Margarete von Anjou                              Königin von England
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23.3.1430-25.1.1482
 

2. Tochter des Herzogs Rene I. von Anjou und der Isabella von Lothringen, Tochter von Herzog Karl I.; Nichte von König Karl VII. von Frankreich
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 236
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Margarete von Anjou, Königin von England
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* 23. März 1430, + 25. August 1482

Tochter Renes von Anjou und Isabellas von Lothringen

  oo 1445 Heinrich VI. (LANCASTER)

Sohn: Eduard, Prinz of Wales

Ihre Heirat folgte einem Waffenstillstand (1444) zwischen England und Frankreich und führte zur Abtretung der Grafschaft Maine an das Haus ANJOU 1448. Die französische Rückeroberung der Normandie 1450 machte sie in England unbeliebt. 1453 beanspruchte sie wegen der Krankheit Heinrichs die Regentschaft, doch konnte sie nicht verhindern, dass Richard, Herzog von York, Protektor wurde. Nach dem Ausbruch des Kriegs zwischen den Häusern YORK und LANCASTER stand sie an der Spitze der „LANCASTRIANS“ und spielte eine bedeutende Rolle in den Kämpfen von 1459-1461. Sie führte ein Heer („northern men“) gegen London und besiegte 1461 Richard Neville, Earl of Warwick. Nach der endgültigen Niederlage der „LANCASTRIANS“ bei Towton am 29. März 1461 ging sie mit ihrem Sohn nach Schottland und dann nach Frankreich. Der Sturz Eduards IV. (1469-1470) durch Warwick ermöglichte Margarete die Rückkehr nach England. Doch führte Eduards IV. erneute Besteigung des Throns zur Niederlage ihres Invasionsheeres im Mai 1471 in der Schlacht von Tewkesbury, bei der ihr Sohn den Tod fand und sie gefangengenommen wurde. Heinrich VI. wurde im Tower ermordet. Nach ihrer Freilassung 1476 kehrte sie nach Frankreich zurück.


Margarete von Anjou war stolz, leidenschaftlich, willensstark, schön und gebildet und führte in den Rosenkriegen die LANCASTER-Partei gegen die YORK-Partei. Das Heer der Königin besiegte am 30.12.1460 bei Wakefield den offen nach der Krone strebenden Herzog Richard von York, der ermordet wurde. Am 15.2.1461 siegten die LANCASTER bei St. Albans über den Grafen von Warwick. Eduard IV., Richards Sohn, siegte am 28.3. 1461 bei Towton über die LANCASTER-Partei, das Königspaaar floh nach Schottland. Nach der 1464 verlorenen Schlacht bei Hexham wurde sie mit ihrem Gemahl verjagt und 1465-1470 auch inhaftiert. Die LANCASTER-Partei konnte sich 1470 noch einmal im Bündnis mit dem Grafen von Warwick kurz durchsetzen, verlor aber die entscheidenden Schlachten bei Barnet (14.4.1471) und Tewkesbury (4.5.1471). Nach der Ermordung ihres Gatten wurde Margarete bis 1475 in strenger Haft gehalten, bis sie von Frankreich für 50.000 Kronen Lösegeld freigekauft wurde. Als sie im März 1476 in ihr Geburtsland zurückkehrte, mußte sie nicht nur auf alle ihre Ansprüche in England verzichten, sondern auch noch ihre Erbrechte von seiten ihres Vaters an Ludwig XI. abtreten. Mit einer kleinen Pension, die ihr Ludwig bewilligte, zog sie sich auf eines der Güter ihres Vaters zurück und lebte dort mit gebrochenem Herzen bis zu ihrem Tode.

Baker Timothy: Seite 59-61
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"Die Plantagenet" in Die großen Dynastien

