Heinrich I. von Badewide                           Graf von Botwide 1149
---------------------------                         Graf von Ratzeburg 1156
    - nach 18.10.1163
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 2075
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Heinrich von Badwide,  1. Graf von Ratzeburg
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     + um 1164

Unbekannter adliger Herkunft, benannt vermutlich nach seinem Besitz in Bode bei Ebstdorf (nordwestlich Uelzen)

  oo mit einer Verwandten König Waldemars von Dänemark

1138 von Albrecht dem Bären mit der Grafschaft Holstein belehnt, verlor er sie 1139 an Adolf II. von Schauenburg, erhielt von Gertrud von Süpplingenburg Wagrien, das er 1142/43 ebenfalls an Adolf II. verlor. Herzog Heinrich der Löwe belehnte ihn 1142/43 mit Ratzeburg und dem Land Polabien. Die Grenzgrafschaft umfaßte die Länder Ratzeburg, Boitin, Gadebusch, Wittenburg und möglicherweise Boizenburg. Heinrich förderte die Kolonisation des Landes mit Siedlern aus Westfalen sowie die kirchliche Durchdringung, war auch Vogt der Ratzeburger Kirche. Bis zu seinem Tod oft im Gefolge Heinrichs des Löwen belegt. Sein Geschlecht starb mit dem Tod des Urenkels Bernhard III. vor 1200 aus.

Literatur:
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W. Meyer-Seedorf, Gesch. der Gf.en v. Ratzeburg und Dannenberg, Jb. des Ver. für mecklenb. Gesch. und Altertumskunde 76, 1911 - F. Lammert, Die älteste Gesch. des Landes Lauenburg, 1933.
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Heinrich I. wurde 1149 Graf von Botwide, 1154 Comes Polaborum, 1156 Graf von Ratzeburg und 1162 Vogt von Ratzeburg.
 
Karl Jordan: Seite 23,29-30,77
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"Heinrich der Löwe"

Mit den Grafenrechten in Holstein und Stormarn belehnte Albrecht der Bär Heinrich von Badwide, den Angehörigen eines im Lüneburgischen ansässigen Rittergeschlechts.
Die erste Regierungshandlung des jungen Herzogs betrafen die Verhältnisse in Nordelbingen. Die Kämpfe um das sächsische Herzogtum und der Streit, der um die Grenzgrafschaft Holstein-Storman zwischen Adolf II. von Schauenburg und Heinrich von Badwide entbrannt war, hatten die hier von Kaiser LOTHAR geschaffene Ordnung erschüttert. Heinrich von Badwide unternahm im folgenden Winter eine Strafexpedition gegen den Slawen-Fürsten Pribislaw und verwüstete weite Teile Wagriens. Die stark befestigte Burg Plön wurde im Sommer 1139 von einem Aufgebot der Holsten wohl unter Führung ihres Overboden (Landesältesten) Marcrad erobert. Graf Heinrich hatte inzwischen das Land verlassen müssen, als sich Adolf II. mit Hilfe Heinrichs des Stolzen wieder in den Besitz seiner Grafschaft setzte. Beim Abzug zerstörte er die Burgen in Hamburg und in Segeberg. Er erreichte es aber, dass nach dem Tode des Herzogs dessen Witwe Gertrud ihn gegen eine Geldzahlung mit der Landschaft Wagrien belehnte. Heinrich der Löwe stiftete zwischen den beiden Grafen Frieden. Heinrich von Badwide wurde mit der neu geschaffenen Grafschaft Ratzeburg entschädigt. Sie umfaßte das Land der Polaben, das spätere Land Lauenburg. Die noch in slawischer Zeit errichtete Burg Ratzeburg wurde der Sitz des Grafen. Nur der Südwesten des Landes, die Sadelbande, blieb unter nomineller Hoheit des Herzogs.
Graf Heinrich von Ratzeburg überließ Evermod die Insel im Ratzeburger See in der Nähe der Burg als Wohnstätte für den Bischof und die Domherren und für den bau eines Gotteshauses. Aus seinem Lehnsbesitz trat er dem herzog 300 Hufen zur Ausstattung des Bistums ab und schloß mit dem Bischof ein Abkommen über die Zehnten in dessen Sprengel ab.
Als Graf Heinrich, der frühere Rivale Adolfs II. von Holstein, bald nach 1163 starb, folgte ihm sein ältester Sohn, Bernhard I.
 
 
 
 
 
  oo N.N. cognata von König Waldemar des Großen von Dänemark
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Kinder:

  Bernhard I.
         -   1164/65
 
 
 
 
 
Literatur:
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Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 23,29,38,77,95,100 -