Ratzeburg
 

EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND III TEILBAND 1 Tafel 7B
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 469
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Ratzeburg
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Die Gauburg der abodritischen Polaben wurde wohl im 11. Jh. vom Fürsten der Abodriten, Ratibor (Kurzform 'Ratse', + 1043), errichtet. Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen gründete 1062 mit Hilfe des Fürsten Gottschalk ein Suffraganbistum, das bereits 1066 der heidnischen Reaktion zum Opfer fiel und ca. 1154 durch Herzog Heinrich den Löwen neubegründet wurde (bescheidene Landesausstattung in Nordwest-Mecklenburg), der bereits 1143 Polabien und Ratzeburg als Lehnsgrafschaft an Heinrich von Badwide verliehen hatte. Im Verlauf des Landesausbaus (deutsche Zuwanderer und Slaven) entstand bei der Burg ein Marktort (Kirche St. Petri), für den Ende des 13. Jh. städtische Funktion und Ratsverfassung bezeugt sind. 1201 fiel die Grafschaft unter die Oberherrschaft König Waldemars II. von Dänemark, der seinen Neffen Albrecht von Orlamünde mit Ratzeburg belehnte (BADWIDER 1199 ausgestorben). Nach 1227 (Schlacht bei Bornhöved) gewann der ASKANIER Herzog Albrecht I. von Sachsen die Grafschaft, die (seit 1295/96 Erbteilung) das Zentrum Sachsen-Lauenburgs bildete.

Literatur:
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W. Prange, Siedlungsgesch. des Landes Lauenburg im MA, 1060 - K. Jordan. Heinrich der Löwe, 1979, 76-123 - K. W. Struve, Die Burgen in Schleswig-Holstein, I, 1981,101-103 - H. G. Kaack, Bauer, Bürger, Edelmann. Das Hzm. Lauenburg..., 1985.
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