Tochter des N.N.
Für viele Forscher ist Berta
identisch mit Berta
von Luni
Brunhofer, Ursula: Seite 154-156,168
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"Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen
Königtum des Mittelalters."
Verheiratet war Arduin
mit Berta [21 DD Ard 3 - 10;
Gründungsurkunde Fruttuarias (HPM chart. I, Nr. 244, col. 415b und
N. Bulst, Untersuchungen zu den Klosterreformen Wilhelms von Dijon (962-1031),
Bonn 1973, Anghang I).], über deren Abstammung es keine Quellen gibt
[22 Das späte Chronicon Novaliciense erwähnt zwei Brüder
Bertas
namens Otto und Wido. Vgl. C. Dionisotti, I reali d'Italia
d'orighine nazionale antichi e nuovi, Torino-Roma 1893, Seite 50f.]. Das
einzige, was über Arduins Gemahlin
mit Sicherheit gesagt werden kann, ist, daß ihr große Reverenz
in den Urkunden ihres Mannes erwiesen wird: In acht der zehn überlieferten
Arduin-Diplome
tritt sie als Intervenientin auf [23 DD Ard. 3-10.], wobei sie viermal
den Titel consors regni führt [24 DD Ard 3,6,8
und 9.]. Die in der Literatur öfters erscheinende Behauptung, Berta
sei eine Tochter Otberts II. gewesen [25
Vgl. etwa Arnaldi, Seite 53, oder M.G. Bertolini, v.
Alberto Azzo, in: DBI I, Roma 1960, Seite 751. F. Gabatto (I marchesi Obertenhi
(conti di Tortona) fino alla pace di Luna (945-1124). Giornale storico
della Lunigiana 9 (1918) Seite 3-46. ND in: F. Gabotto, Per la storia di
Tortona, con documenti. (BSSS 96) 1922, Seite 176f. mit Anm. 5) ist der
Meinung, Berta sei eine ersteheliche
Tochter Otberts II. gewesen (vor der Ehe mit Railenda, der Witwe
Siegfrieds.], entbehrt jeglicher Quellengrundlage [26
Letztlich beruht die Zuweisung Bertas
zur Familie der ostligurischen Markgrafen einzig auf der Annahme, der Unterstützung
Arduins
durch die OTBERTINER müsse eine verwandtschaftliche
Bindung zugrundegelegen haben. Für eine anderweitige Verschwägerung
der Familie Arduins mit den OTBERTINERN
könnte aber immerhin sprechen, daß 1051 anläßlich
einer Schenkung an Kloster S. Prospero di Reggio von Besitzungen die Rede
ist, die eine Berta f.q. Auberti marchioni et relicta q. Wiberti
verkauft hatte (Affarosi, Nr. 10). Selbstverständlich aber kann durch
nichts bewiesen werden, daß es sich bei diesem Wibertum
Arduins Bruder gehandelt hat.], ebensowenig
gibt es Belege für die Theses, Berta
sei eine Tochter Huberts
von Tuszien und somit Enkelin König
Hugos gewesen [27
Carutti, conte Umberto, Seite 227f. hält dies für
sehr wahrscheinlich, wenn auch unbelegbar.]. Allerdings könnte die
herausregende Stellung der Königin Berta
in den Urkunden Arduins darauf hinweisen,
daß sie Trägerin gewisser Ansprüche war [28 Vgl.
P. Guidi, O. Parenti, Regesto del Capitalo di lucca Band 1. (= RChl 6)
Eom 1910, nr. 114. Bei einer Livellvergabe des Abtes von S. Martino di
Lucca vom 17. Juni 1026 ist ehemaliger Besitz eines Johannes, qui fuit
ministerialis domine Berte regalis,
erwähnt. Da gerade in der Gegend von Lucca Arduin
auf eine treue Anhängerschaft zählen konnte, ist durchaus möglich,
daß mit dieser Berta Arduins
Frau gemeint ist, die Mutter König Hugos
war ja schon seit über hundert Jahren verstorben.].
Ausgeschlossen ist auch nicht, daß jene obenerwähnte,
in Canavese begüterte Berta filia
Amadei Arduins Frau und vielleicht
die Tochter von Ansgars
II. Sohn Amadeus
war [111 Eine Enkelin Ansgars II. vermutete in dieser Berta
f.
Amadei bereits C. Dionisotti, Le famiglie celebri medievali dell'Italia
superiore, Torino, 1867, Seite 24. In Arduins
Frau allerdings sah er eine Tochter Conrad-Cunos.].
Der fehlende Verweis in HEINRICHS
Fruttuaria-Diplom auf ihren Gemahl KönigArduin
könnte dabei durch die Kanzlei HEINRICHS
erklärt werden. Die curtis Obiano hatte sich einst im BesitzBerengars
befunden, der sie seiner Gattin Willa
geschenkt hatte [112 CdL, Nr. 640 (25. Oktober 960).], dies könnte
auf eine ansgarische Herkunft der ebenfalls in Obiano begüterten
Berta
weisen. Da Berengar über die curtis,
Berta
aber über castellum et capella verfügte, könnte der
Besitz vielleicht zwischen den Söhnen Adalberts
I. geteilt worden sein. Sollte Berta
wirklich Enkelin Ansgars II. und Gemahlin Arduins
gewesen sein, könnten die ansgarischen Besitzungen Arduins
von ihr stammen, zumal Arduins Bruder
Wibert
seinen Besitzschwerpunkt nicht in Canavese hatte - Arduins
zweiter Bruder Amadeus
ist nicht als Grunbesitzer faßbar. Auch Arduins
mutmaßlicher Enkel
Arduin III. hatte noch Besitz in Obiano.
Gegen eine solche Abstammung der Königin
Berta könnte freilich eingewendet werden, daß die
Familie des Ansgar-Sohnes Amadeus - er hatte einen Sohn Berengar
[115 BSSS 78, Nr. 94 (September 985) Berengar fbm Amadei
de locum Mausicio.] - in keiner Weise in Zusammenhang mit den Wirren
um Arduin auftaucht, zudem, daß
der Name von Arduins Bruder Amadeus
eine weiter zurückliegende Verbindung zu den ANSGARIERN nahelegt.
Auf der anderen Seite aber würde diese Herkunft von Arduins
Gemahlin - sie wäre dann immerhin über Ansgars Mutter
Ermengard
eine Nachfahrin der karolingischen Berta
gewesen - ihre bedeutende Stellung in den Königsurkunden ihres Mannes
erklären.
Weinfurter, Stefan: Seite 228
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"Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten"
Von Arduin sind einige
Urkunden überliefert, und die Verfügungen, die er darin trifft,
zeigen, daß er sich als legitimer Rechtsnachfolger
Kaiser
OTTOS III. in Italien sah. Den Bischofsstädten bestätigte
er ihre Privilegien. Wie Kunigunde
erscheint auch seine Gemahlin Berta
als
Intervenientin und als consors regni.
oo Arduin von Ivrea König von Italien
um 955-14.12.1015
Kinder:
Otto Graf von Ivrea
- nach 1026
Arduin-Ardicin Markgraf von Ivrea
- nach 1029
Wibert Graf von Ivrea
- nach 1029
Literatur:
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Brunhofer, Ursula: Arduin von Ivrea. Untersuchungen
zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters. Arethousa Verlag
Augsburg 1999 Seite 154-156,168,170,185,187,188,340 - Weinfurter
Stefan: Heinrich II. Herrscher am Ende der Zeiten. Verlag Friedrich Pustet
Regensburg 1999 Seite 228 -