Die Onkel Heinrichs starben alle kinderlos, und seine eigene unpopuläre Ehe mit Margarete von Anjou schien ebenfalls unfruchtbar zu sein. Als der König auf unerklärliche Weise plötzlich zusammenbrach und dabei sogar sein Gedächtnis verlor, war Yorks Stunde gekommen. Margarete schenkte aber dann doch noch einem Sohn das Leben. Auch Heinrich gelangte wieder so weit in den Besitz seiner geistigen Fähigkeiten, daß York sich zurückziehen mußte. Von dieser Zeit an existierten nun zwei fortdauernde Linien, die in geegnseitiger Furcht lebten und England unaufhaltsam dem Rosenkrieg entgegenbrachten. Dem Haus LANCASTER, dessen späteres Symbols die rote Rose war, erging es dabei schlechter, obwohl Margarete wie eine Löwin für ihr einziges Kind kämpfte. Sie konnte wenigstens sicherstellen, daß York wie auch Johann von Gaunt lediglich Vater eines Königs wurde. Herzog Richard, der den Namen PLANTAGENET zusammen mit der weißen Rose des Hauses YORK zur Schau trug, wurde ermordet; anschließend wurde ihm zur all´gemeinen Belustigung eine Krone aus Papier aufgesetzt. "Der König war von Natur aus ein Narr und sollte noch oft einen Stecken mit einem Vogel am Ende in die Hand nehmen und sich wie ein Narr aufführen." So lautete ein allgemein bekannter Spruch, als Heinrich VI. 20 Jahre alt wurde; zwar kein totaler Einfaltspinsel, so gibt es doch keinen Herrscher, der mehr enttäuscht hat als er. Er litt wie Eduard II. und Richard II. unter dem Vergleich mit seinem Vater und hatte wahrscheinlich das Blut der VALOIS, denn es ist kaum vorstellbar, daß die PLANTAGENET einen so sanftmütigen Sproß hervorzubringen vermochten. Heinrich verurteilte seine weltlich eingestellten Höflinge, trug selbst einfache, dunkle Kleidung, entstetzte sich über tanzende Mädchen und wollte niemals an der Spitze einer Armee kämpfen. Als er mündig war, fand er sich von Machtspekulanten umgeben, die sein Ohr für sich gewinnen wollten. Seine Gutmütigkeit und Schwäche, die das politische Geschehen lähmten und die Schatzkammern leerten, entsprangen seiner absoluten Gleichgültigkeit gegenüber allem Weltlichen. Ein Geistlicher erzählte später, daß der König einen Seufzer der Erleichterung ausstieß, wenn Staatsangelegenheiten unterbrochen wurden. Heinrich gab öffentlich seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß irgend jemand seinen Thronanspruch in Frage stellen sollte; möglicherweise lag seine eigene Stärke in seiner Frömmigkeit, die einen persönlichen Angriff unmöglich machte. Er blieb bis an sein Ende ein Sonderling, während sich alle anderen königlichen Versager doch noch auf irgendeine Weise behauptet hatten. Die einzige Freude des geplagten Heinrich waren fromme Gaben und kirchliche Gebäude. Das von ihm gegründete Eton-College, dessen Schüler er bezeichnenderweise vor den Untugenden seines eigenen Hofes warnte, und das königliche College in Cambridge entwickelten sich zu den vornehmsten Schulen im Lande.
Mit seinen Leiden wie auch Schwächen blieb Heinrich VI. alleine. Er war die Schchfigur, die bald von der einen, bald von der anderen Gruppe ergattert wurde. Frau und Kind hatten ihn verlassen und waren nach Frankreich gegangen. Als einziger König wurde er sowohl in Westminster als auch in Paris gekrönt, und als einziger verbrachte er viele Jahre im Gefängnis, nachdem ihn die triumphierenden Anhänger der York-Linie im Norden überrumpelt hatten. Kein anderer hatte, so wie er, eine zweite Regierungsphase, die sechs Monate dauerte und dem schwachsinnigen Heinrich, einem "gekrönten Schafe", in den Jahren 1470 bis 1471 zugestanden wurde. Vor ihm gab es auch keinen König, der wie er in London und dort im Tower selbst ermordet worden war. Sein Tod erfolgte gleich nach der Festnahme und Hinrichtung seines einzigen Sohnes, Prinz Eduards, mit dem das Haus LANCASTER ausstarb. Es war das erste Mal, daß Vater und Sohn gemeinsam beseitigt wurden, was aber als unvermeidlich erscheinen mußte, da ihr Anspruch von einer rivalisierenden Nebenlinie abgewiesen worden war.

Ehlers Joachim: Seite 335,363
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"Geschichte Frankreichs im Mittelalter"

Am 16. April 1444 wurden in Tours Beratungen eröffnet, aber noch immer lagen die Standpunkte so weit voneinander entfernt, daß ein Friedensschluß unerreichbar schien. Während die Bevollmächtigten Karls Guyenne, Quercy, Perigord, Calais und Guines als Lehen der Krone Frankreich anboten, forderten die Gesandten Heinrichs VI. souveränen Besitz von Guyenne und Normandie ohne Lehnsverpflichtung. Man einigte sich deshalb zunächst nur auf einen Waffenstillstand, zu dessen Sicherung der englische Hof die Verlobung Heinrichs VI. mit Margarete von Anjou forderte, der Tochter Renes und Nichte Karls VII. Nach der feierlichen Zusage wurde am 28. Mai 1444 ein Waffenstillstandsvertrag für 22 Monate geschlossen, in den auch die Verbündeten beider Seiten einbezogen waren.
Jetzt richtete Karl der Kühne von Burgund seine ganze Hoffnung auf England, denn dort hatte sich Eduard von York 1471 in den Schlachten bei Barnet und Tewkesbury endgültig als König gegen das Haus LANCASTER durchgesetzt. Der Sieg Eduards war eine Niederlage Ludwigs XI., dessen Cousine Margarethe von Anjou als Gemahlin des 1461 abgesetzten Heinrich VI. von England nun ins französische Exil gehen mußte.

Kendall Paul Murray:  Seite 60,68,110,137,151,274,277-280,349,553
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"Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483."

