Theobald II.                                              Graf von Bar (1239-1291)
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um 1220-   1291
 

Begraben: Bar-le-Duc, St. Maxe
 

Ältester Sohn des Grafen Heinrich II. von Bar und der Philippa von Dreux, Tochter von Graf Rudolf II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 690
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Thibaut II., Graf von Bar 1239-1291
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     + wohl Ende 1291

Begraben: Bar-le-Duc, St. Maxe

Sohn von Henri II. (1213-1239) und Philippe von Dreux

1. oo Jeanne von Dampierre

2. oo Jeanne von Toucy

12 Kinder:
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Graf Henri III.
Jean;
Renaud von Bar, Bischof von Metz
Thiebaut, Bischof von Lüttich, Erard von Pierrepont
Pierre von Pierrefort
Philippe, Gräfin von Burgund
Yolande
Alix
Marie, Dame d'Apremont
Marguerite, Äbtissin von St-Maur de Verdun
Isabelle

Thibaut II., der bereits in jungen Jahren seinem auf dem Kreuzzug verstorbenen Vater nachfolgte, führte als würdiger Nachfolger seines Vaters und Großvaters die Grafschaft Bar auf den Höhepunkt ihrer Machtentfaltung. Als Konkurrent von Ferri III., doch aktiver als dieser, verstand es Thibaut II., seine Besitzungen und Lehnsrechte unter geschickter Ausnutzung der Feudalinstitiutionen kontinuierlich zu erweitern (Kontrolle über etwa 80 Burgen), seinen Machtbereich auf Kosten der Bischöfe von Verdun und Toul auszudehnen und bis ins Herzland von Lothringen vorzudringen. Mit Erfolg kopierte er die königlich französischen Regierungpraktiken, verlieh seiner Grafschaft solide Verwaltungsstrukturen (Gliederung in Bailliages) und nutzte die ertragreichen wirtschaftlichen und fiskalischen Ressourcen, über die er Kontrolle des Tals der Maas, die Nähe zur Champagne und seine Präsenz im Moseltal verfügte. Thibaut II. gründete die Stadt Pont-a-Mousson und die Zitadelle von Le Mothe, ausgestattet mit Jahrmärkten und Säkularkapiteln. In reichem Maße erließ er Privilegien und Statuten für 'villes neuves' (mit 'Freiheiten' bewidmete ländliche Siedlungen). Seine ehrgeizige Familienpolitik war deutlich auf Frankreich ausgerichtet. Es gelang dem Grafen, seine Parteigänger auf den lothringischen Bischofssitzen Metz und Verdun zu etablieren.
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Thiele Andreas:
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"Erzählende genealogische Stammtafeln"

Theobald II. geriet stärker unter französischen Einfluss, zumal er sich 1245 auf dem Konzil von Lyon von den STAUFERN löste, um vom Banne freizukommen. Er führte zeitlebens verlustreiche Fehden, zum Teil zugunsten des Schwagers in Flandern und geriet 1253 in holländische Haft. Im Streit mit dem Bischof von Metz setzte er Bischof Lorenz gefangen und wurde daher exkommuniziert. Er gründete die Stadt Pont-a-Mousson und setzte die erbitterten Streitigkeiten mit Lothringen fort.

