Markward I. (III.)                                    Graf von Eppenstein
-----------------------                                  Graf im Viehbachgau
    -13.4.1000                                          Graf im Mürztal
 

Sohn des Grafen Markwards II. von Viehbach
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
----------------------------------------------------------------------------------------------------
Wegener Dr. Wilhelm: Seite 108
******************
3. MARKWART III.

F. nicht erwähnt, doch scheint Markwart ein Sohn von 2 gewesen zu sein; EV.
970 7/3 Pavia Kaiser OTTO I. schenkt der Salzburger Kirche königliche Eigengüter im comitatu Marchwardi marchionis nostri in plaga orientali gelegen, nämlich den Hof Vdulenidvor, deutsch Nidrinhof, mit 50 dazu gehörigen Könighufen, den Forst Sausal westlich Leibnitz sowie einen Besitz zwischen Sulb und Leibnitz sowie einen Besitz zwischen Sulb und Leibnitz DD 1, 530 n 398
973 27/4 Merseburg das von Kaiser OTTO I. Niedermünster geschenkte Besitztum Beutelshbausen G Ober-Aichbach AF Landshut liegt in pago Adalahheven (Adlkofen AG Landshut) In der Grafschaft des Grafen Marchward DD 1, 585 n 432 (verunechtet)
980 24/10 Konstanz Kaiser OTTO II. schenkt dem Grafen Wilhelm seinen ganzen Besitz in der Grafschaft des Rahwin bis zu dem Eigentum des Grafen Marchward und von da bis zur Grenze dieser Grafschaft mit der Sann-Grafschaft (Untersteiermark) DD 2, 264 n 235
(980/85) Graf Ulrich von Ebersberg macht mit seiner Gattin Rihhart beim Begräbnis seiner Schwester Willipirg Schenkungen an St. Emmeram, udZ. Marachwart nQ 8, 198 n 218
(985/91) Heinrich II. Herzog von Bayern, lässt auf einer Versammlung von Bischöfen und Grafen in der Mark des Markgrafen Liutpold (Ostmark) die Rechte des Bistums Passau feststellen. udZ. Marchwart comes et frater eius Rudker nQ 6, 79 f. n 92; IV.
c 990 Mariasaal (Kärnten) Gut zu Gurniz und Turdine wird gegen anderes zu Zinsdorf und Hörtendorf (a. Gurk nordöstlich Klagenfurt) vertauscht, Zeugen Engilpreht comes, Marchwart comes, Willihalm comes, Fridarih comes Salzb. UB 1, 175 f. n 10;

Gemahlin:
Hadamudis, Tochter Adalberos I. von Ebersberg c 970 (Udalricus comes de Ebersberg, Sohn Adalberos) post haec duxit uxorem Rihcardam, sororem Marhwardi presidis de Carinthia, cui ipse suam in coniugium vocabulo Hademuoden dedit Chron. Ebersb. minus 11. Jh. SS 20, 12; siehe oben (980/85)
+ 19/2 Obermünster: Hadamuod comitissa Necr. 3, 337.


Markward I. war seit etwa 970 Markgraf der Mark von Kärnten (Raum um den Fluss Raab, die östliche Steiermark) und baute die Macht seines Hauses konsequent aus. Er war eine kaiserliche Stütze und Gegner der Herzöge von Kärnten.
 
 
 
 

  oo Hadmud von Ebersberg, Tochter des Grafen Adalbero I.
             -19.2.
 
 
 
 

Kinder:

  Adalbero Herzog von Kärnten
  um 980-28.11.1039

  Eberhard Graf an der Isar
         - nach 1039

   Ernst
         -
 
 
 
 



Klaar Karl-Engelhard: Seite 81-83
*****************
"Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten" (1966)