Ein Waffenstillstand von zwei Jahren wurde vereinbart und mit der Verlobung zwischen Heinrich VI. und Margarete von Anjou besiegelt, der schönen Tochter des älteren Bruders des Grafen von Maine, Rene, des Titular-Königs von Neapel, Herzogs von Anjou und Lothringen.
Renes sechzehnjährige Tochter Margarete, schön und gebildet, stand eben am Beginn ihres aufwühlenden und tragischen Schicksals als Gemahlin Heinrichs VI. von England. Als im Februar 1445 der Herzog von Suffolk mit einem ganzen Gefolge von Herren eintraf, um Margarete von Anjou nach England zu geleiten, überschlug sich der Hof mit fürstlichen Festen und Turnieren.
Die Ankunft Margaretes von Anjou in England im Jahre 1455, die ebenso leidenschaftlich und aggressiv war wie ihr Gemahl, Heinrich VI., schwächlich, führte nur zur Verschärfung der gegenseitigen Erbitterung zwischen den Parteien am Hof, den Anhängern des Hauses LANCASTER (aus dem Heinrich stammte) und einer von Richard, Herzog von York, angeführte Gruppe, die sich für eine Reform von Heinrichs unfähiger Regierung und für die kraftvolle Fortsetzung des Krieges in Frankreich einsetzten. Die Vertreibung der Engländer aus ihren französischen Besitzungen in den Jahren 1449-1453, der Aufstand von Jack Cade 1450 und ein Wahnsinnsanfall von Heinrich VI. im Jahre 1453 (Heinrichs Großvater mütterlicherseits, der Vater der Katharina von Frankreich, war der geisteskranke Karl VI.) führte 1455 die Anhänger der Häuser YORK und LANCASTER gegeneinander zum bewaffneten Konflikt, zur ersten Schlacht von St. Albans, in der die siegreichen Anhänger Yorks den König gefangennahmen. Obgleich Königin Margarete nicht lange danach in der Lage war, von ihrem glücklosen Gatten und seiner Regierung wieder Besitz zu ergreifen, hatte der Anführer der Anhänger des Herzogs von York Richard Neville, Earl of Warwick, den Anhängern Yorks einen mächtigen Außenposten in Calais geschaffen. Im Jahre 1458 verständigten sich der Dauphin und der Herzog von Burgund, um Karls VII. Unterstützung von Königin Margarete und der Anhänger LANCASTERS entgegenzuwirken, insgeheim mit Warwick. Im folgenden Herbst, 1459, trieben Margarete von Anjou und LANCASTERS Anhänger den Herzog von York erfolgreich in die Flucht nach Irland.
Im Jahre 1462 hatte Ludwig XI., um die Anhänger Yorks durch Inanspruchnahme im eigenen Land gefesselt zu halten und seine Sympathien für die ANJOU hervorzukehren, ein kleines Expeditionskorps für die unbeugsame Gemahlin Heinrichs VI., Herzog Johanns Schwester, Königin Margarete von Anjou, ausgerüstet, als ie auf der Suche nach Hilfe in Frankreich eingetroffen war.
Die ANJOU fühlten sich dadurch heftig vor den Kopf gestoßen, daß der König keine Truppen oder Geldmittel eingesetzt hatte, Um Herzog Johann im Königreich Neapel zu unterstützen und Renes Tochter Margarete wieder auf den englischen Thron zu bringen.
An den schäbigen kleinen Hof von Margarete von Anjou im Herzogtum Bar erging eine dringliche Einladung für die gestürzte Königin, ihn in Amboise zu treffen, um die Gelegnehit von Warwicks Ankunft wahrzunehmen.
Als der Earl und der Herzog am 12. Juni aus Ambois wieder abreisten, hatten Ludwig und Richard Neville Vorkehrungen für das "englische Unternehmen" getroffen. Warwick würde das Haus LANCASTER wieder auf den englischen Thron setzen; er und Königin Margarete "würden alle Beleidigungen und Feindschaften der Vergangenheit wegwischen", und ihr Bündnis sollte besiegelt werden durch die Heirat der jüngeren Tochter des Earl, Anna, jetzt etwa zehn Jahre alt, mit dem siebzehn Jahre alten Sohn Heinrichs VI., Prinz Eduard; Ludwig würde Schiffe und Geld für die Expedition zur Vetrfügung stellen, aber als Freund und Verbündeter von Richard Neville, nicht von LANCASTER. Zunächst sah sich Ludwig vor die Aufgabe gestellt, die herrische Königin Margarete umzustimmen, die jetzt mit ihrem Sohn unterwegs war, und sie zu bewegen, ihrem schlimmsten Feind zu vergeben und ihm Achtung entgegenzubringen. Königin Margarete