Mohr Walter: Band III 56-125
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Herzog Matthaeus hatte, wie gesagt, seine Transaktion mit Bitsch, die zur Blieskasteler Erbfrage in Beziehung stand, im Zusammenhang mit den freundschaftlichen Regelungen mit Bar durchführen können. Nach dem Auszug des Grafen von Bar zum Kreuzzug und seinem Tod bestanden mit dessen Nachfolger Theobald II. anfangs ebenfalls noch friedliche Beziehungen. Aber schon bald zeigten sich gewisse Gruppierungen, die auf Spannungen deuteten, beide Seiten suchten auch Verbündete zu gewinnen. Es ging in der Hauptsache dabei um Fragen des Geltungsbereichs der herzoglichen Gerichtsbarkeit. Die Herzöge von Lothringen besaßen als Regal das Aufsichtsrecht über die Duelle, die zwischen Maas und Rhein geliefert wurden. Diesem Recht wollten sich die Grafen von Bar, Chiny und Vaudemont und der Bischof von Verdun nicht fügen. Man gelangte schließlich am 23. Juli 1245 zu einer Einigung, wobei der Herzog etwas nachgab. Dem Grafen Theobald II. von Bar wurde diese Duellgerichtsbarkeit über seine eigenen Vasallen zugestanden, alle übrigen Personen in seiner Grafschaft unterstanden dem herzoglichen Recht. Der Graf von Chiny erhielt das gleiche Zugeständnis, jedoch in Form eines oberlothringischen Lehens. Die Ansprüche des Grafen von Vaudemont und des Bischofs von Verdun sollten dem Schiedsgericht des Grafen von Luxemburg unterbreitet werden.
Ganz ohne Misstrauen scheint indes die Situation nicht geblieben zu sein, denn im August 1246 wurde ein Vertrag zwischen den Grafen von Bar und Luxemburg geschlossen, der für die Zeit nach dem Tode des oberlothringischen Herzogs den Grafen von Bar gegen Aktionen von Seiten des Herzogtums sichern sollte, wogegen der Graf seinerseits Luxemburg bei der Unterstützung der Herzogin, die eine Schwester des LUXEMBURGERS war, und deren Nachkommen helfen wollte. Dieses Misstrauen mag auch auf dem Verhältnis von Bar und Ober-Lothringen zu Toul beruht haben. Die Stadt Toul hatte unter dem Schutz des Grafen Heinrich II. von Bar gestanden, mit dessen Nachfolger Theobald indes das Abkommen nicht erneuert wurde. Auf der andern Seite war Herzog Matthaeus an der Grafschaft Toul interessiert. Das zeigte sich schon Ende des Jahres 1235, als Graf Friedrich von Toul erklärte, er werde seine Grafschaft nur an den Herzog oder an den Bischof von Toul verpfänden. Fünf Jahre später, im Juli 1240, führte er dann das tatsächlich durch und überließ die Grafschaft an den Herzog. Im Mai 1248 kam es zu einem neuen Verpfändungsvertrag, der diesem für seinen Einfluss noch größere Sicherheiten gab. Diese Abmachung geschah offensichtlich im Einverständnis mit dem Bischof von Toul.
Die Beziehungen zwischen Herzog Matthaeus und dem Grafen Theobald von Bar waren durchaus friedlich geworden. So hatten sie zum Beispiel gemeinsam im Mai 1248 den Schutz über die Abtei Luxeuil übernommen. Allerdings scheint doch, wie aus späteren Abmachungen zu erschließen ist, noch lange ein gewisses Misstrauen zwischen beiden geblieben zu sein. Auch gegenüber dem Bistum Metz besserte sich die Situation in entscheidendem Sinne, da ja nach dem Tode Bischof Johanns im Dezember 1238 des Herzogs Bruder Jakob zum neuen Bischof erhoben worden war. Doch ist auch gegenüber ihm auf die Dauer das Verhältnis nicht ohne Spannungen geblieben. Im Jahre 1249 kam es zu Auseinandersetzungen um die gegenseitigen Rechte in Rosieres, das wegen der dortigen Salzgewinnung eine besondere Bedeutung besaß. Das Verhältnis wurde schließlich Ende Juli 1249 so geregelt, dass dem Bischof die Hälfte des Besitzes zufiel und der Herzog die andere Hälfte als Lehen des Bischofs erhielt.
Indessen hat zu dieser Zeit auch Graf Theobald IV. von der Champagne seinen Einfluss verstärkt. Zu Ende des Jahres 1242 wurde der Graf von Luxemburg sein Vasall. Daraufhin zog Graf Theobald von Bar seine Bindungen mit dem Grafen von Luxemburg enger an, er schloss im Jahre 1248 einen Bündnisvertrag mit ihm. Der Anlass war wohl auch dadurch gegeben, dass Spannungen zwischen dem Grafen von Luxemburg einerseits und dem Bischof von Verdun und dessen Stadt andererseits bestanden. Der Graf von Bar machte hier seinen Einfluss in dem Sinne geltend, dass der LUXEMBURGER sich in diesen Streitigkeiten seinem Schiedsgericht unterstellte und im Falle der Ablehnung dieses Gerichtes durch die Gegenseite seine Hilfe erhalten sollte. Gestützt auf diese Einigung mit Luxemburg, konnte der Graf von Bar sich einem Problem zuwenden, von dem eine ernstliche Beeinflussung der Beziehungen zwischen Bar, Luxemburg und Ober-Lothringen drohte: die Haltung der Städte Metz und Toul.
