Älteste Tochter des Herzogs Claude I. von Lothringen-Guise
und der Antoinette von Bourbon-Vendome,
Tochter des Herzogs Franz
Fraser Antonia: Seite 314,321,325,384,404,419
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"Die sechs Frauen Heinrichs VIII."
In geschäftsmäßiger Manier fuhr Cromwell
fort, daß man erneut eine französische Prinzessin in Betracht
zog. Da gab es beispielsweise Madame Marguerite,
die Tochter des Königs, oder Marie de Guise,
Witwe des Herzogs von Longueville, "von der es heißt, der König
der Schotten begehre sie"...
Was Frankreich betraf, gab es in Europa eine Menge Prinzessinnen,
die den diplomatischen Zweck, eine französische Allianz zu repräsentieren,
erfüllen konnten. Da war zunächst die überlebende Tochter
des Franz I., die fünfzehnjährige
Marguerite
von Valois. (Ihre Schwester
Madeleine,
für kurze Zeit mit
James V. von Schottland
verheiratet, war im Juni 1557 an Tuberkulose gestorben). Von den Cousinen
des Franzosen-Königs wurde erzählt, daß Marie
de Guise als Ersatz für Madeleine
mit James V. verlobt worden
war, doch sie hatte noch zwei jüngere Schwestern: Louise und Renee
de Guise. Zwei weitere Basen Franz I.,
Marie de Vendome und Anne von Lothringen,
waren ebenfalls noch zu haben. König Heinrich
war zunächst durchaus nicht bereit zu akzeptieren, daß Marie
de Guise, eine hochgewachsene, eindrucksvolle junge Witwe, die
bereits einen Sohn geboren hatte, de facto schon vergeben war. "Wollt Ihr
denn eines anderen Mannes Frau?" fragte der französische Gesandte.
Doch Marie de Guises Verlobung mit
seinem zwanzig Jahre jüngeren Neffen gab dem Interesse Heinrichs
VIII. erst die richtige Würze, genauso wie Berichte über
ihre üppige Gestalt. Er selbst war "eine großgewachsene Person",
sprach der König, und benötigte daher "eine große Frau".
Kurz gesagt, wie konnte dieses herrliche Geschöpf den "armeseligen
und hohlköpfigen König der Schotten" vorziehen? Darauf antwortete
Marie de Guise angeblich, sie sei vielleicht
eine große Frau, aber ihr Hals sei sehr klein. Entweder machte sei
diesen Witz tatsächlich oder er muß als weiteres bezeichnendes
Zeugnis zeitgenössischer Folklore genommen werden.
Jedenfalls zögerten die Schotten die Verlobungszeit
nicht hinaus. Marie de Guise segelte
in ihre neue Heimat und heiratet James V. am
9. Mai 1538.
Herzogin Antoinette de Guise
schrieb an ihre Tochter Marie in Schottland
über die verschiedenen Besuche: "Wenn der schlimmste Fall eintritt
und Du nicht Deine Schwester zur Nachbarin haben wirst, mag es wohl Deine
Cousine (Anne von Lothringen) sein."
Zu diesem Zeitpunkt hatte aber
König James V. selbst noch keine direkten männlichen
Erben - seine beiden kleinen Söhne von Marie
de Guise waren im April
gestorben.
Der schottische König selbst überlebte nicht.
Sein Schicksal verlief wie ein schmerzliches Echo der Tradödie von
Flodden. Zwar fiel James V. nicht wie
sein Vater auf dem Schlachtfeld, doch brach er völlig zusammen, ein
gebrochener Mann. Ein wenig Trost fand er darin, daß seine Frau,
Marie
de Guise, hochschwanger war: Man hoffte, daß ein Sohn
und Erbe die im Vorjahr verstorbenen kleinen Prinzen ersetzen würde.
Doch der Thronerbe stellte sich als Erbin heraus: "der kleine Säugling",
der am 8. Dezember geboren wurde, sollte als Maria,
Königin der Schotten, berühmt werden.
Die Träume eines Heiratsvertrages zwischen Prinz
Edward und Mary Königin der Schotten,
die durch den Vertrag von Greenwich am 1. Juli 16543 bestätigt worden
waren, wurden bald brutal zereschlagen. In Schottland wurde allgemeine
Empörung über den Vertrag laut. Nun trieb die pro-französische
Partei in Schottland, darunter Kardinal Beaton und die verwitwete Marie
de Guise, das Land wieder zurück in ihre Richtung.
Neale John E.: Seite 100-113
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"Elisabeth I. Königin von England"
Der Kardinal von Lothringen und der Herzog von Guise waren
in erster Linie für die Heirat verantwortlich, und es war fast mit
Bestimmtheit damit zurechnen, daß sie mit Hilfe ihrer Schwester Maria
von Guise, die Maria Stuarts
Mutter und die Regentin von Schottland war, die vereinten Kräfte
Frankreichs und Schottlands gegen Elisabeth einsetzen
würden.
Außerdem war Maria von
Guise sehr krank, sie lag im Sterben.
Ridley Jasper: Seite 340,353
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"Heinrich VIII. Eine Biographie."