erwies sich als ebenso leidenschaftlich und störrisch wie es Ludwig nur voraussehen konnte. Vom Augenblick ihrer Ankunft in Amboise an, zwei Wochen nach Warwicks Abreise, machte sich der König ans Werk, um ihr vor Augen zu halten, wo ihre wahren Interessen lagen. Sie stimmte bereitwillig einem dreißigjährigen Waffenstillstand zwischen Frankreich und dem Haus LANCASTER zu im Austausch gegen die Verpflichtung des Königs, Heinrich VI. "jedwede nur mögliche Hilfe und Vergünstigung gegen Eduard von March (Eduard IV.), seinen Helfern und Komplizen zuteil werden zu lassen." Aber den Aufenthaltsort oder gar die blutige Hand Warwicks zu berühren - das sei ferne von ihr! Tag für Tag in langen Diskussionen, seinen Widerwillen gegen ihr hohles Pathos sowie seine Ansichten über ihren Stolz hinunterschluckend, umschmeichelte Ludwig Margarete unermüdlich, beschwichtigte sie, lobhudelte und predigte ihr die Lehre von der Einsicht in die politische Notwendigkeit. Die hochgestochene Königin ließ sich sogar erweichen, einer Erlaubnis zuzustimmen, daß der Earl of Warwick ihren Gemahl wieder auf den Thron setzen dürfe. Aber eine Heirat ihres Sohnes mit Anna Neville - davon wollte sie niemals etwas hören. Das gereichte ihr nicht zum Nutzen und am allerwenigsten zur Ehre, erklärte sie von oben herab. Ludwig blieb beharrlich.
Der jubeldne König ergriff die Gelegenheit, seine Verehrung für das Haus LANCASTER zu zeigen: Königin Margaretes Sohn, Prinz Eduard, übernahm das Patenamt bei dem Kind, zumal da beide ja einen gemeinsamen Urgroßvater hatten, den geisteskranken Karl VI. Waren es nun diese freundliche Geste oder die sofort wiederaufgenommenenÜberredungskünste des Königs, welche die Königin bewegten, jedenfalls willigte sie zuguterletzt in die Heirat ihres Prinzen mit der Tochter Richard Nevilles ein. Aber im einzelnen noch verbliebenen Punkt blieb sie unerbittlich: Warwick würde sie den jungen Eduard nicht anvertrauen. Erst wenn er der Herr von England sei, würden sie und der Prinz von Wales übers Meer fahren.
Ludwig war darauf bedacht, seinen Bruder Karl in alle Vorkehrungen für die Versöhnung von Warwick und Margarete von Anjou einzuweihen, die, so sagte der König Bourre voraus, "sehr rasche Wirkungen erzielen oder zu gar nichts führen würde." Am 22. Juli hielten sowohl die Königin als auch der Earl ihren Einzug in Angers. Demütig sank Richard Neville vor der hochmütigen Königin auf die Knie und flehte sie um Vergebung an. Margarete ließ ihrem Stolz freien Lauf, indem sie ihn eine gute Viertelstunde in dieser Stellung verharren ließ, während er darum bat, ihm all das Unrecht zu verzeihen, das er ihr angetan hatte. Schließlich brachte sie es über sich, ihm mit huldvoller Miene zu vergeben, und er erging sich in förmlichen Huldigungen an die Adresse des Hauses LANCASTER. Unter König Ludwigs wohlwollendem Beistand legten der Earl of Warwick und Königin Margarete im Verlauf der nächsten drei Tage alle Einzelheiten ihres Bünsnisses fest. Nachdem das Verlöbnis im Wege der Stellvertretung von Anna Neville mit Prinz Eduard feierlich geschlossen war, gelobte Königin Margarete, Warwick wie einen wahren und treuen Untertan zu behandeln und ihm niemals Taten der Vergangenheit vorzuwerfen.
Einer Geheimklausel im Vertrag zufolge kam es zu einem Freundschaftsbund Eduard und Ludwig, wobei jeder der beiden Könige dem anderen Hilfe bei der Bekämpfung aufsässiger Untertanen zusagte. Schließlich wurden Abmachungen getroffen, um Margarete von Anjou, die sich seit der Schlacht von Tewkesbury im Mai 1471 bei den Engländern als Gefangene befand, für eine Summe von 50.000 Kronen auszulösen.
Das letzte Blatt vom Baum der ANJOU fiel im Jahre 1482 mit dem Tod jener von Leidenschaften und Mißgeschick gezeichneten Prinzessin Margarete von Anjou, von Ludwig XI. für 50.000 Kronen freigekauft und in trostloser Zurückgezogenheit von einer Pension lebend, die ihr der König im Austausch gegen ihren Verzicht auf die Erbansprüche der ANJOU gewährt hatte.
 