Der Bischof von Toul war noch immer in Streit mit seiner Stadt, die ihrerseits Hilfe von der Stadt Metz erhielt. Zu seiner Unterstützung bildete sich im Jahre 1251 ein Bündnis zwischen der Herzogin Katharina von Ober-Lothringen und den Grafen Theobald von Bar und Luxemburg. Der Graf von Bar unterwarf darauf am 3. Juli 1251 die Stadt Toul. Die Bürgerschaft verzichtete auf ihr Bündnis mit Metz und fügte sich wieder der Herrschaft ihres Bischofs. Die Lage blieb indes gerade wegen der Städte Toul und Metz für alle Beteiligten voller Spannungen. Hier bot sich nun die Macht des Grafen von der Champagne zum Ausgleich und zur Vermittlung an. In seiner Gegenwart schlossen die Herzogin Katharina und die Grafen Theobald II. von Bar und von Luxemburg im April 1252 einen Friedenspakt. Sie verpflichteten sich, keinen Krieg mehr gegeneinander zu beginnen, sondern sich für alle ihre Streitfragen dem Schiedsspruch des Grafen Theobald IV. von der Champagne zu unterstellen. Das heikle Problem von Metz und Toul wurde so gelöst, dass die Beteiligten sich verpflichteten, die beiden Städte nicht in ihren Schutz zu nehmen und auch nicht in Kriegshandlungen einzubeziehen. Bezüglich Toul gingen gleichzeitig die Herzogin und der Graf von Bar die Verpflichtung ein, dass auch ihre Vasallen nicht in die dortigen Auseinandersetzungen eingreifen würden. Die Herzogin hat allerdings den Bischof von Toul weiterhin gegen seine Stadt unterstützt. Auch der Graf Theobald von Bar ging im Oktober 1252 entsprechende Verpflichtungen ein. Indes hat auf die Dauer Katharina sich nicht an die Abmachungen vom April 1252 gehalten. Am 22. September 1253 nahmen sie und ihr Sohn Friedrich nämlich die Stadt Toul in ihren Schutz, wofür die Bürgerschaft ihnen Unterstützung versprach.
Dieses Jahr 1255 brachte auch eine neue Entwicklung in den Spannungen zwischen Bar und Ober-Lothringen über die Städte Metz und Toul. Sie waren ja wieder aufgelebt, als die Herzogin-Mutter Katharina im Jahre 1253 Toul erneut in ihren Schutz genommen hatte. Nun verbündete sich am 23. Mai 1255 der Graf Theobald von Bar mit dem Bischof von Toul, ein Vorgehen, das sich offensichtlich gegen Ober-Lothringen richtete. Die Lage wurde dadurch für Herzog Friedrich unangenehm, denn es bestanden noch ungelöste Streitfragen zwischen ihm und seinem Oheim, Bischof Jakob von Metz, über das Erbe Herzog Matthaeus II.
Ein Gegensatz zum Grafen Theobald II. von Bar lässt sich in dieser Zeit nicht erkennen. Wohl ist es möglich, dass diese im November 1261 erreichte Einigung zwischen Herzog und Bischof durch den Umstand bedingt war, dass der Graf von Bar in diesen Jahren durch Erwerb von Ländereien seine Stellung um Toul und Metz erweitert und gefestigt hatte.
Im Juli 1262 schloss der Graf Theobald von Bar mit einigen Metzer Familien ein Bündnis, das sich ausdrücklich nicht gegen den Bischof von Metz richtete. Man darf vielleicht hierin schon den Beginn neuer Gruppierungen sehen, in denen der Graf von Bar als Gegenspieler gegen den Herzog von Ober-Lothringen auftrat. Jetzt aber kamen Unstimmigkeiten des Bischofs mit diesem auf, der die Erstattung seiner durch den Schutz des Bischofs entstandenen Unkosten verlangte. So näherte sich schließlich der Bischof weiter dem Grafen von Bar, mit dem er sich am 18. Juni 1263 verbündete, wobei sich auch die Stadt Metz anschloss. Demgegenüber hatte sich der Herzog von Ober-Lothringen bereits im November 1262 mit dem Grafen von Luxemburg geeinigt, allerdings unter Ausnahme einer Unterstützung gegen den Bischof von Metz und den Grafen von Bar. In Luxemburg war man nämlich in dieser Zeit bemüht, zu einem Ausgleich mit Bar zu kommen, wobei auf die alte Frage der Herrschaft Ligny zurückgegriffen wurde. Im Dezember 1262 wurde deren nicht von der Champagne lehensabhängiger Teil an Walram, den zweiten Sohn des Grafen von Luxemburg, gegeben und zwar so, dass er das Gebiet vom Grafen Theobald von Bar zu Lehen hielt, während dieser von Walrams Vater, dem Grafen von Luxemburg, für das gleiche Gebiet lehensabhängig war. Somit konnte sich Luxemburg in diesem Augenblick nicht auf der Seite Ober-Lothringens gegen Bar binden. Herzog Friedrich hat in dieser Zeit aber noch außerdem sein Verhältnis zur Champagne gefestigten. Gegen Bischof Philipp von Metz fasste er nach dessen Vertrag mit dem Grafen von Bar ein ausgesprochenes Misstrauen, er besetzte jetzt zwei von dessen Burgen. Das war offensichtlich ein Anstoß zu neuen Gruppierungen. Es kam anscheinend auch zu Feindseligkeiten, in die sich außerdem noch der Graf von Vaudemont mischte.
Auf das politische Verhältnis im lothringischen Raum hat das keinen besonderen Einfluss gehabt, die Spannungen zwischen dem Grafen Theobald von Bar und Herzog Friedrich hielten weiter an. Es scheint damals zur Belagerung der Burg Priny durch den Grafen gekommen zu sein, während der Herzog das Gebiet von Bar verwüstete. Dabei hat der Graf von Luxemburg dem Herzog aktive Unterstützung geleistet. Schließlich scheint der Graf von Bar eingelenkt zu haben, und im Juli 1264 erfolgte in Metz eine allgemeine Regelung der noch ausstehenden Angelegenheiten, wobei das Bistum Metz in der Hauptsache alle restlichen Kosten zahlte. Am stärksten gefestigt ging aus dem ganzen Geschehen der Graf von Bar hervor, während der Herzog von Ober-Lothringen dabei verloren hatte.
In den Spannungen zwischen Bar und Luxemburg formierten sich jetzt die Gruppen. Graf Heinrich von Grandpre übertrug alte Ansprüche seiner Familie auf Luxemburg auf Graf Theobald von Bar. Weiterhin wurde diesem Unterstützung von Graf Ludwig von Loon und Chiny versprochen. Zu diesem Kreis gehörte auch Graf Wilhelm von Jülich, und ebenso war bereits Bischof Wilhelm von Metz gewonnen worden. Schließlich gelang am 9. Juli 1264 eine Verständigung mit dem Herzog von Ober-Lothringen.