Das Ende der unmittelbaren Ungarngefahr stellte das Reich vor die Notwendigkeit, einerseits nach außen den Schutz des zurückgewonnenen Landes im deutschen Südosten zu sichern, andererseits dort nach innen eine ausgewogenes Kräfteverhältnis zu wahren. Entsprechende Bemühungen lassen sich seit der ausgehenden Regierungszeit OTTOS DES GROSSEN erkennen, doch bedurfte es mehrerer unruhevoller Jahrzehnte, bis eine gewisse Festigung erreicht war. Ebenso wie die bayerischen Bischöfe dabei eine Wiederherstellung der vormaligen Besitzungen ihrer Kirchen im Osten anstrebten, lässt sich die Verwaltung des Landes ein Anknüpfen an Einrichtungen der KAROLINGER-Zeit feststellen. So sind uns für das Gebiet der sogenannten Ostmark gegen 970 ein Markgraf Burkhart bezeugt, desgleichen zu 973 ein Markgraf Poppo für Krain und für die dazwischenliegende Kärntner Mark ein Markgraf Markwart (zu 970: Nr. 12), dessen verwandtschaftliche Zugehörigkeit zur vorhin betrachteten MARKWART-Sippe sicher ist .
Nach dem etwa gleichzeitigen Auftreten der MARKWARTE in Bayern und seinem Nebenlande Kärnten haben uns die spärlichen, aber zeitlich gleichmäßig verteilten Zeugnisse des anschließenden halben Jahrhunderts wohl ein Bild von der Stellung dieser Adelssippe innerhalb ihres Lebensbereiches geben können, doch ebenso wenig, wie einzelne Personen genauer greifbar wurden, ließ sich ein Wandel in der freilich von Anfang an gehobenen Stellung erkennen. Wenn diese negativen Aussagen seit dem letzten Viertel des 10. Jahrhunderts, eben seit dem Auftreten jenes Markgrafen Markwart, nicht mehr gelten, so ist solche Gleichzeitigkeit kaum zufällig. Vielmehr bringt der erhöhte Rang eines Gliedes der Sippe ein besseres Fassbarwerden nicht nur dieser Person mit sich, sondern auch ihrer Nachkommen, die natürlicherweise versuchten, die einmal erlangte politische Bedeutung wenigstens festzuhalten.
Wie war es zu diesem Aufstieg gekommen? der historische Hintergrund der Neuordnung im Südosten des Reiches wurde schon angedeutet. In die personengeschichtlichen Zusammenhänge gewährten uns einigen Einblick der verwandtschaftlichen und sozialen Beziehungen des Markgrafen Markwart, über welche wir besser als über sein amtliches Wirken unterrichtet sind. Der erwähnte Markgraf Burkhart war, wie auch der Markwart in Nr. 7, ein Vasall Herzog Heinrichs I. von Bayern und überdies dessen Schwager, stand also dem liudolfingischen Königshause nahe. Markwart selbst war durch seine eigene Ehe und die seiner Schwester Richgard der Sippe der EBERSBERGER enge verbunden, welche bereits unter Kaiser ARNULF einen Kärntner Grenzgrafen gestellt hatte. Eine Schwester schließlich von Markwarts Gattin Hadamud war vermutlich die Gattin des dritten der genannten Markgrafen, Poppo, eines bayerischen Adligen, der also wohl gleichfalls mit den EBERSBERGERN und zudem mit Markgraf Markwart verschwägert gewesen ist. So gehörten die mit der Verwaltung der neuen bayerischen Marken Betrauten alle der nämlichen Schichte des bayerischen Adels des 10. Jahrhunderts an, als deren Mitglieder wir auch die früher genannten MARKWARTE erkannt haben. Ihre Einsetzung wird daher in Übereinstimmung OTTOS DES GROSSEN mit seinem Neffen, Herzog Heinrich II. von Bayern, erfolgt sein. Den MARKWARTEN speziell sollte es gelingen, aus der engen Bindung Bayerns an das Reich zur Zeit seiner liudolfingischen Herzöge bleibenden Gewinn zu ziehen.
Die folgenden Entwicklung in den Marken ist mit dem weiteren Verhalten des eben genannten Herzogs, des "Zänkers", zusammen zu sehen. Die durch ihn entfachten Unruhen der Jahre 974-978 und seine vorläufige Absetzung brachten sein Herzogtum 976 in die Hand seines Vetters (2. Grades), Herzog Ottos von Schwaben, wobei aber in Bayern wichtige Veränderungen stattfanden: Mit Kärnten als neuem, eigenem Herzogtum wurde Heinrich, der Sohn jenes luitpoldingischen Kärntner und später bayerischen Herzogs Bertolt, in dessen Gefolge wir einen der frühesten bayerischen MARKWARTE angetroffen haben (Nr. 4) belehnt. Markgraf Burkhart wurde in der Ostmark durch den erstem "österreichischen" BABENBERGER ersetzt  - wie allgemein wohl zu Recht angenommen wird, weil er sich auf die Seite des aufständischen Herzogs gestellt hatte. In der Krainer Mark, wo Poppo 975 gestorben war, erreichte es Heinrich der Zänker, nachdem er 985 Bayern  wieder in die Hand bekommen hatte, dass einer seiner Gefolgsleute von 976, Waltilo, Markgraf wurde; in der Zwischenzeit hat möglicherweise ein als Graf von Istrien bezeugter "SIGHARTINGER" diese Mark verwaltet. Von den drei großen Marken blieb lediglich die Kärntner Mark von Umbesetzungen frei - Markwart erscheint gegen 980 und gegen Ende der 80-er Jahre (Nrn. 16,18). Diese Konstanz dürfte einerseits mit die Folge einer schon durch seine ebersbergische Verwandtschaft naheliegenden kaisertreuen Haltung des Grafen bei den Unruhen Herzog Heinrichs gewesen sein. Andererseits trug sie zweifellos dazu bei, die "eppensteinische“ Stellung in Kärnten weiter zu festigen.

