Maria von Guise                                      Herzogin von Longueville
--------------------                                      Königin von Schottland
22.11.1515-10.6.1560
 

Älteste Tochter des Herzogs Claude I. von Lothringen-Guise und der Antoinette von Bourbon-Vendome, Tochter des Herzogs Franz
 

Fraser Antonia: Seite 314,321,325,384,404,419
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"Die sechs Frauen Heinrichs VIII."

In geschäftsmäßiger Manier fuhr Cromwell fort, daß man erneut eine französische Prinzessin in Betracht zog. Da gab es beispielsweise Madame Marguerite, die Tochter des Königs, oder Marie de Guise, Witwe des Herzogs von Longueville, "von der es heißt, der König der Schotten begehre sie"...
Was Frankreich betraf, gab es in Europa eine Menge Prinzessinnen, die den diplomatischen Zweck, eine französische Allianz zu repräsentieren, erfüllen konnten. Da war zunächst die überlebende Tochter des Franz I., die fünfzehnjährige Marguerite von Valois. (Ihre Schwester Madeleine, für kurze Zeit mit James V. von Schottland verheiratet, war im Juni 1557 an Tuberkulose gestorben). Von den Cousinen des Franzosen-Königs wurde erzählt, daß Marie de Guise als Ersatz für Madeleine mit James V. verlobt worden war, doch sie hatte noch zwei jüngere Schwestern: Louise und Renee de Guise. Zwei weitere Basen Franz I., Marie de Vendome und Anne von Lothringen, waren ebenfalls noch zu haben. König Heinrich war zunächst durchaus nicht bereit zu akzeptieren, daß Marie de Guise, eine hochgewachsene, eindrucksvolle junge Witwe, die bereits einen Sohn geboren hatte, de facto schon vergeben war. "Wollt Ihr denn eines anderen Mannes Frau?" fragte der französische Gesandte. Doch Marie de Guises Verlobung mit seinem zwanzig Jahre jüngeren Neffen gab dem Interesse Heinrichs VIII. erst die richtige Würze, genauso wie Berichte über ihre üppige Gestalt. Er selbst war "eine großgewachsene Person", sprach der König, und benötigte daher "eine große Frau". Kurz gesagt, wie konnte dieses herrliche Geschöpf den "armeseligen und hohlköpfigen König der Schotten" vorziehen? Darauf antwortete Marie de Guise angeblich, sie sei vielleicht eine große Frau, aber ihr Hals sei sehr klein. Entweder machte sei diesen Witz tatsächlich oder er muß als weiteres bezeichnendes Zeugnis zeitgenössischer Folklore genommen werden.
Jedenfalls zögerten die Schotten die Verlobungszeit nicht hinaus. Marie de Guise segelte in ihre neue Heimat und heiratet James V. am 9. Mai 1538.
Herzogin Antoinette de Guise schrieb an ihre Tochter Marie in Schottland über die verschiedenen Besuche: "Wenn der schlimmste Fall eintritt und Du nicht Deine Schwester zur Nachbarin haben wirst, mag es wohl Deine Cousine (Anne von Lothringen) sein."
Zu diesem Zeitpunkt hatte aber König James V. selbst noch keine direkten männlichen Erben - seine beiden kleinen Söhne von Marie de Guise waren im April gestorben.
Der schottische König selbst überlebte nicht. Sein Schicksal verlief wie ein schmerzliches Echo der Tradödie von Flodden. Zwar fiel James V. nicht wie sein Vater auf dem Schlachtfeld, doch brach er völlig zusammen, ein gebrochener Mann. Ein wenig Trost fand er darin, daß seine Frau, Marie de Guise, hochschwanger war: Man hoffte, daß ein Sohn und Erbe die im Vorjahr verstorbenen kleinen Prinzen ersetzen würde. Doch der Thronerbe stellte sich als Erbin heraus: "der kleine Säugling", der am 8. Dezember geboren wurde, sollte als Maria, Königin der Schotten, berühmt werden.
Die Träume eines Heiratsvertrages zwischen Prinz Edward und Mary Königin der Schotten, die durch den Vertrag von Greenwich am 1. Juli 16543 bestätigt worden waren, wurden bald brutal zereschlagen. In Schottland wurde allgemeine Empörung über den Vertrag laut. Nun trieb die pro-französische Partei in Schottland, darunter Kardinal Beaton und die verwitwete Marie de Guise, das Land wieder zurück in ihre Richtung.

Neale John E.: Seite 100-113
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"Elisabeth I. Königin von England"

Der Kardinal von Lothringen und der Herzog von Guise waren in erster Linie für die Heirat verantwortlich, und es war fast mit Bestimmtheit damit zurechnen, daß sie mit Hilfe ihrer Schwester Maria von Guise, die Maria Stuarts Mutter und die Regentin von Schottland war, die vereinten Kräfte Frankreichs und Schottlands gegen Elisabeth einsetzen würden.
Außerdem war Maria von Guise sehr krank, sie lag im Sterben.

Ridley Jasper: Seite 340,353
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"Heinrich VIII. Eine Biographie."