In dieser ganzen Entwicklung unternahm der Graf von Luxemburg dann noch einen entscheidenden Schritt, er sicherte sich die Unterstützung des Grafen Theobald von der Champagne, indem er im April 1265 die Herrschaft Ligny unter Missachtung der Bindungen an Bar von ihm zu Lehen nahm. Eine besondere Stütze für ihn war es, dass auf diesem Wege auch Rainald von Bar, der Bruder des Grafen von Bar, auf die luxemburgische Seite gebunden werden konnte. Rainald hielt sich durch seinen Bruder benachteiligt und rechnete auf die Hilfe des Grafen von der Champagne. Im Jahre 1260 bereits war er dessen Vasall geworden und verpflichtete sich jetzt im April 1265, mit seinem Bruder kein Abkommen einzugehen ohne die vorherige Zustimmung seines Lehensherrn. Die Bindung zwischen Ober-Lothringen und Luxemburg war nun sehr eng geworden, Herzog Friedrich trat bezüglich Geldschulden des Grafen von Luxemburg an den Grafen von der Champagne als Garant auf, ein Verhältnis, das auf Gegenseitigkeit beruhte, denn auch der Luxemburger garantierte für Schulden des Lothringers. Indessen hat gerade in dieser Zeit im Mai 1265 der Bischof von Toul die Seite des Herzogs von Ober-Lothringen verlassen, er übertrug Stadt und Bistum Toul dem ausschließlichen Schutz des Grafen von Bar.
Durch Bereinigung dieser Frage war dann gleichzeitig der Abschluss eines Bündnisses zwischen Ober-Lothringen und Luxemburg gegen den Grafen von Bar möglich, das im Hinblick auf die drohende Auseinandersetzung um Ligny zustande kam. Feindseligkeiten waren schon im Jahre 1264 durch Rainald von Bar und Johann von Choiseul begonnen worden. Aber erst zu einem Zeitpunkt, da der Graf von der Champagne in dem ihm gehörenden Königreich Navarra abwesend war, setzte der
Graf Rainald von Bar am 5. Juli 1266 mit dem Hauptangriff ein und eroberte im ersten Anlauf die Herrschaft Ligny. Die Folge davon war der Abschluss eines noch engeren Bündnisses zwischen Herzog Friedrich und dem Grafen Heinrich von Luxemburg. Dieser neue Vertrag gab vor allem dem Herzog Sicherheit bezüglich der Haltung Luxemburgs gegenüber Bar. Der Luxemburger verpflichtete sich auf Lebenszeit, niemals Bar irgendwelche Unterstützung gegen Ober-Lothringen zu gewähren. Das Versprechen wurde noch auf den Fall ausgedehnt, dass der Graf Theobald von Bar Herzog Friedrich angreifen könnte, während dieser sich im Kriege mit Luxemburg befinde. Für diesen Fall versprach Graf Heinrich, mit Friedrich sofort Waffenstillstand zu schließen und ihm gegen Bar Zu helfen. Allerdings wurden beiderseits noch Ausnahmen zugestanden für des Grafen von Luxemburgs Sohn Walram und des Herzogs Sohn Matthaeus, die für ihre nicht von ihren Vätern gehenden Lehen dem Grafen von Bar helfen durften.
Gleichzeitig mit dem Vorgehen von Bar erfolgte ein Angriff Ludwigs von Loon auf luxemburgisches Gebiet, und wahrscheinlich ebenfalls zu diesem Zeitpunkt erschien Bischof Wilhelm von Metz vor der lothringischen Burg Priny und begann deren Belagerung. Der Graf von Luxemburg eilte darauf den Lothringern zur Hilfe, vor allem wollte er den Bischof angreifen, ehe dieser seine Vereinigung mit den Streitkräften von Bar vollziehen konnte. Indessen kam ihm der Graf Theobald II. von Bar zuvor, so dass sich der Luxemburger vor Preny dem vereinigten Heere seiner Gegner gegenüber sah, während der oberlothringische Herzog noch nicht herangekommen war. In dem anschließenden Gefecht am 14. September 1266 fiel der Luxemburger in die Gefangenschaft des Grafen Theobald von Bar. Der Krieg ging indessen noch weiter, von luxemburgischer Seite führten ihn die Söhne des Grafen, außerdem griff auch zu Beginn des Jahres 1267 Graf Theobald von der Champagne nach seiner Rückkehr aus Navarra ein.
Inzwischen hatte sich Papst Clemens IV., dem an der Organisation eines Kreuzzuges gelegen war, im November 1266 an den französischen König Ludwig IX. gewandt und ihn um Vermittlung eines Friedens zwischen Bar und Luxemburg ersucht. Die Aufgabe war für den König nicht so einfach, weil die Feindseligkeiten zwischen den Grafen von Bar und Champagne eine verbissene Entwicklung nahmen. Der Graf von der Champagne schlug ein Ersuchen des von Bar um Vermittlung durch den französischen König oder den Bischof von Auxerre und den Herzog von Burgund aus. Im März 1267 erfahren wir dann von ernstlichen Bemühungen von luxemburgischer Seite um die Freilassung des Grafen Heinrich. Zu diesem Zeitpunkt scheinen die Verhandlungen darüber schon weitgehend gediehen gewesen zu sein, denn der Graf von der Champagne lieh damals eine größere Geldsumme für die Freilassung des Luxemburgwers an dessen Gemahlin, wobei der Herzog von Ober-Lothringen Bürgschaft für die Rückzahlung leistete. Der Herzog hat auf luxemburgische Bitten hin auch mit dem französischen König über die ganze Angelegenheit verhandelt. Nicht lange danach erhielt Graf Heinrich seine Freiheit. Er hat am 2. Mai 1267 sein Bündnis mit dem oberlothringischen Herzog erneuert. Die allgemeinen Spannungen scheinen damals noch stark gewesen zu sein, denn Graf Theobald von Bar verpflichtete sich Ludwig, den Sohn des Grafen von Chiny und Loon, in dieser Zeit zur Hilfeleistung im Krieg gegen Luxemburg und Ober-Lothringen. Doch dürften sich die offenen Feindseligkeiten mit Bar nicht erneuert haben, da eine andere Entwicklung einsetzte.
