Renata von Frankreich                               Herzogin von Ferrara
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25.10.1510-12.6.1574
Blois

Jüngere Tochter des Königs Ludwigs XII. von Frankreich aus seiner 2. Ehe mit der Anna von Bretagne, Tochter von Herzog Franz II.
 

Große Frauen der Weltgeschichte: Seite 389
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RENATA VON FRANKREICH
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* 25.X.1510, + 15.VI.1575

Die kleine, stets ein wenig kränkelnde Tochter der Anna de Bretagne und König Ludwigs XII. von Frankreich hatte viele Bewerber; selbst Heinrich VIII. von England spielte eine Zeitlang mit dem Gedanken, über "Renee" in den Besitz der Bretagne zu kommen. Endlich verlobte sie sich mit Gaston de Foix; als er schon bald vor Ravenna den Tod fand, erhörte Renata die Werbung des künftigen Herzogs Ercole von Ferrara, eines Sohnes der berühmten Lucrezia Borgis. Eine Woche dauerten die prunkvollen Hochzeitsfeierlichkeiten; sie vollzogen sich vor dem düsteren Hintergrund des Feuertodes von achtzig Hugenotten - Fanal des beginnenden Religions-Bürgerkrieges. Renata, die ihrem Gemahl fünf Kinder schenkte, machte den Hof von Ferrara zum Sammelpunkt alles geistigen Reichtums ihrer Zeit; sie gewährte jedoch auch den vor dem Kaiser oder vor Frankreichs König flüchtenden Lutheranern und Kalvinisten Schutz und Hilfe und beherbergte zeitweilig Calvin und den Feuergeist Celio Curione. Ihre Tochter Anna, die spätere Herzogin von Guise, ließ sie zusammen mit der genialen Olympia Morata erziehen, deren Vater Lehrer am Hofe D'ESTE-Ferrara war. Herzog Ercole war mit den religiösen Neigungen seiner Gemahlin keineswegs einverstanden; er ließ sie zeitweilig in den alten Schloßturm Ferraras einsperren und ihre kalvinistischen Bücher verbrennen. Nach seinem Tode trat sie offen zum Kalvinismus über und zog sich einen Prozeß der Inquisition zu; unter dem Einfluß des Ignatius von Loyola kehrte sie zur römisch-katholischen Kirche zurück, ohne jedoch die Verbindung zu den Protestanten jemals ganz abzubrechen. Als "eine Lilie unter Dornen", wie ihr Freund und Privatsekretär, der Dichter Clement Marot, sie einmal genannt hat, verbrachte sie ihre letzten Jahre auf ihrem Schlosse Montargis in Frankreich. Die Tragödie der Bartholomäusnacht erlebte sie in Paris.



Treffer Gerd: Seite 39,44,55,63,104
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"Franz I. von Frankreich Herrscher und Mäzen."

Was stört ihn Renee de France, Schwester seiner Verlobten, die spätere Herzogin von Ferrara, Freundin von Marot und Calvin?
Man berichtet Louise von Plänen zu einer spanischen Doppelhochzeit: Ludwig heiratet Eleonore, Schwester KARLS VON HABSBURG. Und das Gegengeschäft? KARL bekommt Renee, Ludwigs jüngere Tochter, Claudes Schwester.
Der fünfzehnjährige KARL war für volljährig erklärt worden und damit fast zur selben Zeit wie Franz I. zur Herrschaft gelangt. In den Gesprächen wird behutsam die Farge einer Verbindung Renees - Claudes jüngerer und einziger Schwester und mithin des neuen Königs Schwägerin - mit KARL behandelt. KARL erwarte als Mitgift nebst Geld den Anspruch auf Mailand.
Franz' Diplomaten berichten, daß KARL VON HABSBURG sich nicht einmischen werde, wenn die französische Majestät ihre gerechten Ansprüche auf Mailand geltend zu machen wünscht. Allerdings will er dafür die Hand der Prinzessin Renee, der Schwägerin Franz' I., und das Herzogtum Berry als Mitgift, ferner 600.000 Goldtaler. Franz fällt das Versprechen nicht schwer: Renee ist erst vier Jahre alt.
Verzweifelt versucht inzwischen Bonnivet den durch Sickingens Auftauchen entsetzten Pfalzgrafen im französischen Lager zu halten. Aber all seine Angebote an diesen: er könne die Hand von Prinzessin Renee haben, der Schwägerin des Königs, eine Mitgift von bis zu 300.000 Gulden, einen Sold von 200 Kavalleristen zu Frankreichs Verteidigung - sind vergeblich!

Simon Kate: Seite 184
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"Die Gonzaga. Eine Herrscherfamilie der Renaissance."

Die intellektuelle Karriere der Renee de France, die in den Hof von Ferrar einheiratet, wo sie eine "Akademie" gelehrter Männer um sich scharte und welchen sie durch ihre Freundschaft mit Calvin und anderen Führern der Reformation in tiefe Verlegenheit brachte - so daß sie von ihrem Gatten schließlich in ein Kloster abgeschoben wurde -, ist reich dokumentiert.
 
 
 
 

28.6.1528
   oo Ercole II. von Este, Herzog von Ferrara
       4.4.1505-3.10.1559
 
 
 
 

Kinder:

  Anna "La Reine mere"
  16.11.1531-17.5.1607

  Sie erhielt den Beiname, da ihre Söhne nach der Krone strebten.

   4.2.1548
  1. oo Franz I. Herzog von Guise
         17.2.1519-24.2.1563

  29.4.1566
  2. oo Jakob I. Herzog von Savoyen-Nemours
           12.10.1531-15.6.1585

  Alfonso II.
  22.11.1533-27.10.1597

  Lucrezia
  16.12.1535-12.2.1598

 19.1.1570
    oo Franz Maria II. della Rovere Herzog von Urbino
- 1576 20.3.1549-28.4.1631

  Eleonore
  19.6.1537-19.8.1581

  Sie war die berühmte Geliebte von Tasso.

  Ludwig d'Este Kardinal
  21.12.1538-30.12.1586
 
 
 
 

Literatur:
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Jurewitz-Freischmidt Sylvia: Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Mätressen um den Lilienthron. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 1996 Seite 153 - Simon Kate: Die Gonzaga. Eine Herrscherfamilie der Renaissance. Verlag Kiepenhauer & Witsch Köln 1991 Seite 184 - Tamussino Ursula: Margarete von Österreich. Diplomatin der Renaissance Verlag Styria Graz Wien Köln 1995 Seite 163 - Treffer Gerd: Franz I. von Frankreich Herrscher und Mäzen Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1993 Seite 39,44,55, 63,83,104,193 -
 
 
 
 
 
 
 


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