Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2134
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Lothringen (Ober-Lotharingien, Ober-Lothringen; [Haute-]Lorraine
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Das erste Herzogshaus bestand von 959 bis 1033 (Friedrich
I., Dietrich/Thierri I., Friedrich II. und III.).
Nach dem Tode Friedrichs I. wußte dessen Witwe Beatrice,
Schwester von Hugo Capet, als Vormund
die Erbfolge des jungen Thierri I. zu wahren. In dieser sonst wenig
ereignisreichen Periode traten Abkömmlinge des Herzogshauses (über
Sophie, die Tochter Herzog Friedrichs II.) auch in der Grafschaft
Bar die Herrschaft an.
1033-1047 stand Lothringen unter der Herrschaft
von Mitgliedern der nieder-lothringischen Herzogshauses (Gozelo,
Gottfried
der Bärtige).
Kaiser HEINRICH III.
entschloß sich 1047, das Herzogtum an Adalbert
zu übertragen;
er war der erste Herzog aus dem sogenannten Hause
ELSASS, das die Metzer MATFRIDINGER beerbt hatte. Sein Bruder
Gerhard
(1048-1070) schuf erste Grundlagen der Herzogsmacht; er errichtete
die Burgen Preny und Nancy und stützte sich auf die Abteien Remiremont,
St-Die und St-Evre de Toul einerseits, St-Pierre und St-Martin de Metz
andererseits. Doch hat die Herzogsfamilie bis ins 13. Jh. eher eine zweitrangige
Rolle gespielt. Simon I. (1115-1139); Halbbruder
Kaiser LOTHARS III., und Matthäus I. (1139-1178),
Schwager von FRIEDRICH BARBAROSSA,
mußten sich zumeist auf die Beilegung regionaler Konflikte der Abteien
und Grafschaften beschränken. Das Herzogtum, von dem 1070 die Grafschaft
Vaudemont abgetrennt worden war, wurde Gegenstand eines erbitterten Streits
zwischen Simon II. (1176-1206) und seinem Bruder Friedrich (Ferri),
der das gesamte deutschsprachige Gebiet zu Lehen erhielt. Unter seinem
Sohn Friedrich III. (Ferri II., 1206-1213) wurde die Einheit des
Herzogtums wiederhergestellt.
Thiebaut I. (1213-1220) vereinigte
eine Zeitlang das reiche Metzer und Elsässer Erbe der Grafen von Dagsburg
konnte es aber, in Gegensatz zu Kaiser FRIEDRICH
II. geraten, nicht halten und verstarb ohne Erben.
Herzog
Matthäus II. (1220-1251), der sich eng an den Grafen von Champagne
anschloß, führte im Herzogtum französische Institutionen,
unter anderem das Baillage, ein. Seit 1220 traten Konflikte mit den Grafen
von Bar auf, die bis zur Vereinigung der beiden Fürstentümer
im 15. Jh. andauern sollten.
Die Regierung Friedrichs IV. (Ferri III., 1251-1303)
markiert eine wichtige Etappe in Errichtung und Festigung der Fürstengewalt;
besonders der nordöstliche Herrschaftsbereich, später als 'baillage
d'Allemagne' bezeichnet, wurde ausgebaut. In Nancy, das bereits seit dem
12. Jh. zentraler Herzogssitz war, wurde unter
Friedrich IV. mit
dem Schloßbau begonnen, doch erhielt die Stadt erst unter Raoul
(1328-1346) stärkeren Residenzcharakter (Schöffenamt, Kollegiatskirche
St-Georges).
Die Politik (besonders die Heiratspolitik) der Herzöge
zeigt während des gesamten 14. Jh. wechselnde Orientierung nach Deutschland
und Frankreich. Die Grafen von Bar, von KARL IV.
1354 zu Markgrafen von Pont-a-Mousson, vom König von Frankreich zu
Herzögen erhoben, bildete das Herzogtum Lothringen eine starke Bedrohung.
Karl
II. (1390-1431) war bestrebt, durch Heirat seiner Tochter Isabellamit
dem Erben des Herzogtums Bar, Rene I. von Anjou,
die Vereinigung der beiden Herzogtümer einzuleiten. Doch durchkreuzte
ein Vetter, Graf Antoine de Vaudemont, diesen Plan, indem er die
Militärmacht Burgunds zu Hilfe rief (Schlacht von Bulgneville, 1431).
Die Union von Lothringen und Bar konnte erst unter dem Enkel Renes
I. und Isabellas, Rene
II., durchgesetzt werden (1488). Zu diesem Zeitpunkt waren die Bistümer,
zunächst Verdun und Toul, dann auch Metz, bereits unter starken Einfluß
Frankreichs geraten, das sie 1552 annektierte.
Literatur:
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H. Witte, L. und Burgund, Jb. der Ges. für lothr.
Gesch. und Altertumskde, 2-4, 1890-92 - R. Parisot, Les origines de la
Haute-Lorraine er sa premiere maison ducale (959-1033), 1909 - Ch. Aimond,
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