Gleichzeitig lässt sich nämlich eine Verschiebung der politischen Fronten erkennen. Nach Freilassung des Grafen von Luxemburg waren der Bischof von Metz und der Graf von Bar in Streit geraten. Es ging dabei um die Verteilung des Lösegeldes, das der Luxemburger gezahlt hatte, wovon Bischof Wilhelm die Hälfte verlangte. Als Graf Theobald das verweigerte, schritt der Bischof zu Verwüstungen auf dem Gebiet von Bar. Angesichts dessen näherte sich der Graf dem Herzog von Ober-Lothringen und schloss mit ihm im Juli 1267 ein Bündnis gegen den Bischof, wobei die Stadt Metz von den Feindseligkeiten ausgenommen sein sollte. Allerdings wurden alle anderen Bündnisverpflichtungen der Vertragspartner davon nicht berührt. Im August 1267 hat Graf Theobald von Bar die Absprachen noch eigens auf alle kirchlichen Einrichtungen erweitert, die sich unter dem Schutz des Herzogs befanden. Dieser dachte damals aber noch an eine Vermittlung des Streites, wofür von ihm und dem Metzer Bischof der Graf von der Champagne angenommen wurde. Der Friede kam am 1. Februar 1268 zustande, die näheren Bestimmungen sollten noch durch eine Ubereinkunft ausgearbeitet werden, die jedoch beim Tode des Metzer Bischofs im Jahre 1269 noch nicht in Kraft war.
Indessen kam der französische König in seiner Vermittlung zwischen Bar und Luxemburg nur langsam voran. Die Hauptverhandlungen wurden im Oktober 1267 in Reims geführt. Dort verbürgte sich Graf Theobald von der Champagne dafür, dass der Graf von Luxemburg den Spruch des Königs anerkennen werde. Eine ähnliche Bürgschaft leistete auch der Graf von Flandern. Ebenso erklärte der Herzog von Ober-Lothringen auf Bitten des Grafen von Luxemburg selbst, er werde diesen nicht mehr unterstützen, wenn er den Schiedsspruch König Ludwigs nicht annehmen werde. Die weiteren Verhandlungen gestalteten sich sehr umständlich, wie aus den uns erhaltenen Eingaben der Beteiligten an den französischen König zu ersehen ist.
Ludwig IX. fällte im September 1268 seinen Schiedsspruch, bei dem der Graf von Luxemburg recht gut abschnitt. Alle Lehensregelungen, die um die Herrschaft Ligny mit dem Grafen von der Champagne getroffen worden waren, wurden aufgehoben. Der Zustand wurde auf den Heiratsvertrag des Grafen Heinrich aus dem Jahre 1231 zurückgeführt, als seine Gemahlin Margarethe, die Tochter des Grafen Heinrich von Bar, Ligny als Heiratsgut erhalten hatte unter der Bedingung, dass das Gebiet an niemand, außer an Mitglieder des Hauses BAR aufgetragen werden dürfe. Insofern hatte im Schiedsspruch Ludwigs IX. der Standpunkt des Grafen Theobald von Bar gesiegt. Dagegen wurde die weitere Regelung, die im Jahre 1262 zwischen Luxemburg und Bar getroffen worden war, in Frage gestellt. Damals war der Graf von Bar für Ligny der Lehensmann des Luxemburgers geworden und hatte das Gebiet dann als Afterlehen an Walram, den 2. Sohn des Luxemburgers, übertragen. Der Weiterbestand dieser Regelung wurde im Schiedsspruch des französischen Königs von der Entscheidung Walrams selbst für oder gegen eine Lehensabhängigkeit von Bar abhängig gemacht.
Hier lag ein entscheidender Punkt für den ganzen Schiedsspruch, ein Punkt, um den es anscheinend verschiedene Deutungen gegeben hat. Deshalb hat König Ludwig in einer eigenen Erklärung vom November 1268 nochmals klargestellt, die Lehensabhängigkeit Walrams hänge allein von dessen Willensäußerung ab, und der Graf von Bar sei gehalten, ihn gegebenenfalls aus dem Lehensverhältnis zu lösen. Diese Lösung hat der Graf sofort vollzogen. Die Bestimmung richtete sich im Grunde genommen gegen ihn. Es ist nicht ausgeschlossen, dass schon zum Zeitpunkt des Schiedsspruchs bekannt war, Walram neige auf die Seite des Grafen von der Champagne, dessen Lehensmann er im Januar 1271 geworden ist, so dass doch im Schiedsspruch Ludwigs IX. eine Begünstigung des Grafen von der Champagne liegen könnte. Sehr wahrscheinlich war die 2. Erklärung des französischen Königs durch Widerstand des Grafen Theobald von Bar bedingt, denn im gleichen Monat November 1270, in dem sie erlassen wurde, gab der Graf bekannt, alle Abmachungen bezüglich Lignys seien nichtig und Walram sei nicht mehr sein Lehensmann. Im Jahre 1270 hat auch Graf Heinrich von Luxemburg engere Lehensbande zur Champagne geschlossen. Gegenüber dem Grafen von Bar wurde der Luxemburger im Schiedsspruch des französischen Königs lediglich zu einer finanziellen Entschädigung verpflichtet. Im September 1274 hat sich Walram übrigens für Ligny wieder für eine Lehensabhängigkeit von Bar entschieden. Der Inhalt der von ihm darüber ausgestellten Urkunde lässt eine Wiederherstellung des alten Zustandes von 1262 erkennen, so dass der Graf von Bar seinerseits für Ligny jetzt wieder von Luxemburg lehensabhängig war.
Das Misstrauen zwischen den Grafen von Luxemburg und Theobald von Bar hielt indessen an. Graf Heinrich hatte sich bereits im Jahre 1266 zum Kreuzzug verpflichtet und befürchtete nun wohl für die Zeit seiner Abwesenheit irgendwelche Aktionen von Seiten des Grafen von Bar. Offensichtlich hielt er den Schutz, den die Kirche den Kreuzfahrern gewährte, nicht für ausreichend, um die Sicherheit seiner zurückbleibenden Söhne Heinrich und Walram zu gewährleisten. Ein neuerliches Zusammengehen mit dem Herzog von Ober-Lothringen schien deshalb wünschenswert. Diesem wurde eine Schadloshaltung für die Verluste während des letzten Krieges zugesichert, während er seinerseits zusagte, die in seinem Besitz befindlichen Bürgschaftsbriefe zurückzugeben. Gleichzeitig schloss der Herzog mit den beiden Söhnen des Grafen einen Bündnisvertrag gegen den Grafen Theobald von Bar, in dem er versprach, Luxemburg zu helfen, wenn es die Not erfordere. Beide Seiten verpflichteten sich außerdem, sich nicht mit der Stadt Metz oder dem Bischof von Metz gegeneinander zu verbünden. Jedoch besorgte sich Graf Heinrich noch eine besondere Sicherheit, um durch dieses Bündnis seiner Söhne nicht Gefahr zu laufen, eventuell den Schutz der Kirche zu verlieren, der ihm als Kreuzfahrer zustand. Der Herzog versicherte nämlich in einer eigenen Urkunde, Heinrichs Söhne seien erst nach der Rückkehr des Vaters vom Kreuzzuge zur Bündnishilfe an Ober-Lothringen verpflichtet.