Klaar Karl-Engelhard: Seite 17-22
******************
"Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten" (1966)

Die Herrschaft der Eppensteiner in den Zeugnissen
------------------------------------------------------------------
Nr. 8           [957-972]

Markwart (Marahvuart, Marahuvart, Marahuuart) nicht sichtlich bevorzugter Zeuge in fünf Freisinger Tauschnotizen aus der Zeit Bischof Abrahams. Es handelt sich um Verträge mit Edlen, Güter in Obb. (LK. Freising, Wolfratshausen, Dachau, Fürstenfeldbruck) und/oder Hörige betreffend. Die Zeugen-Reihen weisen einige Überschneidungen, d) und e) völlige Übereinstimmung auf.

D: Trad. Freis. 2 nrn. 1180 (a), 1182 (b), 1192 (d), 1205 (e).

Zum Ortsnamen Rihhunesdorf in b) siehe Wallner, Beiträge 2, 86 f.
 

Nr. 9           [958-991], Maria Saal/Kärnten

Engilpreht comes, Marchuuart comes, Vuillihalm comes, Fridarih comes, Aripo, Wolfolt, Erchanger, Aripo, Lanzo, Fruotkis, Nendinc, Ratpoto bezeugen einen Tausch Erzbischof Friedrichs von Salzburg mit einer Edlen Mahthilt, Güter bei Klagenfurt/Kärnten betreffend; Vogt des Erzbischofs ist Hartuuic, der Mahtilt: Perhtold.

D: UB. Sbg. 1, 175 f. nr. 10; MdC 3 nr. 126. - R: Reg. Görz 1 nr. 3.

Die Datierung gibt die äußersten Zeitgrenzen nach der Sedenzzeit Friedrichs. Von 24 Notizen dieser Zeit sind nur 3 datiert, eine weitere ist sicher datierbar. Hauthaler setzt den Tausch aus paläographisch-codiocolischen Gründen zu  ca. 963, Jaksch und Wiesflecker schließen sich an. Ohne Angabe von Gründen (wohl wegen der Schwierigkeiten in der Salzburger Vögtereihe unter Erzbischof Friedrich; s. UB. Sbg. 1, 167) stellte Tyroller, Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens 68 (1957), 87 f., die Notiz zu ca. 990 und sieht in ihr die letzte Erwähnung Markwarts, des Vaters Herzog Adalberos von Kärnten. Vgl. unten Nr. 20.
 

