Engelbert                                                  Pfalzgraf von Bayern (1099-1122)
------------                                              Graf von Görz
    -14.12. um 1122                                  Vogt von Millstatt
 

Sohn des Grafen Engelbert I. von Görz und der Hadwig, Tochter von Pfalzgraf Aribo II. [Faußner]
Nach Gewin Sohn des Grafen Meginhard im Pustertal
 

HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER
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Dr. J.P.J. Gewin: Seite 93
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44. Engelbert

C. 1107-1122, Pfalzgraf, Vogt von Millstatt.
1122. Papst Calixt II. nahm das vom Pfalzgrafen Engilbert zu jährlichem Zins von einer Goldmünze der römischen Kirche übergebene Kloster Millstatt, "a suis (Engelbertus) parentibus edificatum", in des apostolischen Stuhles und seinen Schutz: Mon. Car. III. Seite 229, nr. 570.

Note:
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Das Kloster Millstatt wurde von den beiden Brüdern Aribo und Potho gestiftet. In welcher verwandtschaftlichen Beziehung stand Engelbert zu den Stiftern? Wir haben diese Frage oben schon beantwortet: Engelbert, Sohn des Grafen Meginhard D. 39., war ein Neffe der beiden Gemahlinnen des Pfalzgrafen Aribo: Willipurg und Liutgard.
Was bedeutet das Wort "Parentes" in der obengenannten päpstlichen  Urkunde? Man kann es nicht mit "Eltern" übersetzen, da dies in Widerspruch mit der Gründung durch die beiden Brüder Aribo und Pozho sein würde. Übrigens erscheint bei den GÖRZERN auch gar kein Träger mit Namen Aribo und Potho, was bei einer Abstammung aus dem ARIBONEN-Geschlecht undenkbar wäre. Wir sind geneigt, dem Wort die Bedeutung "Verwandte" zu geben, in der es im Mittelalter mehrmals gebraucht wird.
Engelbert war Pfalzgraf und wahrscheinlich auch Vogt von Millstatt. Nach der Ächtung und Absetzung des Pfalzgrafen Aribo wurde seinem Geschlechtsvetter Chuono C. 32. das Pfalzgrafenamt verliehen. Sein Nachfolger Rapoto von Vohburg, der sich mit Elisabeth, der Witwe von Chuonos gleichnamigem Sohn C. 38., vermählt hatte, starb im Jahre 1099.
Wie gelangte Engelbert zu dem Pfalzgrafenamt? Es liegt der Gedanke nahe, dass nach dem Aussterben der Linie des Pfalzgrafen Aribo C. 23. in männlicher Linie - außer seinem jung gestorbenen Sohn Hartwig wird von Deszendenten nirgends Erwähnung getan - Engelbert ein hervorragender Prätendent war. Er gehörte einem Geschlechte an, das schon in der Person des Hartwig D. 1. im 10. Jh. das Pfalzgrafenamt ausgeübt hat. Außerdem war er ein Neffe der beiden Gattinnen des Pfalzgrafen Aribo II. c. 23.
Dass Engelbert das Kloster Millstatt bevogtet hat, ist urkundlich nicht nachgewiesen. Die 1. urkundliche Erwähnung über das Vogtamt der GÖRZER datiert vom Jahre 1137. Da Pfalzgraf Aribo angeblich 1102 starb, wird sehr wahrscheinlich nach dessen Tode die Vogtei des Klosters auf seinen Neffen übergegangen sein.
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Pfalzgraf Engelbert übertrug das Kloster Millstatt, das im Erbwege auf ihn überging, dem Heiligen Stuhl.

H.C. Faußner: Seite 46
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"Zur Frühzeit der Babenberger"

Zum neuen Pfalzgrafen berief der König wiederum einen ARIBONEN-Nachkommen, den Grafen Eberhard von Görz. Er war ein Enkel von Pfalzgraf Aribo II. über seine Mutter, Gräfin Hadwich, aus ihrer Ehe mit Engelbertus comes Goricie. Engelberts Herkunft erschließt sich aus der Frühgeschichte des Klosters Millstatt in Kärnten. Nobilis vir nomine Aribo et uxoris Liutkarde tauschten von Erzbischof Gebhart von Salzburg (1060-1088) den Drittel der Zehnten von 4 Kirchen Aribos ein, der ersten zu St. Paul, der zweiten zu St. Waldburg und der beiden letzten zu Millstatt. Spitzenzeuge: Engilprecht wohl der Gemahl von Tochter Hadwich, die zum 17. Juli im Nekrolog des Klosters eingetragen wurde. Aribo selbst ist hier zum 18.3. vermerkt: Aerbo com. palatinus et fundator ecclesie, wie sein Bruder zum 1.3.: Poto com. et fundator huius ecclesie.
Pfalzgraf Engelbert, auf den das Kloster Millstatt im Erbwege überging, übertrug es dem Heiligen Stuhl. Im Millstätter Nekrolog ist Engelbert zum 14.12. eingetragen: Engelbertus palatinus comes, im Seeoner zum 15.12.