Pont-a-Mousson
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 91
*******************
Pont-a-Mousson
--------------------

Stadt in O-Frankreich, ehemaliges Herzogtum Bar

Die Burg Mousson, am rechten Moselufer, auf halbem Wege zwischen Metz und Nancy, gehörte seit dem 11. Jh. den Grafen von Bar, war im 12. Jh. Reichslehen und wichtigste Residenz der Grafendynastie. Die am Fuße des Burgbergs im 10. oder aber 11. Jh. errichtete Moselbrücke stand zunächst im Besitz des Kanoniker von St. Lambert zu Lüttich und lag auf dem Gebiet der Grundherrschaft Maisieres. Nachdem sich bereits Graf Heinrich II. von Bar, zugleich Vogt von Maisieres, im Streit um diesen wichtigen Flußübergang gegen das Bistum Metz hatte durchsetzen können, gründete dessen Sohn Graf Thiebaut II. hier eine Stadt (Urkunde vom 20. April 1261). Zur Förderung ihrer Entwicklung ließ der Graf die Pfarrkirchen zweier Dörfer auf das neugeschaffene Territorium verlegen und lud ihre Bewohner zur Ansiedlung ein. Die Pfarrei St-Martin, mit Komturei der Antoniter, kontrollierte den Zugang zur Brücke am rechten Ufer, während die Pfarreien Ste-Croix und St-Laurent das linke Ufer sicherten. In hervorragender Verkehrslage, verfügte Pont-a-Mousson über Wochenmarkt und zwei Messen. 1354 ernannte Kaiser KARL IV. die Grafen von Bar, als Reaktion auf die Herzogserhebung durch den König von Frankreich zu 'Markgrafen von Pont-a-Mousson' (Marquis du Point). Einer der wesentlichsten Vorposten des Reiches, fungierte die seit ca. 1300 von Schöffen verwaltete Stadt als administrativer, wirtschaftlicher und religiöser Brennpunkt des 'Barrois non mouvant', das zum Reich gehörenden Teil des Herzogtums Bar.



 
 
 
 
 
 


Copyright 2002 Karl-Heinz Schreiber - http://www.genealogie-mittelalter.de