Nr. 10          Markgraf Markwart

Nach einer Reihe von Bezeugungen wenigstens zum Teil sicher mit dem Markgrafen Markwart in verwandtschaftlicher Beziehung stehender bayerischer Träger des gleichen Namens wird es jetzt erstmals möglich, eine Persönlichkeit genauer zu fassen.

a)
Ein Bruder Markwarts mit Namen Rüdiger begegnet uns vermutlich in Nr. 18.
Eine Schwester Richgard war mit Ulrich "von Ebersberg" verheiratet: Nr. 11. Dieselbe Quelle bezeugt die Ehe Markwarts mit Ulrichs Schwester Hadmud, also wechselseitige Verschwägerung.
Richgard + 1013 April 23: Chron. Ebersp., 14.

b)
Kinder sind nicht unmittelbar zu belegen, doch ist für Adalbero, den späteren Kärntner Herzog, mit Sicherheit enge agnatische Verwandtschaft zu Markwart anzunehmen [s. Nr. 21]. Zwei  Brüder Adalberos, Eberhart und Ernst, erscheinen in Nr. 41 a. Die Annahme eines weiteren Bruders Ulrich durch Tyroller, Genealogie, 110f. nr. 7, überzeugt nicht; die im Jahrzeitbuch des Klosters Einsiedeln verzeichneten comes Uolricus de Bavaria, Richkart uxor eius (ed. Baumann, 361. ed. Kläui, 365; zu März) sind vielmehr die oben erwähnten EBERSBERGER; vgl. zuletzt Keller, Einsiedeln, 157, mit Rekonstruktion des Datums: 12. III.

c)
Todesjahr und -tag Markwarts sind nicht überliefert; s. jedoch Nr. 20. Vgl. unten 82, 84.
 
 
 

Nr. 11          [970-974]

Markwart, presens de Carinthia, heiratet Hadmud "von Ebersberg": Post haec (sc. nach dem Tode seiner Eltern) duxit (Graf Ulrich) uxorem Rihcardem sororem Marhwardi presidis de Carinthia, cui ipse suam in coniugium vocabulo Hademuodem dedit, quae post obitum mariti cincta sua pro dei nomine derelinquens in Palaestinae partibus mortua plurimis signis declatur.

D: Chron. Ebersp., 12; MdC 3 nr. 130

Die zeitliche Eingrenzung der Eheschließungen ergibt sich aus den allerdings widersprüchlichen Aussagen der Quellen im Anschluss an obige Stelle (a.a.O., 13), wo berichtet wird, dass Erzbischof Friedrich von Salzburg 970 die Ebersberger Kirche geweiht habe, nachdem sich der zuständige Ordinarius, Bischof Abraham von Freising geweigert hatte; als Begründung für diese Weigerung wird Abrahams Einstellung zu Herzog Heinrich II. von Bayern genannt, welche an der kaisertreuen Gesinnung Ulrichs Anstoß genommen habe, doch gehören diese Ereignisse erst ins Jahr 974 (vgl. RI 2/II nr. 667 b). - Zur Jerusalemfahrt der Hadmud siehe Nr. 20. - Cgl. unten 81 Anm. 4, 82 f.
 

Nr. 12          970 März 7, Pavia

in comitatu Marchuuardi marchionis nostri in plaga origentali gelegene Güter, nämlich curtem ad Vdulenidour [...], Theotisce vero Nidrinhof nominatum, mit 50 Königshufen nach freier Wahl, das anliegende nemus Svsil nuncupatum et ad civitatem Zuib que modo suis colonis possessa inhabitatur [...], atque iuxta situm locum civitatis Lipnizza vocatum schenkt Kaiser OTTO I. auf Bitten der Kaiserin Adelheid und seines Neffen, Herzog Heinrichs von Bayern, der Salzburger Kirche unter Erzbischof Friedrich.

D: UB. Stmk. 1 nr. 25, UB. Sbg. 2 nr. 53, D O I. nr. 389. - R: RI 2/II nr. 514, MdC 3 nr. 130.

