeses de Wiare (Mb. VI. 77) 1102/34;
comes de Wiare 1125/30 (Salzb. UB. II. Nr. 210)
9. VII.1133 Sigiboto dei gratia
aliquando comes (Salzb. UB. II. 190, Nr. 158) stiftet mit seiner Frau Adelheid
und seinen Kindern Gertrud
und Siboto das Augustinerchorherrenkloster
Weyarn a. Mangfall. Vogt von Herrenchiemsee um 1130 (Mb. II. 284. 5).
Gattin:
Adelheid,
Tochter wahrscheinlich des Rudolf von Margarethebried, aus dessen Ehe
mit Adelheid, Schwester eines Rudolfs und vielleicht nahe Verwandte des
Engilpero Chreinensis, Stammvater der 1. Hochfreien von Auersperg in Krain
(nQ. V. 1648 a-d, aus d. zu schließen). Aus dieser Ehe dürfte
das Handgemal in O.N. Geislbach stammen. 2. Gattin vermutlich: N.N. unebenbürtig.
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Sigiboto II. war Graf von Neuenburg,
Graf an der Mangfall und an der oberen Isar, Graf zu Hartmannsberg (durch
die Frau) und seit 1102 Vogt von Tegernsee. Außerdem war er Vogt
von Baumburg und Hohenchiemsee. Er wurde 1121 als Tegernseer Vogt durch
König HEINRICH V. abgesetzt. Den
Anlass für seine Absetzung gab sein rechtswidriges Verhalten, da er
Kaiser HEINRICH V. eine dem Kloster
Tegernsee aufgetragene Lebensmittelzufuhr zurückhielt. Außerdem
verlor er seine Grafschaft an der oberen Isar, die an den Grafen Otto IV.
von Wolfratshausen fiel. Dieser "ANDECHSER" wurde auch Tegernseer Klostervogt.
Er wurde als habsüchtig beschrieben und hatte als mächtiger Graf
in Bayern viel Streit mit den WELFEN-Herzögen in Bayern und hielt
sich später zurück. Er stiftete zusammen mit seiner Frau Adelheid
und seinen Kindern Gertrud
und Sigiboto III. das Augustinerchorherrenstift
Weyarn am Mangfall.
1. oo Adelheid von Sulzbach, Tochter des Grafen Gebhard II.
-9.7. vor 1133
2. oo N.N.
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Kinder:
Gertrud
-25.12. um 1132
oo Rudolf I. Graf von Falkenstein
- 1134/54
Sigiboto III.
- vor 9.7.1033
2. Ehe
Bertold Graf von Mörmoosen
- um 1147
Gerolt
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