Inzwischen hatten sich seit Frühjahr 1270 die Beziehungen Luxemburgs zu Bar zu normalisieren begonnen. Die luxemburgischen Schulden aus dem letzten Kriege waren weitgehend abgetragen, und man hatte weitere Fragen über die gegenseitigem Rechte geregelt. So kam es zu Beginn des Jahres 1271 zu einem Bündnis der Luxemburger Brüder mit Graf Theobald von Bar gegen Herzog Friedrich, wobei der jüngere Heinrich versprach, auch seinen Vater nach dessen Rückkehr vom Kreuzzuge für dieses Bündnis zu gewinnen. Von Bedeutung ist dabei, dass die Luxemburger und der Graf von Bar sich verpflichteten, kein Bündnis mit dem erwählten Bischof Lorenz von Metz einzugehen, denn hier spielt eine Angelegenheit hinein, die bald neue politische Gruppierungen verursachen sollte. Gleichzeitig kamen der Bischof von Metz und Herzog Friedrich zur Regelung der zwischen ihnen schwebenden Streitfragen. Auf der andern Seite festigte sich jetzt der luxemburgische Einfluss auf Vianden, denn der dortige Graf Philipp erklärte sich am 17. Februar 1271 zum luxemburgischen Lehensmann. Auch am Rhein, an der Mosel und in der Eifel erweiterte sich die luxemburgische Stellung.
Graf Heinrich von Luxemburg hat sich bei seiner Rückkehr vom Kreuzzuge der Politik seiner Söhne angeschlossen und einen entsprechenden Vertrag mit dem Grafen Theobald von Bar geschlossen. Anscheinend ist es dann zu Kämpfen gekommen, denn am 24. Juni 1271 gewährten Herzog Friedrich und sein Verbündeter Gerlach von Dollendorf den Verbündeten von Luxemburg-Vianden einen Waffenstillstand. Es setzten anschließend offensichtlich eifrige Verhandlungen ein. Nachdem nämlich der 1. Waffenstillstand, der am 8. September 1271 ablaufen sollte, am 4. September bis Allerheiligen verlängert worden war, wurde er bereits am 7. September nochmals auf 2. Februar des folgenden Jahres ausgedehnt und am 31. Dezember 1271 bereits wieder bis zur Osteroktav.
Es ist möglich, dass diese ständigen Verlängerungen bedingt waren durch Gegensätze, die seit dem Jahre 1269 bei der Bischofswahl für Toul zwischen Ober-Lothringen und Bar auftraten, und durch einen andern politischen Faktor, der sich hie und da bereits andeutend geltend gemacht hatte, jetzt aber stärker in den Vordergrund trat. das Verhalten des Bischofs von Metz. Ehedem hatte Bischof Wilhelm von Metz im Jahre 1267 bei der Regelung seines Streites mit dem Grafen von Bar bedeutende finanzielle Verpflichtungen gegenüber diesem und Herzog Friedrich eingehen müssen. Diese Verpflichtungen hatte er nicht einhalten können. Sein Nachfolger Lorenz hatte zunächst versprochen, die Schulden auszugleichen. Graf Theobald II. von Bar und Herzog Friedrich hatten sich inzwischen bereits der dem Bistum gehörenden Burg Conde-sur-Moselle als Pfand bemächtigt, die sich nachweislich seit dem Jahre 1266 in ihrem Besitz befand. Durch einen Vertrag vom 27. Januar 1271 wurde dann bestimmt, dass Bischof Lorenz an Herzog Friedrich innerhalb der nächsten drei Jahre die Summe von 8.000 Pfund zu zahlen habe, wogegen nach Erhalt des Geldes dieser das von ihm besetzte Bistumsgebiet räumen sollte. Vermutlich ist eine ähnliche Regelung auch mit dem Grafen von Bar erfolgt.
Indessen war es Bischof Lorenz nicht möglich, all diese Zusagen zu erfüllen. So kam es schon sehr bald zu neuen Feindseligkeiten, wobei der Bischof zunächst im Jahre 1271 einige Erfolge verbuchen konnte, indem er Conde und Conflans eroberte. Für diese Auseinandersetzungen suchte er sich auch Bundesgenossen zu sichern und wandte sich an die Lichtenberger, die ihm Hilfe zusagten. Sie besaßen nämlich ein Interesse daran, die Macht des Herzogs von Ober-Lothringen nicht allzu groß werden zu lassen. Im Jahre 1272 fanden sich Konrad von Lichtenberg, Kantor in Straßburg, und sein Bruder Friedrich, Kanonikus in Metz, beim Heere des Bischofs in Marsal ein. Kurz darauf konnte Herzog Friedrich einen Vorstoß unternehmen und wahrscheinlich bei Hattigny am 25. September 1272 den Metzer Bischof und die Lichtenberger gefangen nehmen. Die Gefangenen dieses Gefechtes wurden unter Herzog Friedrich und Graf Theobald aufgeteilt, der Bischof von Metz wurde dem Grafen zugesprochen, die Lichtenberger Brüder und ihre Gefolgsleute dem Herzog. Die Lichtenberger fanden jetzt Hilfe beim Grafen Heinrich von Zweibrücken, der sich für sie verbürgte und ihnen im Januar 1273 eine vorläufige Freilassung besorgte. Konrad von Lichtenberg scheint schon bald darauf seine endgültige Freilassung erhalten zu haben, musste dazu aber am 16. Februar 1273 ein bedeutsames politisches Zugeständnis machen. Da er Aussicht besaß, in Straßburg zum Bischof erhoben zu werden, gab er das Versprechen ab, in diesem Falle sich jederzeit mit dem Herzog gegen jedermann zu verbinden. Eine ganze Reihe von Herren aus dem lothringischen Raum traten als Garanten dieses Versprechens auf, darunter Erzbischof Heinrich von Trier und die Grafen von Leiningen, Zweibrücken und Lützelstein. Vermutlich nach der Einigung mit den Lichtenbergern war Herzog Friedrich zum allgemeinen Frieden geneigt, wobei er nicht mehr auf die Belange des Grafen Theobald von Bar achtete. Er nahm deshalb Verbindung mit dem Bischof von Metz auf, der aus der Gefangenschaft hatte entkommen können. Durch ihn wurde er am 24. Februar 1273 von dem gegenüber dem Grafen von Bar geleisteten Eide gelöst.