 
 
 

24.5.1445
  oo Heinrich VI. König von England
       6.12.1421-21.5.1471
 
 
 
 

Kinder:

  Eduard Prinz von Wales
  13.10.1453-4.5.1471 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Baker Timothy: Die Plantagenet in Die großen Dynastien, Karl Müller Verlag 1996 Seite 59-61 - Calmette, Joseph: Die großen Herzöge von Burgund. Eugen Diederichs Verlag München 1996 Seite 213,224 - Ehlers Joachim: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 335,363 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 329,346,352 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 442 - Kendall Paul Murray: Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483 Verlag Callway München 1979 Seite 60,68,110,137,151,274,277-280,282,289,349,502,516,522,553 - Kendall Paul Murray: Richard III. König von England Mythos und Wirklichkeit, Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 12-384 - Schelle, Klaus: Karl der Kühne. Burgund zwischen Lilienbanner und Reichsadler. Magnus Verlag Essen Seite 112,115,118,120 -


Kendall Paul M.: Seite 12-19,25-40,92,108-110,113,131
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"Richard III. König von England"

Als Entgelt für die Hand des Königs von England konnte der Herzog von Suffolk nur die Zusicherung eines zweijährigen Waffenstillstandes erreichen. Dieses Angebot war die einzige Mitgift der zukünftigen Braut, Margarete von Anjou. Anfang März 1445 wurde Margarete durch Stellvertretung Heinrich VI. in Nancy angetraut. York empfing sie in Pontoise an der Südostgrenze der englischen Linien in Frankreich. In Begleitung Suffolks und eines Gefolges von Edeldamen geleitete er sie durch die Normandie nach Honfleur. Die Tochter des Herzogs von Anjou und Nichte Karls VII. war noch nicht 16 Jahre alt, ein stolzes, gebildetes, schönes Mädchen. In den nächsten 15 Jahren sollte sich Margaretes Persönlichkeit als ebenso verhängnisvoll für ihre eigene Sache wie für ihren größten Feind erweisen.
Trotz ihrer 15 Jahre war Margarete von Anjou doch schon ein Weib, leidenschaftlich, stolz und willensstark. Wenn es sie auch demütigte, zu entdecken, dass sie einen Mönch geheiratet hatte, so erkannte sie doch rasch ihre Pflicht: sie mußte eifrig über die Rechte der Krone wachen und alle die als Feinde bezeichnet wurden, vernichten. Von ihrer Schönheit und Willensstärke überwältigt, wurde Heinrich sogleich ihr demütiger Vasall. Durch das Beispiel ihres Vaters und durch ihr eigenes Temperament war Margarete wohl darauf vorbereitet, Verteidigerin der Krone zu werden. Für England als Nation empfand sie kein Verantwortungsgefühl. Ihr Standpunkt war rein persönlich, feudal und dynastisch. Sie war ebenso unkompliziert, wie ihr Vater kultiviert war. Nie kam ihr der Gedanke, dass eine Königin sich vom Parteienhader fernhalten müsse. Schon im ersten Jahr ihrer Ehe brandete eine Woge öffentlicher Entrüstung gegen sie und ihre Günstlinge, die man der Mißregierung im Inland und des Verrats im Ausland beschuldigte. Der Königin war leicht einzureden, an ihrer Unbeliebtheit seien Machenschaften Gloucesters und Yorks schuld. Der Herzog von Gloucester kam im Gefängnis zu Tode und der Herzog von York wurde als Statthalter von Irland kaltgestellt.
Nachdem Suffolk die letzten Stützpunkte in Frankreich verloren hatte und vom Pöbel ermordet worden war, kam es zum Aufstand unter Jack Cade. Bei Sevenoaks wurde die Vorhut des königlichen Heeres geschlagen. Obwohl die Einwohner Londons Heinrich VI. Hilfe anboten, hörte dieser auf Margarete und floh schmachvoll nach Kenilworth. Nach der Unterdrückung des Aufstandes von Jack Cade kam es zu weiteren Aufständen und der Herzog von York kehrte aus Irland zurück. Der Herzog wurde auf das Wort des Königs bauend von der Partei der Königin überspielt und mußte sich nach Fotheringhay zurückziehen. Die Königin Margarete hatte den Herzog von York als Feind behandelt und ihn hierduch erst zu einem Feinde gemacht.
Durch die Schwächen des Königs und die Cliquenwirtschaft der Königin war die Krone in Schande und Ohnmacht gesunken. Durch die langen Kriege in Frankreich war der Traum vom Rittertum zerstoben. Die alten auf Landbesitz beruhenden gesellschaftlichen Bande waren einem System von Geld und Macht gewichen Als Gegenleistung für Dienst im Krieg und Frieden erhielt der Gefolgsmann von seinem Herrn Lohn oder Vergünstigungen, Schutz gegen Feinde sowie rechtliche Privilegien. Die Autorität des Staates war nichts mehr als ein Name für den Zweikampf auf Leben und Tod zwischen dem Herzog von York und der Königin Margarete.