Madeleine, die Braut
Jakobs V., war kurz nach ihrer Ankunft in Schottland gestorben,
was angesichts ihrer schwachen Konsitution nicht überraschte. Aus
diesem Grund bot Franz Jakob eine andere
adlige Dame aus Frankreich an. Es handelte sich um Marie
von Lothringen, die Tochter des Herzogs von Guise, die später
als Marie von Guise und Mutter Maria
Stuarts bekannt wurde. Sie war ebenfalls in jungen Jahren Witwe
geworden, obwohl sie älter war als die Herzogin von Mailand. Mit neunzehm
hatte sie den Herzog von Longueville geheiratet. In ihrer nur drei Jahre
währenden Ehe gebar sie ihm zwei Söhne. Kaum war sie Witwe geworden,
traf Franz bereits Vorkehrungen für
eine Heirat mit dem schottischen König. Heinrich wollte nun Franz
überreden, die Verlobung zwischen Jakob und
Marie
zu lösen und ihm Marie
als Braut
anzubieten. Ende Januar 1538 veranlaßte Franz
den Herzog von Guise und Marie, mit
Jakob
eine fprmelle Vereinbarung zu treffen. Die Heirat fand im Mai
statt.
Marie von Guise heiratete
Jakob
V. und segelte nach Schottland. Auf der Reise begleiteten sie
eine Anzahl adliger französischer Damen, allen voran Madame de Montreuil.
Schreiber Hermann: Seite 16,40
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"Die Stuarts. Genie und Unstern einer königlichen
Familie."
Jedenfalls vermählte sich
Jakob V. lieber mit einer Tochter des leebnslustigen Franz
I. von Frankreich. Als diese schon sechs Monate nach der Hochzeit
starb, kam es zu der zweiten, der eigentlich schicksalhafteren Heirat mit
Maria,
Tochter des Herzogs von Guise.
Der leidenschaftlichste Gegner dieses erstaunlichen Weiberregiments
tausend Jahre nach den heidnischen Zeiten war der schottische Reformer
John Knox. Er hatte Maria Tudor und
Mary of Lorraine gekannt, wie man
Maria Stuarts Mutter in Schottland
nannte, und er kannte Elisabeth so
gut wie die junge Königin Schotlands. Mary
of Lorraine hatte ihm gnädig gestattet, in seiner Heimat
ganze sechs Monate zu peredigen.
Jurewitz-Freischmidt Sylvia: Seite 223,249
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"Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen
und Mätressen um den Lilienthron."
Inzwischen ist Jakob von Schottland
gestorben und hat seine zweite Gattin Marie de
Guise allein mit ihrer kleinen Tochter Mary
Stuart zurückgelassen. Als Henry
nun
von der Witwe die Hand der kleinen Tochter für seinen Sohn fordert,
verweigert sie diese, sich der Unterstützung Frankreichs sicher. Francois
schickt tatsächlich französische Truppen zum Schutz der
Witwe und ihrer Tochter nach Schottland.
Auch die Töchter der GUISEN verheiratet Diane
gewinnbringend. Marie wird 1538 die
zweite Frau König Jakobs V. von Schottland.
Sie wird schon 1542 wieder Witwe und lebt seither mit ihrer kleinen Tochter
Mary
Stuart in sehr unsicheren Verhältnissen, bis es Diane gelingt,
Francois I. zu überreden, ein
Expeditionsheer auszuschicken und Marie de Guise
und ihre Tochter Mary Stuart,
letztere als Braut des Dauphins, in die Sicherheit Frankreichs heimzuholen.
Mahoney Irene: Seite 46,65
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"Katharina von Medici. Königin von Frankreich."
Französische Intervention in Schottland war ein beständiges
Problem. Die Tatsache, daß die Regentin von Schottland, Maria
von Guise, ein Mitglied des Hauses GUISE war, machte
Frankreichs Verwicklung in die schottischen Angelegenheiten unvermeidlich.
Diese Anteilnahme steigerte sich noch, als die Tochter Marias
von Guise, die fünf Jahre alte schottische Königin
Maria Stuart, nach Frankreich als die angelobte Braut des Dauphins
gebracht wurde.
Da die Regentin, Maria von Guise,
auf den wachsenden Widerstand der schottischen reformierten stieß,
verstärkte Frankreich seine militärische Hilfe.
4.8.1534
1. oo Ludwig II. Herzog von Longueville
5.6.1510-9.6.1537
9.5.1538
2. oo Jakob V. König von Schottland
10.4.1512-14.12.1542
Kinder:
1. Ehe
Franz III. der Kleine 5. Herzog von Longueville
(1537-1555)
30.10.1535-22.9.1551
2. Ehe
Maria Stuart Königin von Schottland
8.12.1542-8.2.1587
Literatur:
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Fraser Antonia: Die sechs Frauen Heinrichs VIII.
Claasen Verlag GmbH Hildesheim 1995 Seite 314,321,323,325,384,404,419 -
Jurewitz-Freischmidt
Sylvia: Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Mätressen
um den Lilienthron. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 1996 Seite 223,249 -
Mahoney
Irene: Katharina von Medici. Königin von Frankreich. Eugen Diederichs
Verlag München 1994 Seite 46,65,97 - Neale John E.: Elisabeth
I. Königin von England. Eugen Diederischs Verlag München 1994
Seite 100-113,175,453 - Ridley Jasper: Heinrich VIII. Eine Biographie.
Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1995 Seite 340,353 - Schreiber Hermann:
Die Stuarts. Genie und Unstern einer königlichen Familie. Bechtermünz
Verlag GmbH Eltville am Rhein 1995 Seite 16,40,205 - Treffer Gerd:
Franz I. von Frankreich Herrscher und Mäzen Verlag Friedrich Pustet
Regensburg 1993 Seite 285,297,311 -