Madeleine, die Braut Jakobs V., war kurz nach ihrer Ankunft in Schottland gestorben, was angesichts ihrer schwachen Konsitution nicht überraschte. Aus diesem Grund bot Franz Jakob eine andere adlige Dame aus Frankreich an. Es handelte sich um Marie von Lothringen, die Tochter des Herzogs von Guise, die später als Marie von Guise und Mutter Maria Stuarts bekannt wurde. Sie war ebenfalls in jungen Jahren Witwe geworden, obwohl sie älter war als die Herzogin von Mailand. Mit neunzehm hatte sie den Herzog von Longueville geheiratet. In ihrer nur drei Jahre währenden Ehe gebar sie ihm zwei Söhne. Kaum war sie Witwe geworden, traf Franz bereits Vorkehrungen für eine Heirat mit dem schottischen König. Heinrich wollte nun Franz überreden, die Verlobung zwischen Jakob und Marie zu lösen und ihm Marie als Braut anzubieten. Ende Januar 1538 veranlaßte Franz den Herzog von Guise und Marie, mit Jakob eine fprmelle Vereinbarung zu treffen. Die Heirat fand im Mai statt.
Marie von Guise heiratete Jakob V. und segelte nach Schottland. Auf der Reise begleiteten sie eine Anzahl adliger französischer Damen, allen voran Madame de Montreuil.

Schreiber Hermann: Seite 16,40
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"Die Stuarts. Genie und Unstern einer königlichen Familie."

Jedenfalls vermählte sich Jakob V. lieber mit einer Tochter des leebnslustigen Franz I. von Frankreich. Als diese schon sechs Monate nach der Hochzeit starb, kam es zu der zweiten, der eigentlich schicksalhafteren Heirat mit Maria, Tochter des Herzogs von Guise.
Der leidenschaftlichste Gegner dieses erstaunlichen Weiberregiments tausend Jahre nach den heidnischen Zeiten war der schottische Reformer John Knox. Er hatte Maria Tudor und Mary of Lorraine gekannt, wie man Maria Stuarts Mutter in Schottland nannte, und er kannte Elisabeth so gut wie die junge Königin Schotlands. Mary of Lorraine hatte ihm gnädig gestattet, in seiner Heimat ganze sechs Monate zu peredigen.

Jurewitz-Freischmidt Sylvia: Seite 223,249
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"Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Mätressen um den Lilienthron."

Inzwischen ist Jakob von Schottland gestorben und hat seine zweite Gattin Marie de Guise allein mit ihrer kleinen Tochter Mary Stuart zurückgelassen. Als Henry nun von der Witwe die Hand der kleinen Tochter für seinen Sohn fordert, verweigert sie diese, sich der Unterstützung Frankreichs sicher. Francois schickt tatsächlich französische  Truppen zum Schutz der Witwe und ihrer Tochter nach Schottland.
Auch die Töchter der GUISEN verheiratet Diane gewinnbringend. Marie wird 1538 die zweite Frau König Jakobs V. von Schottland. Sie wird schon 1542 wieder Witwe und lebt seither mit ihrer kleinen Tochter Mary Stuart in sehr unsicheren Verhältnissen, bis es Diane gelingt, Francois I. zu überreden, ein Expeditionsheer auszuschicken und Marie de Guise und ihre Tochter Mary Stuart, letztere als Braut des Dauphins, in die Sicherheit Frankreichs heimzuholen.

Mahoney Irene: Seite 46,65
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"Katharina von Medici. Königin von Frankreich."

Französische Intervention in Schottland war ein beständiges Problem. Die Tatsache, daß die Regentin von Schottland, Maria von Guise, ein Mitglied des Hauses GUISE war, machte Frankreichs Verwicklung in die schottischen Angelegenheiten unvermeidlich. Diese Anteilnahme steigerte sich noch, als die Tochter Marias von Guise, die fünf Jahre alte schottische Königin Maria Stuart, nach Frankreich als die angelobte Braut des Dauphins gebracht wurde.
Da die Regentin, Maria von Guise, auf den wachsenden Widerstand der schottischen reformierten stieß, verstärkte Frankreich seine militärische Hilfe.
 
 
 
 

   4.8.1534
  1. oo Ludwig II. Herzog von Longueville
          5.6.1510-9.6.1537

   9.5.1538
  2. oo Jakob V. König von Schottland
          10.4.1512-14.12.1542
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Franz III. der Kleine 5. Herzog von Longueville (1537-1555)
  30.10.1535-22.9.1551

2. Ehe

  Maria Stuart Königin von Schottland
  8.12.1542-8.2.1587
 
 
 
 

Literatur:
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Fraser Antonia: Die sechs Frauen Heinrichs VIII. Claasen Verlag GmbH Hildesheim 1995 Seite 314,321,323,325,384,404,419 - Jurewitz-Freischmidt Sylvia: Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Mätressen um den Lilienthron. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 1996 Seite 223,249 - Mahoney Irene: Katharina von Medici. Königin von Frankreich. Eugen Diederichs Verlag München 1994 Seite 46,65,97 - Neale John E.: Elisabeth I. Königin von England. Eugen Diederischs Verlag München 1994 Seite 100-113,175,453 - Ridley Jasper: Heinrich VIII. Eine Biographie. Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1995 Seite 340,353 - Schreiber Hermann: Die Stuarts. Genie und Unstern einer königlichen Familie. Bechtermünz Verlag GmbH Eltville am Rhein 1995 Seite 16,40,205 - Treffer Gerd: Franz I. von Frankreich Herrscher und Mäzen Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1993 Seite 285,297,311 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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