König Heinrich wurde auf dieselbe Weise wie sein Großvater Karl VI. von Frankreich vollends wahnsinnig. Mit glanzlosen Augen starrte er die entsetzte Königin an oder drehte den Kopf zur Seite und blickte zu Boden. Drei Monate später, am 13.10.1453, gebar Margarete einen Sohn. Sie war eine Herrscherin. Die komplizierten Elemente ihrer Natur und ihrer Herkunft verschmolzen sich zu dem hemmungslosen Trieb, das Geburtsrecht des Kindes zu schützen. Von nun an war sie entschlossen, leidenschaftlich zu kämpfen, ihre Feinde zu vernichten und dem König zu einem Anschein geistiger Gesundheit zu verhelfen, damit er überredet werden könnte, zugunsten seines Erben auf die Krone zu verzichten. Als sie den Wahnsinn des Königs nicht länger verheimlichen konnten, waren Margarete und ihre Partei gezwungen, den Großen Staatsrat einzuberufen und dem Herzog von York zu gestatten den Vorsitz zu übernehmen. Im Frühjahr 1454 wurde York zum "Reichsregenten und Beschützer des Königreichs" ernannte. Dem Gesetz getreu rief er den Adel zusammen und ließ ihn den Lehnseid auf Margaretes Sohn, Prinz Eduard, als Thronerben leisten. Zur Weihnachtszeit 1454 gewann König Heinrich scheinbar seine geistige Gesundheit wieder. Am 30. Dezember erkannte er, angeblich beglückt, seinen Sohn an. Nach einem anderen Bericht erhob er höchster Verwunderung die Hände, als ihm das Kind gezeigt wurde, und erklärte, es müsse der Sohn des Heiligen Geistes sein. Auf jeden Fall fand Yorks Regentschaft ein jähes Ende. Im Mai 1455 beriefen Königin Margarete und Somerset den Großen Staatsrat ein, um Maßnahmen zum Schutz der Person des Königs gegen seine Feinde zu ergreifen. York war es sofort klar, dass er um sein Leben kämpfen mußte. Mit seinem Schwager, dem Earl of Salisbury, und mit Salisburys Sohn, dem Earl of Warwick, zog er nach Süden, entschlossen beim König eine Audienz zu erreichen und die Verleumdungen der Hofpartei zu widerlegen. Von einem Viertel der Pairs von England umgeben, brach Heinrich VI. nach Norden auf, um ihn entgegenzutreten. Die beiden Heere stießen bei St. Albans aufeinander. In einer Stunde errangen Yorks Streitkräfte einen vollständigen Sieg. Die Gefolgsleute des Herzogs von York brachten den König nach London. Ein Jahr später war York von der Königin und ihrer Partei erneut aus seiner Position verdrängt worden. York war klar, solange die Macht der Königin über den König nicht gebrochen war, konnte weder das Land noch er selbst auf Frieden rechnen. Die nächsten drei Jahre (1456/59) gehören zu den trübsten der englischen Geschichte.
Im Jahre 1457 fühlte sich das ganze Königreich beschämt und beleidigt, als es erfuhr, dass Piers de Breze, einer der großen Heerführer Frankreichs und Freund der Königin Margarete, an der Küste Englands gelandet war und Sandwich in Brand gesteckt hatte. Die Königin wurde zur Zielscheibe gemeiner Geschichten und Balladen. Alsbald hieß es: Prinz Eduard sei ein untergeschobenes Kind, und sein wirklicher Vater sei entweder der Earl of Wiltshire oder der Herzog von Somerset. Die nationale Empörung über den französischen Angriff war so stark, dass die Regierung der Königin sich gegen ihren Willen gezwungen sah, dem Earl of Warwick für drei Jahre den Auftrag zur Verteidigung des Meeres zu geben. Im Jahre 1458 kam es zu einer Versöhnung zwischen den Führern der YORK-Partei und den Söhnen der bei St. Albans gefallenen Lords.
Im Mai 1459 war Margarete mit ihrem kleinen Sohn Eduard durch Lancashire und Cheshire gereist und hatte die Gentry dieser Grafschaften für ihre Sache gewonnen. Im Frühsommer wurde die königliche Standarte in Coventry gehißt und ein Heer zusammengezogen. Sobald die Königin von Salisburys Aufbruch erfuhr, sandte sie die Lords Audeley und Dudley aus, um ihn abzufangen. Doch Salisbury gelang es, das überlegene königliche Heer zurückzuwerfen.
Nach dem Verrat von Andrew Trollope mußten die YORK-Führer Ludlow fluchtartig verlassen. Herzogin Cicely von York und ihre Söhne Georgund Richard gerieten in Gefangenschaft, während Ludlow wie eine französische Stadt geplündert wurde.
