Tochter des N.N. de Maignelais
Antoinette war die Geliebte König Karls VII. von Frankreich und Herzog Franz II. der Bretagne.
Favier, Jean: Seite 411
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"Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515."
Der 1423 Geborene, bei der Salbung Karls VII. Sechsjährige hatte mit ansehen müssen, wie sein Vater zum Spielball von Frauen wurde: seiner energischen Schwiegermutter Yolande von Aragon, Königin von Neapel, der schwachen Königin Marie von Anjou, der Mätressen Agnes Sorel und Antoinette von Maignelais.
Jurewitz-Freischmidt Sylvia: Seite 72,74,81
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"Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen
und Mätressen um den Lilienthron."
Den Platz der Maitresse in Charles'
Bett nimmt sehr bald eine Cousine der belle Agnes ein, eine gewisse Antoinette
de Maigneley, die der König allerdings, bevor sie ihre "Stellung"
antreten kann, in einer aufwendigen, 15-tägigen Feier mit dem nicht
sonderlich skrupelhaften Günstling und Kammerherrn Villequieur
verheiratet,
der seit seiner Kindheit in Charles
Diensten steht. Allerdings gelingt es Madame de Villequier keineswegs,
eine der ihrer Cousine ähnlichen Stellung zu erreichen. Seit dem Tode
seiner geliebten Dame de Beaute verfällt der König zusehends.
Um seine Sinne zu wecken, bedarf es immer stärkerer Reize, Madame
allein genügt bald nicht mehr. In den letzten Jahren fungiert sie
wirklich nur noch als "Madame", sie hat ständig fünf bis sechs
ausgesucht schöne Mädchen um sich, die sie dem König abwechselnd
oder gleichzeitig zuführt. Charles'
Sexualverhalten wird immer bizarrer, seine seltsamen Affären mit Angehörigen
der Dienerschaft und des Gesindes machen ihn zum Gespött seiner Umgebung.
Über die Zustände am Hof seines Vaters an der
Loire ist Dauphin Louis bestens informiert,
denn Madame Villequieur hält ihn ständig auf dem laufenden,
solange sie ihren Dienst dort versieht. Sie bleibt ihm später in gleicher
Weise verbunden, als sie ihre Interessen der Bretagne zuwendet.
In erster Ehe heiratete Francois
eine Cousine, Marguerite de Bretagne,
Tochter Francois' I. Als Maitresse
hielt er sich Madame de Villequier, die Cousine der Agnes Sorel,
die zeitweilig Nachfolgerin der schönen Agnes im Bett Charles'
VII.
war. Dame Villequieur wurde mit großem Pomp empfangen, und
Francois
II. installierte sie in eigens für sie eingerichteten Appartements
in seinem Schloß in Nantes. Gegen alle Einwände taub verlangt
der Herzog, daß Gattin und Maitresse "cote a cote" leben. 1462 wird
die Maitresse von einem gesunden Sohn entbunden, der auf den Namen Francois
getauft und zum offiziellen Bastard erklärt wird. Schon 1469 stirbt
die bis dato kinderlose Herzogin im Wochenbett, der gesund geborene Erbe
überlebt das Säuglingsalter nicht. Jeder glaubt, daß Francois
II. jetzt seine offizielle Favoritin heiraten und deren gesunden
Sohn legitimieren wird, doch er ehelicht in zweiter Ehe eine de Foix, die
praktischerweise wie die erste Gattin Marguerite heißt. Während
die Villequieur 1474 zwei weitere Kinder bekommt, bleibt die Ehe
jahrelang kinderlos.
Kendall Paul Murray: Seite 81,105
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Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483 Verlag
Callway München 1979 Seite 81,105,109
Der König selbst gab sich immer leidenschaftlicher
den Vergnügungen der Jugend hin. Im Jahre 1450 war Agnes Sorel in
Jumieges in der Normandie gestorben. Sie wurde bald ersetzt durch eine
ihrer Cousinen mit Namen Antoinette de Maignelais, von der es hieß,
sie sei fast genauso schön wie le Belle Agnes. Karls
Appetit war derart unstillbar geworden, daß Antoinette bald
nicht nur als Mätresse des Königs diente, sondern auch
als seine Chef-Kupplerin auftrat, die zu seiner Belustigung eine Truppe
junger schöner Konkubinen zusammenstellte, die wie Königinnen
gekleidet waren.
In der Tat reichten die Nervenstränge von
Ludwigs Spionage soagr bis ins Bett des Königs: Madame
de Villequier (Antoinette de Maignelais), die königliche Mätresse,
war Ludwigs Hauptspionin, da sie dem
Dauphin "äußerst ergeben" war. Als sie im Jahre 1458 die erlahmenden
Dienste beim König aufgab und Mätresse des Herzogs der Bretagne
wurde,
weilte dieser Herzog so oft am Hofe, daß sie fortfuhr, beinahe ebenso
nützlich zu sein wie zuvor.
Markale Jean: Seite 265
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„Isabeau de Bavarie“
Als Karl VII. später,
an die subtile Erotik der Dame de Beaute Agnes Sorel gewöhnt,
allmählich vergreist und zur Impotenz neigt, wird sein Sohn Ludwig
XI. sich darum kümmern, ihm eine Frau zu beschaffen, die
seine intimen Gelüste befriedigt, nämlich die schönem, betörende
Antoinette
de Meignelay, eine Nymphomanin und wahre Meisterin der Liebeskunst.
Diese Antoinette de Meignelay wird nach dem Tod Karls
VII. noch weiter von Nutzen sein: Ludwig
XI., ein Spezialist für Schurkenstücke jeglicher Art,
wird sie zur Mätresse Herzog Franz‘ II. von
Bretagne machen, und diesen wird sie sein Leben lang für
den König von Frankreich ausspionieren.
Literatur:
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Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft
1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 411 - Jurewitz-Freischmidt
Sylvia: Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Mätressen
um den Lilienthron. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 1996 Seite 72,74,81
- Kendall Paul Murray: Ludwig XI. König von Frankreich 1423-1483
Verlag Callway München 1979 Seite 81,105,109 - Markale, Jean:
Isabeau de Bavarie. Eugen Diederichs Verlag München 1994 Seite 265
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