DIE DREIZEHN UNTERIRDISCHEN WOHNSTÄTTEN

Was immer man von mythischen Erinnerungen und Überlieferungen halten mag, sie lösen jedenfalls auf ihre Weise die Rätsel in der Vorgeschichte der Erde und der Menschen und erklären geheimnisvolle archäologische Zeugnisse. Die Küstenwüste bei Nasca in Peru ist mit riesigen kilometerlangen Bildern mit kreuz und quer verlaufenden Linien und Strichen geometrischer Figuren durchsetzt. In der von Posnansky genau untersuchten alten Tempelstadt Tiahuanaco gibt es über die ganze Stadt verstreute, merkwürdige unterirdische Gemächer mit dicken, festgefügten Mauern. In Sacsayhuaman, einer gewaltigen Bergfestung in der Umgebung von Cusco, sind tonnenschwere Steinquader millimetergenau zusammengefügt. Der spanische Chronist Montesinos schreibt das Bauwerk einem mächtigen Volk zu, das vor langer Zeit untergegangen sei. Für die Mehrzahl der Amerikanisten ist die Festung im sogenannten »Inca-imperial«-Stil erbaut, etwa zwischen 1400 und 1450. Nach der Chronik von Akakor waren es die Altväter, die vor mehr als zehntausend Jahren gewaltige Steinstädte errichteten, darunter auch die dreizehn unterirdischen Wohnstätten und die trapezförmigen Tunnel quer durch das Amazonasgebiet. Unterirdische Städte tauchen bis zu diesem Zeitpunkt nur in den Sagen und Legenden auf. Die tibetanische Überlieferung berichtet von dem unterirdischen Königreich Agarthie. Die nordamerikanischen Indianer wissen von weitläufigen Höhlen, in denen die Donnervögel der Götter abgestellt und repariert wurden. Dagegen sind die unterirdischen Tunnel auf der ganzen Welt entdeckt worden. In Peru und Bolivien fanden Wissenschaftler und Forschungsreisende ausgedehnte Steingänge, deren Bau selbst mit den heutigen technischen Mitteln kaum möglich wäre. In der peruanischen »Seria Documental del Peru« wird sogar eine Expedition beschrieben, die Angehörige der Universität von Lima im Jahre 1923 durchführten. Begleitet von erfahrenen Höhlenforschern, drangen die Wissenschaftler von Cusco aus in einen der trapezförmigen Tunnel ein. Sie vermaßen die unterirdische Öffnung und stießen immer weiter in Richtung Küste vor. Dann brachen die Verbindungen zum Ausgangspunkt ab. Ein einziges Expeditionsmitglied kehrte nach zwölf Tagen völlig ausgehungert zur Erdoberfläche zurück. Aber sein Bericht von einem verwirrenden unterirdischen Labyrinth war so unglaublich, daß der unglückliche Forscher von seinen Kollegen für verrückt erklärt wurde. Um weitere Opfer zu vermeiden, verbot die Polizei, die geheimnisvollen Gänge zu betreten, und sprengte den Eingang mit Dynamit. Erst mit dem großen Erdbeben von Lima im Jahre 1972 machten die unterirdischen Anlagen in Peru erneut Schlagzeilen. Bei den Aufräumungsarbeiten entdeckten die Techniker lange Gänge, deren Existenz bisher nicht bekannt gewesen war. Eine systematische Überprüfung des Fundaments von Lima führte zu einem überraschenden Ergebnis. Weite Teile der Stadt waren von Tunneln durchzogen, die alle in die Berge führten. Wo sie endeten, ließ sich nicht mehr feststellen. Im Laufe der Jahrhunderte waren sie eingestürzt. Wer hat diese Gänge gebaut? Aus welcher Zeit stammen sie? Wohin führen sie? Von den zahlreichen Theorien liefern zwei eine logische Erklärung. Die erste spricht von Fluchtwegen der Inkas, die erst nach der Ankunft der spanischen Eroberer erbaut wurden. Die zweite stützt sich auf die Legenden der Inkas, die die Tunnel einem uralten Volk zuschreiben. Montesinos berichtet in seinen »Memorias antiguas, historales, politicas del Peru« : »Cusco und die Ruinenstadt Tiahuanaco sind durch einen gewaltigen unterirdischen Weg verbunden. Wer ihn gebaut hat, wissen die Inkas nicht. Auch über die Bewohner von Tiahuanaco ist ihnen nichts bekannt. Ihrer Meinung nach war es ein sehr altes Volk, das sich später in die Wälder Amazoniens zurückzog.«

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