Am 26. Juni 1460 landeten die Earls of Warwick, Salisbury und March mit einem Heer von 2.000 Mann in Sandwich und marschierten auf London. Am 2. Juli hieß man sie in der Stadt willkommen. Die Earls zogen, nachdem sie sich 1.000 Pfund vom Magistrat geborgt hatten, nordwärts um dem königlichen Heer entgegenzutreten. Sie fanden es in einer Biegung des Nene-Flusses verschanzt, genau südlich von Northampton. Die Königin und ihr Sohn waren in Coventry geblieben, weil sie dem Ausgang des Tages mißtrauten.
Am regnerischen Nachmittag des 10. Juli 1460 griff das YORK-Heer die Verschanzungen an. Diesmal war es ein Flügel des königlichen Heeres, der plötzlich zum Gegner überlief, so dass eine große Menge von Soldaten in die Erdwerke eindringen konnte. In weniger als einer Stunde hatten die Earls den Sieg errungen. Der Herzog von Buckingham, der das königliche Heer geführt hatte, der Earl of Shrewsbury und die Lords Beaumont und Egremont lagen mit zerschmetterten Rüstungen tot auf dem Schlachtfeld. Heinrich VI. wurde in seinem Zelt gefangengenommen.
Nach seiner Rückkehr aus Irland forderte York für sich die Krone Englands. Nach drei Wochen Debatten und Diskussionen kam es zu einem Kompromiß. Heinrich VI. sollte König bleiben, während York zum Erben des Königtums wie auch zum Reichsregenten ernannt wurde. Eduard, der Sohn der Königin Margarete, wurde enterbt.
Als die Königin die Nachricht erhalten hatte, dass ihr Gatte in Northampton gefangengenommen war, floh sie mit ihrem Sohn aus Coventry nach Westen. Nach einer gefährlichen Fahrt, bei der sie von Wegelagerern geplündert wurde, gelangte sie in die Sicherheit des Harlech-Schlosses. Sofort warb sie Anhänger für die Sache ihres Sohnes. Die Nachricht, dass das Parlament York zum Erben Heinrichs ausgerufen hatte, spornte sie nur zu größeren Anstrengungen an. Sie fuhr zu Schiff nach Schottland, um Hilfe zu erbitten, und bot Berwick, die große Grenzfestung als Belohnung für schottische Hilfe an. Unterdessen sammelten ihre Anhänger im Norden Englands ein  gewaltiges Heer.
Obwohl ein Waffenstillstand vereinbart worden war, erschienen LANCASTER-Leute am 30. Dezember vor Schloß Sandal, als Truppen des Herzogs unterwegs waren, um Verpflegung zu beschaffen. Tapfer, aber unbesonnen, eilten York, Rutland und Salisbury zur Rettung ihrer Leute herbei. York und Rutland fielen und Salisbury wurde am folgenden Tage hingerichtet. Die Köpfe der YORK-Führer wurden in der Stadt York auf Pfähle gespießt.
Bald folgten Berichte, dass die siegreichen LANCASTER-Leute, die Königin an ihrer Spitze, südwärts marschierten, um London zu nehmen und den Rest des Hauses YORK zu vernichten. Margarete hatte ihren aus Walisern, Schotten und Yorkshire-Leuten buntgemischten Truppen versprochen, dass sie den ganzen Süden Englands ungehindert plündern könnten. Auf einer Front von 30 Meilen hinterließ das Heer nur Spuren der Vernichtung.
Am 10.2.1461 hatte Eduard, Earl of March, bei Mortimer's Cross in Herefordshire ein von den Earls of Pembroke und Wiltshire geführtes LANCASTER-Heer vernichtet. Einige Tage später verließ der Earl of Warwick mit Truppen, die er in aller Eile zusammengezogen hatte, London, um den Vormarsch der Königin entgegenzutreten. So erfahren er auch im Kriegshandwerk war, mit seinem Mündel, dem Earl of March, konnte er sich nicht vergleichen. Jenseits von St. Al-bans ließ er seine Truppen mit drei weit auseinandergezogenen Flügeln, Front nach Nordosten, aufmarschieren. Aber am frühen Morgen des 17. Februar fiel das Heer der Königin von Norden her in seine Flanke, brachte seine Streitkräfte in wilde Verwirrung und schlug sie bald in die Flucht. König Heinrich, den Warwick unerklärlicherweise mit sich genommen hatte, fand man lachend und Selbstgespräche haltend etwa eine Meile vom Schlachtfeld entfernt unter einem Baum.
Die tapferen Londoner hatten es gewagt, der Bedrohung durch die Königin zu widerstehen. Während sie noch zauderte, zogen Eduard, Earl of March, und der Earl of Warwick 10 Tage nach der 2. Schlacht von St. Albans in London ein. Margarete brach ihr Lager ab und zog sich nach Norden zurück. Den armen Heinrich führte sie mit sich. Am 4. März 1461 wurde Eduard, Earl of March, als der Erbe Yorks zum König von England ausgerufen. Eine Woche später brachen er und Warwick zur Verfolgung der LANCASTER-Truppen auf. Die Königin und ihr Heer stellten sich in der Nähe von Towton in Yorkshire zur Schlacht. Am Palmsonntag, dem 29. März, errang KönigEduard in einem heftigen Schneesturm mit seinem an Zahl unterlegenen Heer den blutigsten Sieg, der je auf englischem Boden gewonnen wurde. Die höchsten LANCASTER-Lords wurden getötet oder gefangengenommen. Ihr Heer war völlig zerschlagen. Heinrich, Margarete und ihr Sohn flohen in größter Hast nach Schottland.