Zur endgültigen Regelung der Angelegenheiten wurde noch Papst Gregor X. bemüht, als er im April 1274 das Konzil in Lyon eröffnete. Hier erschienen der inzwischen zum Bischof von Straßburg gewählte Konrad von Lichtenberg und sein früherer Verbündeter, Bischof Lorenz von Metz. Auch Graf Theobald II. von Bar war anwesend. Der Papst hatte sich schon einige Zeit zuvor an König RUDOLF gewandt und ihn gemahnt, die Kirche von Metz zu schützen. Der König dürfte auch entsprechende Mahnungen an deren Feinde gerichtet haben. Durch Vermittlung des Papstes kam am 7. Juni 1274 ein Abkommen zwischen Bischof Konrad von Straßburg und Herzog Friedrich zustande. Der Herzog war offensichtlich zu einem gewissen Nachgeben bereit, weil er inzwischen zum Grafen von Bar in Gegensatz geraten war. So wurden die ursprünglich vom Bischof eingegangenen Verpflichtungen etwas gemildert, er war nur noch strikt gehalten, dem Bischof von Metz, mit dem noch kein Friede bestand, keine Hilfe gegen den Herzog zu leisten. Seine Lichtenberger Verwandten durfte er bei eventuellen Streitigkeiten gegen den Herzog unterstützen, solange sie sich an den Rechtsweg hielten, beim Trierer Erzbischof ist ihm das für eigentlich Trierer Angelegenheiten ohne Einschränkung gestattet. Wichtiger war es wohl im Augenblick für den Herzog, dass der Bischof ihm Hilfe gegen den Grafen von Bar versprechen musste. Wenig später am 27. Juni 1274 hat König RUDOLF in Hagenau die zwischen beiden geschlossenen Abmachungen bestätigt und auch die in Gefangenschaft geratenen Straßburger Bürger darin einbezogen. Mit dem Bischof von Metz schloss der Herzog am 20. Juni 1274 Frieden, wobei keine besonderen Veränderungen eingetreten sind. Wegen der Gefangenschaft des Bischofs war der Herzog exkommuniziert worden. Er wurde auch wahrscheinlich im Juni 1274 aus dieser Exkommunikation gelöst gegen das Gelöbnis, nicht gegen diejenigen vorzugehen, die dem Bischof ehedem zur Flucht verholfen hatten. Mit der Überwachung über die Zusagen des Herzogs wurden der Abt von St. Mihiel und der Offizial des Bistums Verdun beauftragt. Der endgültige Vertrag zwischen Bischof und Herzog wurde in Lyon am 7. Dezember 1274 abgeschlossen. Den Frieden zwischen dem Grafen Theobald von Bar und dem Bischof hat der Papst am 8. August 1274 zustande gebracht.
Wie schon angedeutet, hatten sich inzwischen die Fronten wiederum geändert, Ober-Lothringen war erneut zum Gegner von Bar geworden. Im April 1274 hatte Herzog Friedrich mit Erzbischof Heinrich von Trier ein Bündnis gegen den Grafen Theobald von Bar geschlossen. Beide Vertragsschließende einigten sich dabei über die Burg Montelair, die endgültig als Trierisches Lehen an den Herzog kommen sollte, sobald er die Rechte erworben haben würde, die die Frau von Montclair bzw. deren Erben noch an der Burg besaßen. Diese Rechte wurden ihm am 8. Oktober 1277 vom Grafen von Luxemburg übertragen, die von Trier waren ihm schon beim Vertragsschluss im August gewährt worden. Indes war es mit Bar nicht zu einem Kriege gekommen, vielmehr wurde am 8. Juli 1274 in Lyon auch zwischen Herzog Friedrich und Graf Theobald Friede geschlossen. Beide unterwarfen sich dem Schiedsspruch der Herren von Salms und Montfaucon.
Indessen hat sich Graf Heinrich von Luxemburg beim Grafen Theobald von Bar für Herzog Friedrich verwandt und von ihm das Versprechen erhalten, dem Bischof von Metz in dessen Krieg gegen Ober-Lothringen nicht über dasjenige hinaus zu helfen, wozu er als Metzer Lehensmann verpflichtet war. Zur gleichen Zeit begann sich die Situation zu ändern. An die Einigung vom 29. Mai 1275, wonach die Erben ihre Rechte an Blieskastel nur unter sich veräußern sollten, hatte sich Gerhard von Blankenheim nicht gehalten. Er verkaufte unter Zustimmung seines Lehensherrn, des Grafen von Luxemburg, seine Ansprüche auf Blieskastel, darunter Püttlingen und die Schaumburg an Herzog Friedrich. Dieser hatte zuvor bereits im Mai 1277 die Ansprüche Gerlachs von Dollendorf auf Püttlingen aufgekauft. Soviel ersichtlich ist, besetzte er sofort die Schaumburg. Der Kaufakt wurde nicht allgemein anerkannt, weil die Lehensherrlichkeit des Grafen von Luxemburg über die verkauften Gebiete bestritten war. Der Vorgang wurde auch offensichtlich sofort von der Gegenseite angefochten, denn der Herzog erklärte am 8. Juni 1277, er werde sich bezüglich der Schaumburg dem Schiedsspruch der Herren von Warsberg und Sterpenich fügen, oder dem des Herrn von Durbuy, falls die beiden sich nicht einigen könnten.
