Adalbert I. der Charakterlose                   Graf von Bogen und Windberg (1075-1100)
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    -27.7.1100
 

Jüngerer Sohn des Markgrafen Ernst der Tapfere von Österreich aus seiner 1. Ehe mit der Adelheid von Wettin, Tochter von Markgraf Dedi II. von der Lausitz
Prinz Isenburg setzt Graf Adalbert II. (+ 1146) dem Grafen Adalbert I. gleich. Für ihn existiert der 1100 gestorbene Graf Adalbert I. nicht.
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 239
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5. Adalbert I.
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F. siehe Vorbemerkung unter g; chronistisch überliefert in Jansen Enikels Fürstenbuch MG Deutsche Chroniken 3, 602 ff als Sohn des Markgrafen Ernst (+ 1075) und Bruder des Markgrafen Liutpold II., mit Sitz zu Pernegg nördlich Horn und als Vater eines Sohnes. Als urkundliche Belegstellen sind ihm 3 Göttweiger Traditionen zuzuweisen
a.) 1081/91 Adalbertus comes als Spitzenzeuge für die Übergabe eines Gutes in Rottersdorf
b.) 1094/1100 Adalbertus comes als Salmann für den Edlen Wolfstrigel
c.) 1090/1104 als Zeuge für den Edlen Pilgrim von Redling bei Übergabe eines Gutes in Boigen FRA 69, 167 ff n 20, 165 f n18, 178 f n 35.
Dieser Graf Adalbert kann nicht zu der Familie der Grafen von Poigen und Rebegau gehören, die damals kein Glied dieses Namens hatte (siehe die Nachkommen des Herzogs Hermann IV. von Schwaben n 9)
+ 27/7 St. Florian: Adalbertus comes Necr. 4, 269, den man sonst nicht unterbringen kann.

Gemahlin:
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siehe n 4. -
Piendl 43 ff macht auf einen über die Zeile gesetzten Einschub fratris Adalberti zu domina Richgart uxor Pertholdi MB 12, 22 aufmerksam, dem zufolge Berthold (3) einen Bruder Adalbert gehabt hätte, und diesen Adalbert erklärt er für identisch mit 5, so dass also die Ableitung der WINDBERG-BOGENER von den Markgrafen von Österreich hinfällig wäre. Doch dann müsste man erst das Auftreten des Namens Adalbert in der Familie erklären. Auch sagt Piendl selbst, dass dieser Einschub schlecht lesbar sei; sein Urteil, er stamme von der gleichen Hand wie der Text, steht also auf schwachen Füßen. In Wirklichkeit handelt es sich bei dem Einschub um eine etwas spätere Glosse, die dadurch zustande kam, dass ihr Urheber seine Kenntnisse von den Brüdern Berthold I. und Adalbert II. von Windberg auf die ihm nicht bekannte vorhergegangene Generation übertrug.
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Adalbert I. der Charakterlose war Graf von Bogen und Windberg und zu Pernegg und half 1082 gegen Böhmen in der Schlacht bei Mailberg. Er wurde als übler Lüstling überliefert und soll unter anderem seine Schwägerin Ida von Cham geschändet haben.
 
 
 
 

 oo Liutgard von Diessen, Tochter des Domvogtes von Regensburg Friedrich II.
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    Erbin des Gebietes Windberg
 
 
 
 

Kinder:

  Berthold I. Graf von Bogen
        -   1141

  Adalbert II.
         -   1146

  Liutgard
        -

1194
  oo Bretislav II. Herzog von Böhmen
      um 1060-22.12.1100