Älteste Tochter des Titular-Königs
Rene I. von Anjou-Neapel aus seiner 1. Ehe mit der Isabella
von Lothringen, Erb-Tochter von Herzog Karl I.
Jolanthe war Präsumptiv-Erbin von Lothringen und Bar, folgte 1473 ihrem kinderlosen Neffen Nikolaus als Herzogin von Lothringen und Bar, wurde 1473 von Karl dem Kühnen von Burgund verjagt und 1477 wieder Herzogin zusammen mit ihrem Sohn.
Mohr Walter: Teil IV Seite 76,98,99,122,124
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"
Anton von Vaudemont ging deshalb sofort auf neue burgundische
Vorschläge ein und nahm den Schiedsspruch Herzog
Philipps zwischen ihm und Herzog Reinhard
an, dem seinerseits nichts anderes übrig blieb, als am 10. Oktober
1432 sich mit Anton über die Anerkennung eines solchen Schiedsgerichts
zu einigen und sich dann im Januar 1433 an den Hof Herzog
Philipps nach Brüssel zu begeben, um weitere Verhandlungen
zu führen. Auch Graf Anton war dort erschienen, wo es durch Vermittlung
des burgundischen Herzogs am 13. Febnruar zu einem Abkommen zwischen beiden
kam. Darin wurde eine Heirat zwischen Friedrich, dem Sohn des Grafen,
und Yolande, der ältesten Tochter
des Herzogs vereinbart. Offensichtlich besaß der Burgunder im Augenblick
ein Interesse darn, das ganze Problem noch weiter bestehen zu lassen. Angesichts
des Nachgebens des lothringischen Herzogs wurde von ihm vorerst nicht die
Rückkehr in die Gefangenschaft verlangt, sie wurde später auf
den 27. Februar 1434 festgesetzt und gleichzeitig wurde am 1. Juli 1433
in Ausführung des Abkommens mit Graf Anton der Ehevertrag zwischen
Friedrich von Vaudemont und Yolande
abgeschlossen.
Die Mutter Reinhards, die
die eigentliche Erbin war, trat ihre Rechte an ihren Sohn ab, und der immer
noch lebende Reinhard I. übertrug
ihm dazu noch die Verwaltung des Herzogtums Bar. So vereinigte Reinhard
II. Lothringen, Bar und Vaudemont in seiner Hand.
Indessen war das lothringisch-französische Verhältnis
von vornherein auch mit Spannungen belastet durch die näherrückende
Frage der Erbschaft Reinhards I. So
galt zum Beispiel im Herzogtum Anjou nicht die weibliche Erbfolge, das
Herzogtum fiel also beim Fehlen von männlichen Nachkommen Reinhards
I. rechtliche gesehen, an die französische Krone zurück.
Reinhard II. hoffte jedoch, trotzdem das gesamte Erbe seines Großvaters
zu übernehmen.
Angesichts dieser Spannung konnte es für Herzog
Reinhard nur eine große Genugtuung sein, daß sein Großvater
am 15. November 1479 urkundlich festlegte, das Herzogtum Bar solle
nach seinem Tode an seine Tochter Yolande
und damit an deren Sohn Reinhard fallen. Am 10. Juli 1480 war Reinhard
I. gestorben, und der französische König schritt dazu,
sich sein Erbe anzueignen. Seine Ansprüche begründete er darauf,
daß er sich von Reinhards I.
jüngerer Tochter, der Königin Margarethe
von England, deren Rechte auf die Herzogtümer Bar und Lothringen,
die Markgrafschaft Pont-a-Mousson, die Provence, Forcalquier und Piemont
hatte abtreten lassen. Margarethe hatte
als Grund dafür angegeben, sie wolle sich gegenüber dem König
für dessen vielfältige Hilfe dankbar erweisen. Nun war die Erbin
Reinhards
I. seine ältere Tochter
Yolande,
und es gelang ihr auch, den östlichen Teil des Herzogtums Bar für
sich zu sichern, aber das
Barrois mouvant westlich der Maas
wurde sofort von französischen Truppen besetzt.
Wenig später, im Februar 1485 starb seine
Mutter Yolande, und er konnte jetzt
wenigstens das Herzogtum voll seiner Herrschaft eingliedern.
1444
oo Friedrich VI. Herzog von Vaudemont
1428-31.8.1470
Kinder:
Margarete
1463-1.11.1521
14.4.1488
oo 2. Renatus Herzog von Alencon
1454-1.11.1492
Jolanthe
-21.5.1500
5.11.1497
oo 1. Wilhelm II. Graf von Hessen-Kassel
29.4.1469-11.7.1509
Nikolaus Seigneur von Joinville
- vor
1476
Rene II.
2.5.1451-10.12.1508
Johanna
1458-25.1.1480
1475
oo Karl IV. von Anjou Herzog von Maine
1436-1.12.1481
Literatur:
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Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen.
Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Teil IV Seite 98,99,122,124 -