Die Lage der genannten Liegenschaften ist im einzelnen umstritten. Sie finden sich im Bereich der Flüsse Sulm und Leibnitz (Gebiet der mittleren Mur, Stmk.); so schon Tangl, Eppenstein 1, 172 f., und Zahn, Ortsnamenbuch, 475, 412, 300. Vgl. die eingehenden Lokalisierungen zu D O III. nr. 1 (984 Okt. 7; Güterbestätigung für Salzburg) bei RI 2/III nr. 957, und Tremel, Udulenidvor, sowie Baravalle, Burgen, 66f. (zu Frauenthal). - Die Schenkung bildete den Kern des mittelsteierischen Salzburger Besitzes, der von Leibnitz aus verwaltet wurde; s. Tomek, Seckau 1, 138, und allgemein Hauck, Kirchengeschichte 3, 154, sowie Pirchegger, Steiermark1, 122, 124. - Der Ausdruck plaga orientalis, welcher sonst meist die sog. Ostmark bezeichnet (Riezler, Bayern 1/I, 551), ist biblischer Herkunft; vgl. Gen. 4, 16. - Die in Nr. 11 mit preses de Carinthia umschriebene Stellung Markwarts wird hier präzisiert, worin auch ein Argument für die Personen-Gleichheit liegt (Jaksch, Nachbem. zu MdC 3 nr. 130, sieht hier die erste Nennung des "EPPENSTEINERS" Markwart, erwägt indes Kärnten 1, 134, Identität mit dem Edlen von 930 - Nr. 5.). - Vgl. unten 81 f.
 

Nr. 13          [972-976]

Markwart (Maruhuuart, Marahvuart, Marchuvart) Zeuge in drei Freisinger Tausch- und Kommendierungsnotizen aus der Zeit Bischof Abrahams, Rechtsgeschäfte in Obb. (LK. Pfaffenhofen, Erding) betreffend.

D: Trad. Freis. 2 nrn. 1125 (a), 1232 (bb), 1244 (c).

Markwart in b) an 1. Stelle. bei den hier genannten MARKWARTEN handelt es sich möglicherweise um Unfreie; vgl. die einander ähnlichen Zeugen-Listen mit jenen in Trad. Freis. 2 nr. 1226.
 
 

Nr. 14          [973 April 27, Merseburg]

Sein in pago Adalahkeuue et in comitatu Marchuuardi comitis gelegenes predium Butileshusa nuncupatum schenkt Kaiser OTTO I. auf Bitten der Kaiserin Adelheid und der Judith (seiner Schwägerin) den Nonnen zu Regensburg-Niedermünster.

D: MB 28/I, 197 nr. 136, D O I. nr. 432, Reindel, Luitpoldinger nr. 115 (unvollst.). - R: RI 2/II nr. 566.

Adalahkeuue: Adalachgau, an der unteren Isar; s. Riezler, Bayern 1/II, 550. Butileshusa; Beutelhausen, Gde. Oberaichbach oder Attenhausen, beide LK. Landshut/Ndb. - Die von Tangl, Eppenstein 1, 174, aufgrund verfehlten Ansatzes der Besitzungen der MARKWART-Sippe geleugnete Identität des hier genannten Grafen mit dem Markgrafen Markwart wird von Pirchegger, Steiermark 1, 124, und Tyroller, Genealogie, 108 nr. 3, sehr bestimmt angenommen. Verwandtschaft ist jedenfalls wegen der früheren und späteren Bezeugungen der MARKWARTE in jener Gegend gesichert (vgl. Nrn. 2, 3, 6, 83). - Tyroller, a.a.O., bezeichnet die original überlieferte Urkunde ohne weitere Hinweise als verunechtet. Sie gehört sachlich in Zusammenhang mit den DD O I. nrn. 431 und 433. - Die Nachurkunde D O II. nr. 41 (973 Juni 27; nicht, wie durch Verwechslung bei Reindel, a.a.O., auf D O I. nr. 431 zu beziehen) übernimmt den hier einschlägigen Wortlaut. - In einer Schenkung Herzog Heinrichs von Bayern gibt dieser ein Gut seines Sohnes Brun in loco qui dicitur pewtelshausen gleichfalls an Niedermünster; Reindel, a.a.O., nr. 131 (zu "nach 985"); die Privaturkunde lässt den Grafen unerwähnt. Vgl. unten 73 Anm. 2, 75.
 