Im Jahre 1470 wollte der französische König eine Versöhnung Warwicks mit der Königin Margarete vermitteln. Warwick sollte König Heinrich wieder auf den Thron bringen. Am 22. Juli trafen sich die Königin und Warwick unter dem Beistand Ludwigs in Angers. 15 Minuten lang ließ die stolze Königin den stolzen Neville auf den Knien um Verzeihung bitten. Schließlich war sie widerwillig dazu bereit, ihm zu vergeben, damit er sie wieder auf den Thron setzen könne, aber von der Heirat von Warwicks Tochter mit ihrem Sohn wollte sie nichts wissen. Doch König Ludwig war zugegen und vollbrachte solche Wunder an Takt, dass Margarete am Ende auch die Heirat schluckte. Nur sollte die Hochzeit erst geschlossen werden, wenn der Earl England erobert hätte. Am 25. Juli wurde Anna Neville, ein zartes Mädchen von 15 Jahren, mit dem 16-jährigen Prinzen Eduard verlobt.
Am Tage der Schlacht bei Barnet (14.4.1471) war Königin Margarete mit Prinz Eduard und dessen Gattin Anna Neville in Weymouth gelandet. Kurz darauf trafen der Herzog von Somerset und der Earl of Devon dort ein und überbrachten ihr die Nachricht von Warwicks Niederlage.
Königin Margarete, die zwar zuerst durch den Schicksalsschlag schwer erschüttert war und für die Sicherheit ihres Sohnes fürchtete, ließ sich schließlich von Somerset überzeugen, dass König Eduard stark geschwächt sei und dass ihr der Endsieg zufallen müsse. Ihre Hoffnungen stiegen, als sie mit ihrer Begleitung nach Exeter und dann nach Taunton und Wells kam, da die Gentry von Devon und Cornwall herbeiströmte und auch die von Somerset, Dorset und Wiltshire zahlreich ihrem Banner folgte.
König Eduard erfuhr durch seine Kundschafter, dass Margarete, obwohl sie einen Scheinangriff in der Richtung auf London gemacht hatte, wahrscheinlich zu Jasper Tudor in Wales unterwegs wäre.
Als die Königin am Freitag morgen um 10 Uhr vor Gloucester eintraf, fand sie die Tore der Stadt geschlossen und Soldaten auf den Mauern. Da Margarete nicht wagte, Zeit zu verlieren, um die Stadt zu erstürmen, trieb sie ihr müdes Heer ungestüm nach Norden in der Richtung auf Tewkesbury, die nächstgelegene Übergangsstelle über den Severn.
Als die LANCASTER-Leute die Umgebung von Tewkesbury etwa um 4 Uhr nachmittags erreichten, warfen sich die Fußsoldaten in höchster Erschöpfung zu Boden. Die Führer der Königin teilten ihr mit, dass weder Männer noch Pferde einen Schritt weiter tun könnten. In tödlicher Angst um ihren Sohn, war Margarete gezwungen, sich zum Kampf zu stellen. Am 4. Mai 1471 wurde das Heer der Königin bei Tewkesbury vernichtend geschlagen. Prinz Eduard, der von der wilden Flucht mitgerissen wurde und entsetzt nach Tewkesbury fliehen wollte, wurde von einer Abteilung unter dem Herzog von Clarence eingeholt. Obwohl der Jüngling den Mann, der noch vor kurzem sein Verbündeter gewesen war, um Hilfe anflehte, wurde er sofort erschlagen. Am Morgen des 6. Mai wurde Somerset und etwa ein Dutzend anderer LANCASTER-Führer auf dem Marktplatz von Tewkesbury enthauptet.
In der Nähe von Tewkesbury hatte man die Königin Margarete gefangengenommen. Sie war nur noch die äußere Hülle einer Frau, der Schatten einer Königin. Ihr furchtloser Geist war zuletzt, als ihr Sir William Stanley bei ihrer Gefangennahme mit brutaler Freude die Nachricht vom Tode ihres Sohnes überbrachte, zerstört worden. Wie leblos wurde sie im Gefolge König Eduards mitgeschleppt, als er in Eile nach London zog. Am 21. Mai zog der König in London ein und am Schluß des Zuges folgte schließlich die zusammengesunkene Gestalt der Königin Margarete auf einem Wagen.
Kurz nach seiner Heimkehr zog Eduard IV. noch zusätzlich 50.000 Kronen als Lösegeld für Margarete von Anjou aus König Ludwig heraus. Als diese im folgenden März 1476 endgültig in ihr Geburtsland zurückkehrte, mußte sie nicht nur auf alle ihre Ansprüche in England verzichten, sondern auch noch ihre Erbrechte von seiten ihres Vaters an Ludwig abtreten - als Entschädigung wie er sagte, für all die Hilfe, die er ihr hatte zuteil werden lassen. Mit der kleinen Pension, die Ludwig ihr bewilligte, zog sie sich auf eines der Güter ihres Vaters zurück und lebte dort mit gebrochenem Herzen bis zu ihrem Tode im Jahre 1482.
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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