Offensichtlich suchte man nun die gesamte Streitsache auf eine schiedsrichterliche Basis zu bringen. Am 13. Juli 1277 übertrugen der Bischof von Metz und Heinrich von Blankenberg ihre Differenzen einem Schiedsgericht. Am 16. Juli kam man überein, Gobert von Apremont und dem Bischof von Langres einen Spruch über den Streit zwischen dem Bischof und Herzog Friedrich zu übertragen, wobei von Seiten des letzteren Graf Heinrich von Luxemburg und sein gleichnamiger Sohn als Garanten auftraten, indem sie dem Bischof erklärten, sie würden den Herzog nicht mehr unterstützen, wenn er sich nicht an den zu erwartenden Schiedsspruch halten werde. Allerdings traf dieser auch anders geartete Vorbereitungen. Er gewann sich den Grafen Theobald von Bar zum Verbündeten gegen den Bischof von Metz, dem Grafen von Luxemburg gegenüber versprach er, ihm für die Schaumburg ein gleichwertiges Lehen zu überlassen und erklärte außerdem, er würde sich gegenüber den Ansprüchen des Grafen von Salm auf die Schaumburg dem Urteil des Grafen von Luxemburg unterwerfen. Demgegenüber suchte die Gegenpartei im August 1277 die Schaumburg zurückzugewinnen, es waren dabei hauptsächlich der Bischof von Straßburg und der Trierer Erzbischof beteiligt.
Die Einigung ist allerdings gescheitert, Herzog Friedrich lieferte die Schaumburg nicht aus. Er begann vielmehr mit neuen Zurüstungen. Im Oktober 1277 ist ein engeres Zusammengehen mit dem Hause LUXEMBURG festzustellen. Neben der schon erwähnten Übergabe des Lehens der Burg Montclair durch den Grafen von Luxemburg trat Herzog Friedrich seinerseits den Grafen die Lehensherrlichkeit über Buzy ab, und eine Reihe von finanziellen Fragen wurde geregelt. Im Januar 1278 schloss Friedrich mit Heinrich von Bar, dem älteren Sohn des dortigen Grafen Theobald, ein Bündnis wiederum gegen die Bischöfe von Metz und Straßburg und den Grafen von Zweibrücken. Gleichzeitig verpflichtete sich des Herzogs Sohn Theobald, dem Grafen von Bar gegen den Bischof von Metz und die Grafen von Chiny und Vaudemont zu helfen. Der Graf von Bar seinerseits gab das Versprechen ab, sich nicht mit den Bischöfen von Metz und Straßburg und dem Grafen Heinrich von Zweibrücken gegen den Herzog zu verbünden. Sollte er jedoch wegen seines Lehensverhältnisses zum Bistum Metz dem Bischof Hilfe leisten müssen, dann werde er auch dem Herzog wegen seiner lothringischen Lehen helfen. Dieser seinerseits gab dem Grafen Theobald die Zusicherung, gegen ihn kein Bündnis mit dem Bischof von Metz, bzw. den Grafen von Chiny und Vaudemont, einzugehen. Die Abmachungen zeigen, dass sich der Graf von Vaudemont von der Seite von Bar abgewandt hatte, was vermutlich auf Veranlassung des Metzer Bischofs geschehen war. Dieser verstärkte auch im Oktober 1277 seine Verbindung zu den Grafen von Zweibrücken und Leiningen.
Die Zusammenarbeit zwischen Ober-Lothringen, Bar und Luxemburg wurde jetzt sehr eng, die Tochter des Grafen Theobald heiratete Herzog Friedrichs Sohn Matthaeus, und die LUXEMBURGER zeichneten als Bürgen für die Heiratsabmachungen. Schließlich hat Friedrich seine Besitzungen in der Herrschaft Longwy als freies Allod an Heinrich von Bar, den ältesten Sohn des Grafen Theobald gegeben, der sie dann als Lehen an Friedrichs Sohn Matthaeus übertrug. Diese Maßnahme stimmte streng genommen mit den Verpflichtungen des Herzogs gegenüber Luxemburg nicht überein, wonach er seine Besitzungen im Gebiet von Longwy nicht veräußern durfte, und es scheint dadurch auch zu einigen Misshelligkeiten gekommen zu sein.
Ende Mai 1281 schloss Herzog Friedrich mit dem Grafen Theobald von Bar einen neuen Vertrag gegen die Stadt. Gleichzeitig versprachen sich beide auch gegenseitige Hilfe gegen den Metzer Bischof, falls dieser zum Angriff schreiten würde, doch gestanden sich beide zu, wegen ihrer Lehensverpflichtungen dem Bischof je 20 Mann stellen zu dürfen. Die Urkunde zeigt, dass der Bischof nicht unmittelbar von der Streitsache betroffen war, dass aber beide Vertragschließende mit der Möglichkeit seines Eingreifens rechneten. Die Grundlagen für die Entwicklung bildeten anscheinend Feindseligkeiten, die zwischen dem oberlothringischen Herzog und der Stadt Metz ausgebrochen waren. Der Bischof hat jedoch nicht eingegriffen, er hat vielmehr in dem Streit vermittelt. Er bot sich zum Garanten für die Lösesumme der in Gefangenschaft geratenen Metzer an, während die eigentliche Friedensvermittlung Guido von Dampierre übertragen wurde. Am 27. Juli 1281 wurde dann der Friede zwischen dem Herzog und der Stadt Metz geschlossen, wobei keine Veränderungen eintraten.
Ende April 1291 trat dann jedoch ein neuer Faktor auf. Es schlossen nämlich Erzbischof Boemund von Trier und Graf Theobald II. von Bar ein militärisches Bündnis gegen den Herzog von Ober-Lothringen und den Grafen Heinrich VII. von Luxemburg. Der Vertrag sollte allerdings erst am 24. Juni in Kraft treten und dann für 3 Jahre gelten, doch wird dieses Zusammengehen schon gleich eine entsprechende Auswirkung gehabt haben.
 
 
 
 

  1. oo 2. Johanna von Dampierre-Flandern, Tochter des Grafen Wilhelms II.
                      - nach 1243

  2. oo Johanna von Toucy-Puisaye, Tochter des Grafen Johann
                  -
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe 12 K

  Johann Herr zu Puisaye
         -   1317

  oo Johanna von Dreux, Tochter des Grafen Rudolf IV.
              -   1324

  Heinrich III.
        -  1302

  Maria
          -   1333

  oo Gobert VIII. d'Aspremont Sire von Dun
              -   1325

  Theobald Bischof von Lüttich (1303-1312)
  um 1263-   1312

  Philippa
       - um 1283

  oo Otto IV. Graf von Freiburgund
              -   1302

  Erhard Herr zu Pierrepont
        -   1335

  Margarete Äbtissin zu St.-Maur
          -   1304

  Rainald Bischof von Metz (1301-1316)
        -   1316

  Adelheid
         -   1307

  oo Matthäus Graf von Lothringen-Belrouart
              -   1282

  Peter I. Herr zu Pierrepont
         -   1335