Nr. 15          [976-991]

Marchuuart an nicht ausgezeichneter Stelle in der Zeugenliste eines Salzburger Gütertausches unter Erzbischof Friedrich, Güter in Obb. (LK. Erding, Mühldorf) betreffend.

D: UB. Sbg. 1, 184 f. nr. 21

Identität mit dem Zeugen in Nr. 9 aufgrund teilweiser Übereinstimmung der Zeugenreihen möglich.
 

Nr. 16          980 Oktober 24, Konstanz

Seine proprietatem Marchuuardi comitis berührenden Güter in der Grafschaft Rachwins zwischen den Bergen Doberich, Stenniz und Fresniz schenkt Kaiser OTTO II. dem Grafen Wilhelm.

D: UB. Stmk. 1 nr. 29, D O II. nr. 235, MdC 1 nr. 9. - R: RI 2/II nr. 830.

Tangl, Eppenstein 1, 175, versuchte Lokalisierung im Mürztal; dagegen Felicetti, Steiermark 2, 98 f.: Dobrintza, Stenitu, Wresen (Bacher-Gebirge), nördlich Cilli in der derzeit jugoslaw. Unter-Steiermark, mit der Annahme, die Besitzungen Markwarts decken sich mit denen der späteren Kartause Seitz. Entsprechend auch Zahn, Ortsnamenbuch, 136, 510, 447. - Zu Eachwin und seiner Grafschaft vgl. D O III. nr. 22 = RI 2/III nr. 978 (m. Lit.), 985 Okt. 17. - Nach der obigen Lokalisierung wird Wilhelm (Graf im Sanntale) hier mit der späteren Herrschaft Weitenstein beschenkt. Sein gleichnamiger Sohn konnte die in jener Gegend gewonnene Position noch ausbauen (vgl. Pichegger; Steiermark 1, 127 f.). Dagegen bleibt die vorliegende Bezeugung von Besitz Markwarts für diesen Bereich vereinzelt. Die von der Besitznachbarschaft her naheliegende Rivalität mag indes mit zu den Auseinandersetzungen in der nächsten Generation geführt haben (s. Nr. 38 b). - Pirchegger, a.a.O., 126, bringt diese Nennung von Grundbesitz des Markgrafen Markwart in Verbindung mit den dort vorkommenden Ortsnamen Markusdorf und Markersdorf. - Vgl. allg. auch untern 83, sowie Hasenörl, Marken, 507.
 
 
 

Nr. 17          [980-985 November nach 16]

Etih, Marachuuart, Papo, Eparhart, Adalhoh, Adalrih, Ovgo, Adalpreht, Tagani, Einhart bezeugen eine Schenkung des Odalrih comes uidelicet et uxor ilius Rihkart bost obitum et sepulturam bone memoriae Vuillipirge [...] pro remedio et requie eiusdem matrone an Kloster St. Emmeram, bestehend aus Gütern um Regensburg/Opf. und Leibeigenen.

D: Trad. Reg. nr. 218.

Zum Schenkerehepaar siehe Nr. 10. Willibirg war eine Schwester von des Grafen Ulrich Vater Adalbero; s. Chron. Ebersp., 10, und Tyroller, Genealogie, 64 nr. 5 (zur dort vertretenen weiteren Annahme, sie sei im Eintrag des Einsiedler Jahrzeitbuches [ed. Kläui, 366]: Comes Ethich de Baioaria et Willa uxor eius gemeint, ablehnend Keller, Einsiedeln, 124 f., Anm. 209 und ebd. 158). - Widemann, Vorbem. zur Edition, vermutet, dass Willibirg in St. Emmeram bestattet wurde; jedenfalls hat Graf Ulrich auch sonst dorthin geschenkt: Trad. Reg. nr. 215. - Die vom Verwandtschaftsverhältnis her naheliegende Möglichkeit, im zweiten Zeugen den Schwager bzw. Bruder des Schenkerehepaares zu sehen, hat bereits Tyroller, a.a.O., 108 nr. 3. - Vgl. unten 82.
 

