Grafen von Ravensburg
 

Hermann Grote "Stammtafeln" Seite 183
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Seite 486
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Ravensberg
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Angehörige eines Edelgeschlechts, das sich später nach der Burg Ravensberg im Teutoburger Wald nannte, begegnen zunächst als Vizegrafen des sächsischen Herzogs im Norden des Bistums Osnabrück; Stammsitz war Calveslage bei Vechta. Die aus dem Erbe des Grafen Heinrich von Zutphen (+ 1119) stammenden Besitzungen im Osnabrücker Nordland, vermehrt um die Grafschaft im Emsland aus der Hinterlassenschaft des verwandtschaftlich verbundenen Grafen Otto von Northeim (+ 1083), bildeten einen ansehnlichen Besitzkomplex, dem, räumlich getrennt, bedeutende Güter und Rechte im Teutoburger Wald (erworben als Paderborner Vasallen) und umfänglichen Streubesitz (unter anderem im Wuppertal) gegenüberstanden. Eine Erbteilung (1226) und der Verkauf der Besitzungen im Emsland und um Vechta an das Bistum Münster (1252) leiteten die Konzentration der Herrschaftsbildung im Osning ein, die mit der Errichtung der Burg Ravensberg und der Stadtgründung von Bielefeld (1214) stabilisiert wurde. Die Rückerwerbung von Vlotho und des Limberges (1289/1309) rundete die kleine, sich zwischen den Bistümern Osnabrück, Minden und Paderborn behauptende Territorialgrafschaft räumlich ab, die 1346 durch Heirat über die Nichte Margareta des letzten Grafen von Ravensberg, Bernhard, die zugleich die Erbin der Grafschaft Berg war, an das Haus JÜLICH fiel. Fortan blieb Ravensberg in Personalunion mit Berg verbunden und wurde Teil des sich ausbildenden niederrheinisch-westfälischen Länderverbunds Jülich-Berg (1423)/Kleve-Mark (1521).

Literatur:
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R. Vogelsang, Die Gft. R. (Köln-Westfalen 1180/1980. Landesgesch. zw. Rhein und Weser, hg. P. Berghaus-S. Kessemeier, 1980), 186-189 - Ders., Gesch. der Stadt Bielefeld I. 1980.
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