Nr. 18          [985-991]

Meginhart comes, Papo comes, Marchuuart comes et frater eius Rudker, Tiemo comes, Pertolt, Werinheri, Rupo, Egil, Mimilo bekräftigen auf einen von Herzog Heinrich von Bayern einberufenen Landtage die Festlegung des im einzelnen aufgeführten Besitzstandes der Passauer Kirche unter Bischof Pilgrim in der "Ostmark" gegenüber dem Markgrafen Liutpolt.

D: Trad. Pass. nr. 92 (zu 985-991), UB. St. Pölten nr. 2 (zu um 987), RI 2/III nr. 1027 a.

Nach Behebung früherer Zweifel an der Echtheit des Stückes ist jetzt besonders die Datierung dieses Landtages innerhalb der Sedenzzeit Bischof Pilgrims (971-991) noch umstritten. Der von Zibermayr, Noricum, 315, vertretene Frühansatz hat sich nicht durchgesetzt; obige Eingrenzung nach Heuwieser mit Wiedereinsetzung Herzog Heinrichs des Zänkers in Bayern als terminus post quem. M. Uhlirz, RI 2/III nr. 1027 a, erwägt Anfang 991 (mit zahlreicher weiterer Literatur; die Studien z. Besitz- und Kirchengschichte der Karolinger und Ottonen. Mark an der Donau von K. Lechner jetzt auch in dessen Ausgew. Schriften, Wien 1947). Zur inhaltlichen Interpretation siehe ebd. und Heuwieser, Passau 1, 265; die namentlich angeführten Besitzungen liegen sämtlich im heutigen Nieder-Österreich. -  Die Identität des hier genannten Markwart mit dem Markgrafen erscheint Pirchegger, Steiermark 1, 126, Anm. 4, fraglich, wogegen sie von Uhlirz, a.a.O., wie bereits von Tangl, Eppenstein 1, 170f., als sicher angesehen wird. Von seinem einzig an dieser Stelle bezeugten Bruder Rüdiger nimmt Tyroller, Genealogie, 110 Nr. 5, an, er sei Markwart in der Karantanischen Markgrafenwürde gefolgt, wofür der Anlageeintrag Rudegerus marchio (zu Dez. 4 im älteren Nekrolog von St. Andrä (S. 362; Mitte 13. Jh. Gründung des Kanoniker-Stiftes Mitte 12. Jh.) nur einen sehr vagen Anhaltspunkt bietet, doch neigt auch Knebel, Bischof Gunther, 31, dieser Vermutung zu. - In denselben Sachzusammenhang gehören die von Bischof Pilgrim ca. 985-991 abgehaltenen Synoden von Lorch (und Mautern) sowie Mistelbach: Trad. Pass. nrn. 93 a-b; in den mit der obigen Reihe mehrfach überschneidender Zeugen-Listen erscheint wiederum Marchvuart. Vgl. unten 83.
 

Nr. 19          [994-1005]

Marchuvart erster Zeuge eines Tausches zwischen Bischof Gottschalk von Freising und einem Kirchenhörigen, Gut in Obb. (LK. Freising) betreffend.

D: Trad. Freis. 2 nr. 1350.
 
 

Nr. 20          [von 1000 April 13]

Markgraf Markwart stirbt.

Todesjahr und -tag sind nicht überliefert; den terminus ante quem bildet die Erwähnung seines Nachfolgers und mutmaßlichen Sohnes Adalbero als Markgraf [Nr. 22]. Wie weit von diesem Datum das Ableben Markwarts anzusetzen ist, bleibt fraglich, da terminus post quem sehr unbestimmt (vgl. Nrn. 17-18, auch 9), Uhlirz, Otto III., 192f., vermutet unter Hinweis auf Pirchegger, Steiermark 1, 126 ff., 995 als Todesjahr. - Die Jerusalemfahrt seiner Witwe Hadmud [Nr. 11] setzt Riezler, Jerusalempilger, 551, eher auf Anfang als Ende des 10. Jh.